Britsch boxt erneut in den USA
Allmählich wird es Zeit, dass der 23-jährige Mittelgewichtler Dominik Britsch (Foto) als Hauptkämpfer einen Boxabend bestreitet. Am Samstag, 14. Mai, in seinem 23. Profikampf sicher aber noch nicht. Denn der findet in Los Angelas statt im Rahmenprogramm von Arthur Abrahams "Final six"-Turnier. Am 1. Mai flogen die beiden mit Sauerland-Trainer Ulli Wegner und Physiotherapeut in die USA, wo sie unter anderem in Las Vegas einem Kampfabend beiwohnen.
Mit seinem klaren Sieg über den Ungarn Joszef Matolcsi in seinem 22. Kampf hat sich der Neckarsulmer Abiturient in der Weltrangliste weiter nach vorne gearbeitet. In Europa gehört der bislang unbesiegte Britsch, der seine Karriere als Elftklässler startete, nun zu den Topp Ten und ist um eine Erfahrung reicher: Denn in der sechsten Runde traf ihn ein linker Haken Matolcsis so schwer, dass er - erstmals in seiner Karriere - kurz zu Boden ging.
Pädagogisch war der Niederschlag, der in der ARD-Zusammenfassung zu sehen war, lehrreich: Denn nun hat Britsch die Praxiserfahrung, wie es sich im Kampf für ihn anfühlt, so hart getroffen zu werden. Aus dem Konzept brachte ihn der Treffer nämlich nicht. Er dominierte seinen Gegner klar über die komplette Distanz und schickte den Routinier in der ersten und fünften Runde seinerseits mit einer Kombination und einem Haken auf die Bretter.
Endlich: Arslan boxt morgen in Berlin
Nachdem Firat Arslan (auf dem Foto in Stuttgart gegen Wilson Darnell) bei seinem Comeback im Juli bis zur 11. Runde gegen Steve Herelius klar in Führung lag, verlor er den Kampf in der "Hitzeschlacht der Stuttgarter Porsche-Arena", weil er völlig dehydriert und kampfunfähig war. Der Sieg hätte dem mittlerweile 40-jährigen Ex-Weltmeister im Cruisergewicht die Chance auf einen erneuten WM-Fight der WBA ermöglicht. Der Kampf war der letzte, den sein Hamburger Boxstall Universum live im ZDF übertrug.
Und seit Universum keinen TV-Partner mehr hat und Promoter Klaus-Peter Kohl damit die Kohle ausging, löste sich der Boxstall immer mehr auf. Zuletzt boxte Schwergewichtler Sascha Dimitrenko in einer Turnhalle vor 500 Zuschauern und auf Bild.de wurde der Kampf übertragen. Auch Luan Krasniqi und Firat Arslan haben sich deshalb von den Hamburgern gelöst und gehen seither eigene (Vermarktungs-)Wege.
So richtet Firats morgigen Fight der relativ neue Boxstall Arena in der Halle des Pferdesportparks in Berlin-Karlshorst aus. Medienpartner bei Firats Duell über acht Runden gegen den Tschechen Michal Bilak ist der TV-Sender Eurosport. Immerhin. Arena-Boss Ahmet Öner hat früher selbst geboxt. Ihm eilt ein zweifelhafter Ruf vorraus, doch versucht er nun die Lücke zu füllen, die die frühere Nummer Eins, Klaus-Peter Kohl, hinterlässt.
Arslans Gegner gilt allerdings als Außenseiter: Der 34-Jährige hat eine Bilanz von 19 Siegen, aber auch 15 Niederlagen, während der Löwe Firat 29 Siege, fünf Niederlagen und ein Unentschieden vorzuweisen hat. Und: Die jüngste Niederlage war einzig den 50 oder 60 Grad Hitze im Ring geschuldet. Herelius wurde seinerzeit kurz nach seinem Sieg wegen des k.o. auch bewußtlos, weil sein Körper gleichfalls nicht mehr genug Flüssigkeit hatte.
Wenn also morgen alles klappt, wird der Deutsch-Türke aus Süßen, mit dem ich seit 2005 befreundet bin, Anfang Juli in Stuttgart gegen einen Titelträger oder um einen vakanten Titel boxen. Und zum Jahresende könnte dann ein Kampf in der Göppinger EWS-Arena folgen wie seinerzeit 2005 gegen Carlos Cruzat. Für Boxfans sind das wunderbare Aussichten. Nun wünsche ich Firat für morgen alles Gute und - schalten Sie ein.
