Personalmarketing auf Youtube
Die Idee hätte auch mir kommen können: Unter dem Motto "Helden des Handels" hat der baden-württembergische Einzelhandelsverband erstmals einen "Youngster Award" ausgelobt. Auszubildende der Branche waren aufgefordert, ihren Arbeitsplatz in bewegten Bildern vorzustellen. Dabei kommen sie und andere zu Wort, einzelne Tätigkeiten und Kundensituationen werden sichtbar und der Betrachter spürt rasch, welche Anforderungen der jeweilige Job stellt.
Nathalie Dohn, Auszubildende der Traum-Fabrik in Bad Boll, erhielt einen Sonderpreis für Kreativität. In ihrem Film spielt die angehende Einzelhandelskauffrau mit dem Firmennamen ihres Ausbildungsbetriebs, in dem sie hier vom Traumjob träumt: Statt den Laden aufzuräumen, liegt sie in einem der ausgestellten Betten und bekommt von ihrer Chefin Kaffee ans Bett gereicht.
Beim Füllen von Kissen sieht sie sich mit Snowboard im Schnee. Den Auftrag, Pakete zur Post zu bringen, verwandelt sie in die Fahrt mit einer 2CV-Ente durch eine Sommerlandschaft, auf der sie die Pakete aus dem offenen Verdeck wirft. Sieger wurden übrigens die Video-Beiträge von Azubis des Karlsruher Versandhauses Heinrich Heine, des Stuttgarter Kaufhauses Breuninger und des Bondorfer Edeka Aktiv-Markts Rentschler.
Mit dem "Younster Award Handel" rückt der Handelsverband vor dem Hintergrund fehlender Bewerbungen die eigenen Berufe ins Blickfeld junger Leute. Und dies mittels Film und Youtube auf Informationskanälen, die die jungen Leute niederschwellig nutzen und auf ihren Smartphones und iPads immer und überall abrufen können. Die Kampagne ist somit besonders niederschwellig und die Ausbildungsbetriebe werden symathisch und kompetent ins rechte Licht gerückt.
Arbeitnehmer benoten Unternehmer
Vor Jahren habe ich Pressearbeit für einen Hausverwalter gemacht, der allen ausziehenden Mietern ein Zeugnis ausstellte. Der Grund: Häufig fragten später neue Vermieter an, wie deren Verhalten gewesen sei, oder der Betroffene wollte das Attest gleich als Referenz. Als guter Demokrat bot der Verwalter den Mietern beim Auszug an, auch sein Unternehmen, dessen Mitarbeiter und Services zu bewerten.
Schon damals dachte ich mir, dass die künftige (Arbeits-)Welt immer transparenter werde. Umso weniger habe ich mich kürzlich gewundert als ich erstmals auf die Internetplattform "Kununu" stieß. Hier können ehemalige Mitarbeiter ihren früheren Arbeitgeber bewerten. Bislang haben hier gut 150.000 Ex-Mitarbeiter 58.000 Unternehmen bewertet, wobei fünf (sehr gut) bis null (sehr schlecht) Sterne vergeben werden können und Begründungen in Textfenstern möglich sind.
Neben dem aktuellen Marktführer gibt es Jobvoting, MeinPraktikum.de und Kelzen.com, die nach demselben Strickmuster Personalchefs Schweißperlen auf die Stirn treiben können, zumal die Bewertung anonym erfolgt und das Personalrecruiting immer schwieriger wird. Folglich sollten Chefs den Spieß umdrehen, zumal negative Kritik achtmal häufiger kommuniziert wird als positive.
Warum also nicht die Mitarbeiter bitten, dort ihre Meinung über das Unternehmen einzustellen bzw. die Firma erstmal anzulegen, damit sie überhaupt stattfindet. Und: Diese Portale im Blick behalten und negative Kritik kommentieren oder dazu aufrufen, auch Positives zu sagen. Jüngst hatte ich im Kundenkreis einen ähnlichen Fall: In der Presse hatten wir geschrieben, dass die Firma seit Jahren alle Azubis übernimmt.
