leonhard fromm der medienberater

10Feb/122

Arbeitsumfeld: Was der Schreibtisch sagt

Stimmen mich heiter und dankbar: Die fünf Dauer-Utensilien auf meinem Schreibtisch.

Stimmen mich heiter und dankbar: Die fünf Dauer-Utensilien auf meinem Schreibtisch in der Göppinger Lutherstraße.

Wer mein Büro betritt, ist in der Regel verwundert über die meist freien Arbeitsflächen und den strukturierten Gesamteindruck. Auch für mich ist oft interessant, wie die Arbeitsplätze anderer "gestaltet" sind. Oft hängen da Fotos von Ehefrauen, gemalte Bilder von Kindern oder Medaillen von Marathons oder andere Hinweise auf sportliche Erfolge. Ich möchte heute die Insignien zeigen, die meinen Scheibtisch seit Jahren zieren.

Die Tasse ganz links und das Kästchen daneben hat meine Tochter Lea (12) in der Grundschule gestaltet. Seither dient die Tasse als Stiftehalter. Die Büroklammer-Box in der Mitte habe ich nach dem Tod meines Vaters im April 2009 von seinem Schreibtisch genommen. Da war er schon 25 Jahre weg von "Schroedel". Doch für den Darmstädter Schulbuchverlag, für den er seit meiner Geburt im Außendienst war, schlug sein Herz. Von ihm, der dieses Jahr 93 geworden wäre, habe ich wohl die gute Schreibtischkondition.

Die Ordensschwester, die "Playmobil" 2005 herausbrachte, habe ich damals spontan gekauft, nachdem ich in einem Wirtschaftsmagazin gelesen hatte, welche Auflagen manche Figuren erreichen und welche Preise sie erzielen, wenn sie sich nicht lange im Sortiment halten. Damals kaufte ich mehrere dieser Figuren, von denen ich die meisten verschenkte, um den Mut des Herstellers zu honorieren, ein solches Auslaufmodell des deutschen Katholizismus zu produzieren.

Ganz rechts steht ein gläserner Engel, den mir mal eine gute Freundin schenkte mit dem Wunsch, er möge mich stets behüten (und besänftigen). So klein und unscheinbar er ist - in seiner Symbolik ist er mir fast am wichtigsten. Der Vollständigkeit halber sage ich dazu, dass in der Weihnachtszeit (ca. 10.12. bis 10.01.) hier auch noch eine ecuadorianische Kompaktkrippe en miniature steht.

Seltsam: Eigentlich bin ich ein spröder Typ, der Nippes ablehnt. Diese kleine Symbol-Parade aber stimmt mich immer wieder dankbar - und heiter. Und was steht bei Ihnen auf dem Schreibtisch oder hängt an der Bürowand? Ihre Kommentare würden mich interessieren, wenn ich hier schon so viel Preis gebe.

23Jan/120

Kachelmann macht Aigner interessant

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Wie Sonnenstrom funktioniert, erklärt Michael Aigner in diesem Erklärvideo am Beispiel einer Photovoltaikanlage, die in Westerheim auf der Schwäbischen Alb steht. Das Verfahren hat der Inhaber des Großhandels für PV-Anlagen schon vielfach erklärt. Auch die Art der Anlage ist nichts Besonderes. Die Qualität des Videos liegt darin, dass Wettermoderator Jörg Kachelmann in seiner gewohnt launigen Art die Fragen stellt.

Im Sommer waren die beiden Partner eine Kooperation eingegangen, die sie im Oktober unter großem Medieninteresse öffentlich machten. Seither präsentiert Aton-Solar Kachelmanns digitale Wettervorhersage, die der Wahl-Schweizer auf diversen Kanälen wie Youtube regelmäßig publiziert. Eine zentrale Rolle spielt dabei die prognostizierte Sonnenscheindauer, die auch für PV-Anlagenbetreiber wichtig ist.