2. April: Britsch boxt gegen Matolcsi
Dominik Britsch (23) kann sich am Samstag, 2. April, weiter Richtung Spitze im Mittelgewicht boxen: In Halle/Westfalen tritt der Neckarsulmer Abiturient aus dem Berliner Sauerland-Boxstall in seinem 22. Profikampf gegen den 34-jährigen Jozsef Matolcsi an. Der Ungar besiegte jüngst Mahir Oral, der im Juni 2009 gegen Artur Abraham schon um den WM-Titel gefightet hatte, durch technischen k.o. in der zweiten Runde.
2010 stand Oral in Rostock gegen Sebastian Sylvester im Ring um die IBF-Weltmeisterschaft im Mittelgewicht. Er verlor zwar nach Punkten, hätte aber als späterer Europaranglistenerster bei einem weiteren Sieg die Chance bekommen, nach dem EM-Gürtel zu greifen. Dann hagelte es in dänischen Herning die Niederlage gegen Matolcsi. „Das zeigt schon, aus welchem Holz Matolcsi geschnitzt ist“, weiß Britsch, der bisher 21 Profikämpfe bestritten und alle gewonnen hat, sieben davon durch k.o.
Wenn Britsch gewinnt, macht er auf der Europarangliste vom derzeitigen 10. Platz einen Sprung nach vorne. Das bringt ihn einem werbewirksamen EM-Kampf einen großen Schritt näher, zumal die ARD die Zusammenarbeit mit dem Sauerland-Boxstall fortsetzt. So zeigt die ARD am 2. April die Fights von WBO-Weltmeister Marco Huck im Cruisergewicht und von WBO-Intercontinental Champion Robert Helenius im Schwergewicht gegen den früheren WBC-Weltmeister Samuel Peter aus Nigeria.
Weil ich mit Dominiks Vater Jürgen befreundet bin (wir sind fast gleich alt und ich komme gebürtig aus Neckarsulm) und mit Ex-Weltmeister Firat Arslan 2007/08 bereits einen Box-Profi PR-technisch unterstützt und mit der Carl Stahl GmbH einen Sponsor vermittelt habe, kann ich einen solchen Deal für interessierte Unternehmen gerne auch mit Dominik einfädeln. Der Zeitpunkt ist jetzt günstig, weil der Marktwert des 23-jährigen schwäbischen Sympathieträgers bald steigen dürfte.
Britsch gewinnt auch 21. Kampf ganz klar
Bevor ich morgen zu Felix Sturms WM-Kampf im Mittelgewicht in die Stuttgarter Porsche-Arena gehe, möchte ich meine Leser noch über einen anderen Mittelgewichtler informieren: Der 23-jährige Neckarsulmer Dominik Britsch hat vorigen Samstag in Mühlheim klar nach Punkten auch seinen 21. Profi-Kampf gewonnen. Das Mega-Talent aus dem Sauerland-Boxstall hatte zuvor sechs Monate pausieren müssen wegen einer Verletzung an der Hand.
Den Nordiren Joe Rea schickte er in der vierten von insgesamt acht Runden erstmals auch auf die Bretter. Immer wieder setzte der Abiturient den Dubliner mit Kombinationen unter Druck, so dass er zweimal angezählt wurde. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Britsch in seiner Gewichtsklasse das Zeug zum Weltmeister hat.
Deshalb wundere ich mich eigentlich auch, weshalb keiner der "hidden champion", die sich kürzlich auf Initiative von Ex-Wirtschaftsminister Walter Döhring zum Gipfeltreffen in Schwäbisch Hall getroffen haben, ein Sponsoring mit dem schwäbisch-schaffigen Landsmann eingeht. Der Werbevertrag zwischen der Carl Stahl GmbH in Süßen und dem späteren Cruiser-Weltmeister Firat Arslan, den ich 2007 eingefädelt hatte, war auch für beide Seiten ein großer Gewinn - und Spaß, denke ich nur an die TV-Präsenz im ZDF und bis in die USA, die der Weltmarktführer für Seil-, Hebe- und Sicherheitstechnik dadurch hatte.
Britsch boxt am 12. Februar wieder
Der 23-jährige Mittelgewichtler Dominik Britsch aus meiner Heimatstadt Neckarsulm steht am 12. Februar in Mühlheim/Ruhr wieder im Ring. Im August 2010 hatte sich der Schützling von Trainer Ulli Wegner aus dem Berliner Sauerland-Boxstall beim einstimmigen Punktsieg gegen den Italiener Lorenzo Cosseddu in Erfurt einen Bänderriss im linken Mittelfinger zugezogen, was die lange Zwangspause zur Folge hatte.