Ein Ex-Azubi thematisierte diese Aussage bei Facebook mit der Bemerkung, das sei gelogen. Tatsächlich war dieser Lehrling nicht übernommen worden (und mein Kunde hatte mir dies nicht gesagt), weil er offensichtlich stinkfaul und nicht teamfähig war. Meinem Kunden riet ich dazu, dies zunächst nicht zu kommentieren, im Auge zu behalten und mir künftig solche Details nicht zu unterschlagen. Denn dann kann ich im Einzelfall schreiben "leistungsbereite Azubis werden immer übernommen."
Rüdinger online auf Youtube
Dass immer mehr meiner Kunden im Marketing neue, digitale Wege gehen, belegt nun auch der Krautheimer XXL-Spediteur Roland Rüdinger. Er ließ sich kürzlich einen Imagefilm produzieren, der auf N24 ausgestrahlt wurde. Zwar hat der Nachrichtensender nur eine geringe Zuschauerquote, doch ist der Film nun auf Youtube dauerhaft im Internet abrufbar. Damit man ihn aber auch findet, mache ich u.a. hier schon mal darauf aufmerksam und wünsche gute Unterhaltung.
Gekaufte Meinung im Internet
Zugegeben, ich bin ein konservativer Zeitungsmann, der die Entwicklungen im Internet skeptisch sieht. Einerseits ist das digitale Forum demokratisch, weil keine Meinung von Redakteuren zensiert wird. Andererseits halte ich wachen Verstand von Autoren und Redaktionsrichtlinien für gute Maßnahmen gegen geistige Umweltverschmutzung. Nun habe ich ein weiteres Argument für meine Sichtweise.
Laut Stuttgarter Nachrichten gelten ein Drittel aller Bewertungen, die im Internet für Produkte, Dienstleistungen, Hotels etc. abgegeben werden als direkt lanciert von den Firmen, die davon einen wirtschaftlichen Nutzen haben, oder PR-Agenturen, die sie damit beauftragen. Okay, ich habe auch schon Nichten und Freunde gebeten, bestimmte Dinge zu bewerten, aber inhaltliche Vorgaben habe ich dabei nie gemacht.
Dabei gibt es einige Kriterien, gefakte Bewertungen zu durchschauen, auch wenn diese seit Jahren immer virtuoser und raffinierter werden: Je größer (und damit wichtiger) ein Portal ist, desto größer ist die Gefahr, auf frisierte Statements zu stoßen. Je weniger Bewertungen abgegeben werden, desto wahrscheinlicher ist, dass diese nicht echt sind. Wo nur gelobt wird, ist Vorsicht geboten - echte Meinungen sind differenziert.
Gelegentlich verraten sich gefakte Bewertungen auch an ihrer Sprache. Ein Tipp: Formulierungen als Suchbegriff eingeben und abwarten, ob die exakte Phrase auch in anderen Bewertungen oder in Werbeprospekten stehen. Je kürzer ein Statement ist, desto wahrscheinlicher ist es falsch. Denn Erfahrungen mit Hotels, Software oder Büchern sind sehr persönlich und entsprechend ausführlicher mit Beispielen geschildert.
Und noch drei Hinweise: Gibt sich der Kommentator mit vollem Namen zu erkennen, dürfte seine Bewertung echt sein. Schreibfehler könnten dagegen künstlich inszeniert sein, um die Spuren des PR-Profis zu verwischen. Und wird ein Produkt allzu sehr verrissen, könnte der Autor von der Konkurrenz kommen. So, jetzt bin ich mal gespannt auf die Bewertungen und Kommentare, die ich auf diesen Beitrag bekomme.
Positiv-Magazin findet seine Leser

Verbreitet nur gute Nachrichten: Gertrud E. Warnecke.
Nachdem vorige Woche in der AHGZ (Allgemeine Hotel- und Gaststättenzeitung) mein Porträt des Ritz Charlton-Gründers Horst Schulze erschienen war, der mit christlichen Werten seine Hotelkette zu einem internationalen Luxus-Imperium ausgebaut hatte, rief mich heute Gertud E. Warnecke an. Die mittlerweile 67-jährige Kollegin aus Königstein bat mich, meinen Beitrag in ihrem Online-Portal Positiv-Magazin veröffentlichen zu dürfen.
Darf sie selbstverständlich. Wir kamen ins Gespräch und dabei stellte sich heraus, dass die frühere PR-Frau zum Valentinstag 2010 beschlossen hat, ein Online-Magazin zu etablieren, das nur positive Nachrichten verbreitet, um damit Menschen Mut zu machen. Seither veröffentlicht die frühere Mitarbeiterin der internationalemn Werbeagentur J. Walter Thompson und PR-Leiterin mehrerer Firmen, die sich 1987 selbstständig gemacht hatte, täglich drei gute Nachrichten.