Zwar konnte der Junioren-Weltmeister schon kurz nach dem Fight wieder ins Lauftraining einsteigen, doch seine Führhand wurde mit einer Gipsschiene für acht Wochen stillgelegt. Der Hoffnungsträger, der 2008 Abitur gemacht hatte und bereits als Elftklässler seinen ersten Profi-Kampf absolvierte, blieb bislang in allen 20 Profikämpfen ungeschlagen. Der Gegner für den 12. Februar soll in Kürze bekanntgegeben werden.
Zuletzt gab es für den mehrfachen Sportler des Jahres der Heilbronner Stimme fast durchweg Anerkennung für seine Leistungen. "Seine Entwicklungskurve zeigt weiter deutlich nach oben", lobte jüngst Manager Wilfried Sauerland den jungen Britsch, mit dessen Vater Jürgen ich einst in die Schule ging. Dieser, selbst mehrfacher Deutscher Meister der Amateure, trainierte und formte den Sohn seit dessen siebtem Lebensjahr.
Britsch, dem ich unter 07161/918942 gerne noch Sponsoren vermittle, wird für den deutschen Boxsport umso kostbarer seit auch Cruiser-Weltmeister Marco Huck an seine Grenzen kommt und Mittelgewichtler Artur Abraham (Mittelgewicht wie Britsch) zuletzt zwei deutliche Niederlagen kassierte. Und: Der 23-jährige Neckarsulmer ist - im Gegensatz zu den allermeisten eingedeutschen Box-Profis - durch und durch ein Schwabe und damit sympathische Identifikationsfigur.
Ex-Weltmeister Firat Arslan (Cruiser/Universum), Luan Krasniqi (Schwergewicht) und Jürgen Britsch kennen sich noch aus ihrer Amateurzeit, wo sich deren aktive Boxkarrieren gerade noch so überschnitten. Insider prophezeien Britsch, dass er das Zeug zum Weltmeister hat. Einziger Schwachpunkt könnten seine zarten Finger sein....Am 12.02. boxen auch Steve Herelius vs. Yoan Pablo Hernandez (WBA-WM-Titel) und Steve Cunningham vs. Enad Licina (IBF-WM-Titel) im Cruisergewicht sowie Arthur Abraham. Tickets unter 01805-570044 (Euro 0,14/min.).
FA-Turnier: Enid schlägt Konrad knapp

FA-Pokerturnier: Enid (r.) bedankt sich bei seinem härtesten Verfolger Konrad (l.) für seinen Widerstand. FOTO: Ackermann
Nur knapp hat Frisch Auf-Torhüter Enid Tahirovic am Freitag beim Frisch Auf-Freundeskreis-Turnier in einem spannenden Finish Konrad Fromm geschlagen. Das Schöne für mich daran: Der 21-jährige Student der Verfahrenstechnik ist mein Sohn und ein kalt analysierender Zocker, der bereits im Vorjahr vierter geworden war. In dem absolut coolen Enid, im Hauptberuf als 7-Meter-Killer legendär, hat er allerdings seinen Meister gefunden.
Fast die komplette Frisch Auf-Mannschaft spielte an sechs Tischen mit 34 Spielern mit. Es war bereits das vierte Neujahrsturnier, das die Schwabengarage seit 2008 ausrichtet. Damals waren gerade Mal 33 Skatspieler, darunter VfB-Altstar Karl Allgöwer und ich, gekommen. Und weil etliche FA-Freuneskreismitglieder bedauerten, mangels Skatkenntnissen nicht mitmachen zu können, wurde das Turnier 2009 kurzerhand um eine Binokel- und eine Poker-Runde erweitert. Denn die meisten Handball-Spieler wiederum können auch nicht binokeln, sondern pokern lieber.
So stieg die Zahl der Teilnehmer kontinuierlich auf nun 106 Teilnehmer, von denen gut die Hälfte am Skatturnier teilnahm. War ich 2010 überraschend noch fünfter geworden, landete ich dieses Mal weit abgeschlagen mit 596 Punkten auf Rang 31. Zum Vergleich: Sieger Heinz-Werner Hanneklaus kam auf gut 2700 Punkte. Dass alles mit rechten Dingen zuging, dafür sorgte einmal mehr Hans Schedler von der Stuttgarter Skatunion. Und gegen zehn Euro Startgebühr gab es nicht nur ein oppulentes Büfett und Freigetränke, sondern auch für jeden Teilnehmer am Ende einen Preis.
Für Hanneklaus war dies ein Urlaub für zwei Personen in einem Wellnesshotel, Enid gewann ein Wochenende mit einem komfortablen Wohnmobil und Konrad immerhin eine WMF-Kaffeemaschine im Wert von 200 Euro. Viel wichtiger aber war, dass Vater und Sohn mal wieder ein gemeinsames Erlebnis hatten.
Vermarktung am Beispiel Boxen
Dass das klar ist: Am Samstag, 19. Februar, sitze ich mit meinem Bruder Peter aus der Schweiz (sein Erstkontakt zum Boxen) und Freunden in der Stuttgarter Porsche-Arena und schaue den Kampf von WBA-Weltmeister Felix Sturm im Mittelgewicht gegen den US-Amerikaner Ronald Hearns an (live ab 22.15 Uhr in Sat 1). Treue Leser wissen, dass mich das Martialische, die Inszenierung und die Atmosphäre in diesen Kampfarenen faszinieren.
Um es nochmals vorauszuschicken: Boxen ist nichts für Dumme und Schläger. Wer hier Erfolg haben will, muss vor allem vermeiden, getroffen zu werden. Es lohnt sich, über diesen Satz mal nachzudenken. Anyway. Boxen hat auch viel mit Marketing zu tun. Das beginnt schon damit, dass Felix Sturm eigentlich Adnan Catic heißt, weil er aus Bosnien stammt. Ihn einzudeutschen, machte ihn aber als Produkt leichter vermarktbar, zumal Sturm wiederum den Beinamen "the hurrican" trägt, was ihn international kompatibel macht.
Ganz nebenbei. An Ex-WBA-Cruiser-Weltmeister Firat Arslan, mit dem ich mich 2005 angefreundet habe, hat mir u.a. gefallen, dass er in jungen Jahren nicht zu Fritz Ackermann mutiert ist, weil er sich und seiner Identität treu bleiben wollte. Zur Marke wurde der 40-Jährige dennoch, weil er eine Geschichte hatte und sich im Ring knallharte Duelle lieferte. Mal sehen, ob dieses Jahr noch ein, zwei Fights folgen, zumal sein Rottweiler Freund Luan Krasniqi auch nach zuletzt drei Niederlagen in Folge am 26.02. in Ludwigsburg im Schwergewicht nochmals antritt (gehe ich auch hin).
Zum Wording/Marketing gehört auch, dass sich Sturm von seinem Hamburger Boxstall Universum getrennt hat, ursprünglich, weil Promoter Hans-Peter Kohl zuviel von der Gage für sich selbst einbehielt. Dies war aber auch deshalb klug, weil die ARD im Sommer 2010 die Zusammenarbeit mit Kohl beendete, was dessen Marktstellung gegen Null drückte. Nun schlägt "the hurrican" bei Sat 1 ein, der bzgl. dem quotenträchtigen Boxen bislang ziemlich blank war, während Rivale RTL mit den Klitschko-Brüdern (die waren auch mal bei Universum) regelmäßig Quote und Kasse macht.
Die Klitschko-Kämpfe sind aber nicht nur wegen deren Dominanz im Ring stink langweilig. Auch die ständigen Werbepausen nerven. Davor bin ich in der Porsche-Arena gefeit. Die Fight-Inszenierung dürfte aber ähnlich überzogen und nervig werden wie bei RTL, vermarktet Sat 1 das Duell gegen den schwarzen US-Boy Ronald Hearns doch als "die Abrechnung", obwohl sich die beiden Boxer weder jemals begegnet sind, noch etwas gegeneinander haben. Was hier also "abgerechnet" werden soll, entzieht sich dem mündigen Boxfan und zeugt von mittelmäßigen PR-Beratern.
Vor allem Sat 1, Sturm und Hearns wollen abrechnen, im Sinne von Kasse machen. Dafür muss das legendäre WM-Boxduell zwischen Thomas Hearns, Ronalds Vater, und Marvin Hagler vom 15. April 1985 in Las Vegas im legendären Caesars Palace herhalten, das unter dem Titel "The War" promotet wurde. Die ersten drei Minuten dieses Duells gelten bis heute als die beste Runde, die jemals im Mittelgewicht ausgetragen wurde. In der dritten Runde allerdings bezwang Hagler "the Marvelous" Hearns "the Hitman", der zu Boden ging. Hagler ist deshalb Sturms großes Vorbild - und Hearns senior wird am 19.02. vermutlich den Kampf seines Sohnes live verfolgen.