Eine der nächsten soll mein Porträt von Horst Schulze sein. Ihr Portal umfasst rund 20 Ressorts wie Sport, Touristik, Wirtschaft oder Genuß & Lebensart und hat täglich im Schnitt offenbar 1500 Leser (zum Vergleich: ich habe gut 50). Diese hohen Zugriffszahlen verdankt Warnecke diversen Presseberichten etwa in Bild, Focus, Spiegel oder Stern, in denen die "Gutfrau" vorgestellt wurde, die ihren Lesern täglich Mut machen will.
Nachdem ich letztlich nach demselben Prinzip lebe und arbeite, werde ich der renommierten Kollegen noch manchen Artikel aus meinem Arbeitsumfeld mailen können. Denn auch meine Philosophie besteht ja darin, wie auf meiner Firmen-Homepage seit Gründung 2000 nachzulesen ist, den fleißigen Schaffern in unserer Mediengesellschaft Gehör zu verschaffen. In dieser Hinsicht war auch dieser Arbeitstag wieder recht erfolgreich. Gott sei Dank.
Mit dem Zweiten twittert man besser
Die gesamte Geschichte will ich hier nicht erzählen. Die steht gleichermaßen amüsant wie informativ auf dem Gutjahr's Blog. Nur soviel: Marco Bereth (25) aus Schwäbisch Hall und Michael Umlandt (24) aus Heilbronn haben jahrelang die Twitteraccounts ZDFonline und ZDFneo betrieben und selbst beim ZDF hat dies keiner bemerkt. Erst als ZDFonline 40000 Follower hatte, fragte ein ZDFsport-Account mal nach, wer die beiden Akteure seien.
Denn auch das ZDF ist ein solch großer Laden, dass sich kaum einer Gedanken machte, ob hier alles mit rechten Dingen zugeht. Und als die Sache "aufgeflogen" war, boten die TV-Gewaltigen auf dem Mainzer Lerchenberg dem Duo Arbeitsverträge an, damit sie offiziell und gegen Bezahlung dasselbe tun können wie zuvor. Das ist nicht nur eine schöne Geschichte, welche Stilblüten das moderne Medienzeitalter treibt. Es ist auch ein Lehrstück wie "old economy" mit der "new economy" umgehen sollte - souverän statt belehrend und ausgrenzend.
Erfolg I: itempus bei Apps auf Platz 1
Das digitale Zeitmanagementsystem itempus, das unser Kunde Prof. Jörg Knoblauch als App zum Herunterladen auf Smartphones hat entwickeln lassen (Foto), ist binnen sechs Tagen auf Platz 1 geklettert. Mit 1600 kostenlosen Downloads auf ein iPad kam das 1988 als gedrucktes Zeitplanbuch eingeführte App in der Kategorie Produktivität an die Spitze. Noch bis 31. Mai ist es im App-Store zum Ausprobieren kostenlos verfügbar. Danach kostet es einmalig 19,99 Euro bei einer monatlichen Miete von 4,99 Euro.
Das synchronisierte Zeitplanbuch erfasst Termine, verwaltet Kontakte und Aufgaben, erinnert an Geburtstage und Fristen und der Anwender hat stets seine wichtigsten Dokumente, z.B. aktualisierte Prospekte und Preislisten, dabei. Das itempus-App, für das unsere Agentur die Pressearbeit macht, ist die erste Lösung, die neben Outlook-Terminen bei Bedarf auch Outlook-Aufgaben und Notizen mit Exchange-Anbindung in einer App auf das iPad synchronisiert.
Der digitale Markt für Knoblauch ist groß, hatte er doch in der Vergangenheit bis zu 160.000 Zeitplan-Ringbücher verkauft. Andererseits dürften aktuell rund eine Million Deutsche ein iPad besitzen, davon viele Führungskräfte, Freiberufler und Selbstständige, die ihre Arbeitszeit und Termine managen müssen. Der Erfolg unseres Kunden ist auch deshalb beachtlich, weil es bundesweit längst mehr als 300.000 kostenlose Apps gibt - und täglich werden es mehr. Demnach hat Knoblauch auf den richtigen Marketing-Mix und die richtige PR-Agentur gesetzt.