Luan Krasniqi boxt Jonathon Banks
Neues Jahr, neuer Kampf. Während sich viele von uns derzeit mit Leckereien den Bauch voll schlagen und faul auf der Coach liegen, geht Schwergewichtsboxer Luan Krasniqi in die heiße Phase seiner Kampfvorbereitung. Zwei Jahre nach seiner Niederlage (Leberhaken in der 3. Runde) gegen Stallgefährte Alexander Dimitrenko tritt der Rottweiler am Samstag, 26. Februar, in Ludwigsburg gegen den US-Amerikaner Johnathon Banks an. Das Interessante an dem Kampf: Veranstalter ist die Klitschko Management Group mit ihrem Haussender RTL und der Fight gilt als WM-Ausscheidungskampf um den WBA-Titel, so dass der Sieger des Fights gegen einern der Klitschko-Brüder antreten könnte.
2005 stand der mittlerweile 39-jährige Luan schon einmal kurz vor dem Titelgewinn gegen den damaligen Weltmeister Lemon Brewster. Er führte nach Punkten wie zuletzt gegen Dimitrenko und ging doch K.o. - wie auch gegen Tony Thompson zwischen diesen beiden Fights, so dass der Löwe mit zuletzt drei Niederlagen antritt. Der 28-jährige Banks aus Detroit ist die Nr. 7 in der WBC-Weltrangliste, bei IBF liegt er auf Platz 8. Der 1,91 Meter große Banks war zuvor Weltmeister im Cruisergewicht und erzielte 17 seiner bisher 25 Siege durch K.o. Hinzu kommen nur eine Niederlage und ein Remis. Zuletzt besiegte er Travis Walker, der zuvor gegen Riuslan Tschagajew überzeugt hatte.
Für Krasniqi, der sich aktuell mit seinem Freund Firat Arslan (wir haben heute vor dem Training telefoniert) in Rottweil vorbereitet, geht es am 26. Februar um alles. Evtl. steigt sogar Firat, Ex-Weltmeister im Cruisergewicht und selbst zuletzt zweimal besiegt, bei der Klitschko-Veranstaltung in den Ring. Der 40-Jährige ist toppfit, könnte einen Aufbaukampf brauchen und gemeinsam mit Luan in Ludwigsburg wäre ein Highlight für die süddeutsche Boxsportszene. Zeitgleich steigt in Bamberg im Mittelgewicht der Neckarsulmer Dominik Britsch in den Ring. Mal sehen, ob diese Sauerland-Veranstaltung dann auf ARD übertragen wird. Bereits eine Woche zuvor boxt Mittelgewichts-Weltmeister Felix Sturm, der sich im Streit von Universum getrennt hat, in der Stuttgarter Porsche-Arena. Ich habe vor, in Stuttgart wie in Ludwigsburg live mit Freunden dabei zu sein, um sie von dieser martialischen Sportart zu überzeugen.
Britsch boxt in Erfurt gegen Italiener
Neben dem WM-Fight im Cruisergewicht mit Marco „Käpt´n“ Huck gegen Matt Godfrey am Samstag, 21. August, präsentiert sich in der Erfurter Messehalle auch Deutschlands Mittelgewichts-Hoffnung Dominik Britsch. Der Neckarsulmer, der in Berlin bei Ulli Wegner im Sauerland-Boxstall trainiert, blieb bisher in 19 Profikämpfen ungeschlagen.
In der Landeshauptstadt Thüringens will der 22-jährige Abiturient, der bereits als Elftklässler seinen ersten Profi-Kampf bestritt, gegen den Italiener Lorenzo Cosseddu den nächsten Erfolg einfahren. „Dominik Britsch ist ein Juwel“, lobt Trainer Ulli Wegner den Neckarsulmer. Dessen Vater Jürgen kenne ich noch aus meiner Schulzeit, weil ich selbst aus der Audi-Stadt mit ihren 25000 Einwohnern stamme.
„Er ist seinen Trainingskollegen schon jetzt in so ziemlich allen Fragen - also im technisch-taktischen Bereich, aus athletischer Sicht und von der generellen Trainingseinstellung her - überlegen", sagt Wegner über Britsch. Nach dem Gewinn der IBF-Junioren-WM gehe es darum, seine Leistungsstärke im Wettkampf auch gegen erfahrene Gegner weiter zu bestätigen.
Vermutlich wird der auf acht Runden angesetzte Kampf als Aufzeichnung in der ARD nach dem Huck-Fight ausgestrahlt. Nachdem es immer schwieriger wird, im Juniorenbereich für Britsch adäquate Gegner zu finden, kann er sich nun gegen Cosseddu bewähren. Der 27-jährige Italiener ging aus 32 Profikämpfen bislang 23 Mal als Sieger hervor und holte fünf Unentschieden.
Britsch sucht übrigens noch Sponsoren. Dank seiner Bildung, seiner schwäbischen Wurzeln, seiner Erfolge und seiner hohen Medienpräsenz, insbesondere in der ARD, bietet er nicht nur thematisch viele Anknüpfungspunkte, sondern auch einen hohen Werbewert. Ich möchte hier nur daran erinnern, dass ich auch meinen Kunden Carl Stahl rechtzeitig mit Cruiserboxer Firat Arslan zusammen gebracht hatte, ehe dieser Weltmeister wurde. Ticket-Hotline für die Box-Gala in Erfurt ist übrigens die 01805-570044.
Hochmut kommt vor dem Fall
Zugegeben: Ich habe am Samstag im ZDF auch kein Boxen geschaut. Verpasst habe ich ja offenbar nichts und auch in der Schweriner Halle tummelten sich nur 2500 Besucher. Denn Lokalmatador Jürgen Brähmer hatte schon am Freitag seinen Hauptkampf wegen Rückenbeschwerden absagen müssen und der Kampf von Fliegengewichtlerin Susi Kentikian, immerhin eine Weltmeisterin, musste in der dritten Runde ohne Wertung abgebrochen werden, weil ihre mexikanische Gegnerin nach einem unbeabsichtigten Kopfstoß eine schwer blutende Wunde hatte.
Mehr noch. Die Hoffnung von Universum-Chef Klaus-Peter Kohl, mit Alexander Alexejev einen verheißungsvollen Nachwuchsboxer präsentieren zu können, ging schon in der zweiten Runde k.-o. Damit ist die vorletzte Chance, sich mit einer spektakulären TV-Boxnacht zu empfehlen, verstrichen. Kohl kann nun nochmals am 31. Juli an seinem Stammsitz in Hamburg auf Sendung gehen, dann endet der jahrelange Vertrag mit dem ZDF, der dem Boxstall jährlich rund 20 Millionen Euro eingebracht haben dürfte.
Dabei zeichnete sich der Niedergang auf vielen Ebenen ab: Universum gingen die Weltmeister und charismatischen Typen aus. Luan Krasniqi und Firat Arslan verloren zuletzt ihre Kämpfe, Zsolt Erdei ging aufs Altenteil, Felix Sturm klagte sich aus dem (Knebel-)Vertrag und Witali Tajbert kam als Disco-Schläger negativ in die Presse. Parallel wurden die Universum-Pressemitteilungen immer dünner und die Internetvermarktung auf Youtube - als Kompensation zu dem endenden TV-Vertrag - wurde als Erfolg verkauft.
Immer häufiger hatten seit 2007 stallinterne Fights stattgefunden, z.B. Luan und Sascha Dimitrenko im Schwergewicht, um den Kader zu reduzieren. Auch Ex-Pressesprecher Christoph Haverkamp verließ das sinkende Schiff - per Pressemitteilung. Im Mai wurden schließlich die 15 Universum-Mitarbeiter in Verwaltung und Vermarktung auf Ende Juli gekündigt, weil dem Boxstall die Geschäftsidee abhanden kam.
Auf- und Niedergang so aus der Nähe zu beobachten, war schon interessant, auch wenn man teils als Provinzjournalist zu spüren bekam, dass Millionär Hans-Peter Kohl außer Bild und ZDF eh niemanden braucht. Da bekamen Fotografen nur schwer eine Akkreditierung und Redakteure keine vernünftigen Aussagen. Auch wurde ich nie den Eindruck los, dass die Boxer, die eine enorme Leistung bringen, regelrecht ausgebeutet werden.
Ich möchte jetzt nicht nachtreten, aber ein Bedürfnis ist es mir schon, auch diesen Markt des Boxgeschäfts zu reflektieren. Das ist Kapitalismus, der nach Angebot und Nachfrage läuft und erinnert mich schon auch an die Industrie. Wer ständig auf preisgünstige Boxer aus Osteuropa zurückgreift, darf sich nicht wundern, wenn hierzulande das Interesse nachlässt.