Verleger werden dank Internet
Was der Musikindutrie bereits vor zehn Jahren mit dem iPod in Haus stand, droht nun den Verlagshäusern: Millionenverluste, weil Autoren sich selbst verlegen und einen Bogen um die Industrie und deren Auswahlkriterien machen. Das jüngste Beispiel ist eine ehemalige Altenpflegerin in den USA, die Vampirromane schreibt und als Schriftstellerin mittlerweile geschätzte 2,5 Mio. Dollar verdient hat. Und das ohne je eine Seite gedruckt zu haben.
Spiegel-Online erklärt wie das Prinzip funktioniert:
"Im März 2010 bereitet Amanda Hocking die ersten ihrer Bücher für eine Selbstveröffentlichung auf Amazons Kindle-E-Book-Plattform vor. Gedruckt wird dabei gar nichts: Man muss nur eine Datei so formatieren, dass sie auf dem Kindle-E-Book-Reader gut aussieht und leicht lesbar ist. Wer einen Kunden-Account hat, kann seine Daten direkt hochladen - der Rest dauert nur Minuten. Nach Freigabe des Buches ist es über Kindle-Shop und Amazon auffindbar, Verkauf und Inkasso laufen über den Bücherversender, Gutschriften aus Verkäufen erfolgen ab dem dritten Monat auf monatlicher Basis - ein Instant-Verlagsgeschäft, wenn man so will."
Dass der Buchdownload Schule machen kann, haben Musiker aus aller Welt längst bewiesen, die sich zumindest zu Beginn der Karriere ohne Platten-Label via Youtube und Co. vermarktet haben. Und die meistgelesenen Blogs können sogar (Tages-)Zeitungen Konkurrenz machen. Davon ist mein virtuelles Logbuch allerdings noch ein Stück entfernt - schließlich sinken die Auflagen vieler Blätter so schnell wiederum auch nicht.
Internet demokratisiert die Welt
Tunesien, Ägypten, Jordanien, Syrien, Bahrain und seit dem Wochenende auch Libyen: Überall in der arabischen Welt trauen sich Menschen auf die Straße, schreien sich den Frust über Mißstände wie Korruption, Mißwirtschaft und Folter aus der Seele und fordern Mitbestimmung und freie Wahlen. Es ist erhebend, nach 1989 im Ostteil des eigenen Landes, nochmals erleben zu dürfen, wie Freiheit und Menschenwürde sich Bahn brechen und Menschen ihre berechtigte Angst überwinden.
Dass sogar in einzelnen Städten Chinas dutzende oder hunderte Protestierer auf die Straße gehen, verdanken wir dem Internet, das trotz staatlicher Zensur die Nachricht vom Drang nach Freiheit weiterträgt. Die Jasmin-Revolution von Tunis nehmen die chinesischen Freiheitskämpfer sogar wortwörtlich auf, weil sie bereits siegreich war. Mein Respekt gilt all den mutigen Menschen, die in diesen Tagen und Wochen ihr Leben riskieren und teilweise geben, damit das Ideal von Recht und Freiheit vollzogen werden kann.
Das Internet hat mich in der Vergangenheit vielfach genervt, weil es meinen geliebten (Tages-)Zeitungen zur Konkurrenz wurde; unsere Kinder in neue (Spiel-)Süchte trieb und allen möglichen Perversen Tür und Tor für ihre Neigungen öffnete. In diesen Tagen stiftet das Internet mit Youtube-Filmen von Aufständischen und über Facebook und Twitter in Sekunden tausendfach verbreiteten Zeugnissen vom Widerstand gegen perfide Staatsmächte Millionen Menschen den Mut aufzustehen und Nein zu sagen.
Deshalb ist es auch egal, ob nun der Ölpreis steigt oder hunderttausende Menschen über das Mittelmeer nach Europa drängen, weil sie nicht mehr von Despoten davon abgehalten werden, die mit unseren Steuergeldern für diesen Landserdienst bezahlt werden. Jetzt geht es endlich mal nicht um uns, sondern um Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit aller Menschen. Wenn wir damit Ernst machen, finden auch islamische Hetzer kein Gehör, die nun das Machtvakuum in der arabischen Welt füllen wollen.