Und hier schließt sich der Kreis vom Händler zum Wettermoderator. Bei der Kooperation geht es vor allem darum, den fleißigen und tüchtigen Aigner im Markt der vielen Anbieter erkennbar und unterscheidbar zu machen. Letztlich geht es darum, seine Marke (qualitätvolle Module) und Dienstleistungen (optimal ausgelegte Anlagen) zu positionieren und dem Laichinger Unternehmen ein Gesicht, nämlich das von Kachelmann, zu geben.

18Jan/120

Kurt Beck besucht PKM in Pirmasens

Geduldiger und interessierter Landesvater: Auf einen Sprung kam Kurt Beck (von rechts) mit in das Büro von PKM-Chef Deniz Cevikalp. Auch für mich war es ein Erlebnis, den Spitzenpolitiker so unmittelbar zu erleben.

Geduldiger und interessierter Landesvater: Auf einen Sprung kam Kurt Beck (von rechts) mit in das Büro von PKM-Chef Deniz Cevikalp. Auch für mich war es ein Erlebnis, den Spitzenpolitiker so unmittelbar zu erleben.

Das haben wir auch nicht alle Tage: Dass ein Ministerpräsident einen unserer Kunden besucht. Deniz Cevikalp, der im Sommer 2011 die PKM Packaging GmbH in Pirmasens gekauft hat, hat es geschafft. Sogar innerhalb so kurzer Zeit. Und ich hatte das Vergnügen, sowohl dabei zu sein als auch in die Vorbereitungen massiv eingebunden zu sein. Die liefen vor allem im Dezember.

Genau 90 Minuten stand uns der prominente Sozialdemokrat zur Verfügung. Und wir schnürten ein minutengenaues Programm und hielten dieses auch ein, das alle Erwartungen erfüllte. Der Termin begann am Montag mit einem 40-minütigen Betriebsrundgang mit der Presse, bei dem Beck mit Ingenieuren und Arbeitern ins Gespräch kommen konnte. Wir waren mit eigenem Fotografen und Kameramann dabei, um die Em0tionen einzufangen.

Denn letztlich kann bei einem solchen Termin inhaltlich wenig laufen. Er lebt von emotionalen Begegnungen. Entsprechend hatten wir auch die regionalen Repräsentanten von IHK, Banken, Kreis, Kommune und Beratern eingeladen, die am öffentlichen Pressegespräch teilnahmen. Anschließend ermöglichten wir den Gästen, sich mit Beck fotografieren zu lassen, der geduldig kooperierte.

Sein straffer Zeitplan erlaubt es Beck, im Schnitt pro Monat nur zwei Betriebe in Rheinland-Pfalz zu besuchen. Umso bemerkenswerter war, dass Cevikalp den Zuschlag bekam. Der Unternehmer bietet aber auch viele interessante Facetten: Vom türkischen Arbeitersohn hochgearbeitet,  einen Marktfüherer für Verpackungsmaschinen mit 50 Mitarbeitern gekauft und plant nun, den Umsatz bis Ende 2015 auf zwölf Millionen Euro zu verdoppeln. Respekt, Herr Cevikalp.

Bereits am Dienstag berichteten beide Regionalzeitungen groß über den Besuch. Seit gestern läuft unsere Nacharbeit, die einschlägigen Fachtitel und Businessmedien mit Texten und Fotos über den Besuch zu versorgen und die Redakteure für das mechatronische Unternehmen zu interessieren.

8Dez/110

Countdown für neue Homepage läuft

Advent heißt Ankunft. Warten also auf Weihnachten. Aktuell warte ich aber auch auf die Freischaltung meiner neuen Homepage. Die alte Website, die derzeit noch "scharf" ist, hat mich bald zehn Jahre nahezu unverändert begleitet. Sie tat einfach ihren Dienst. Und immer noch sprach sie potentielle neue Kunden offenbar gut an. Immer wieder bekam ich Lob für den klaren Aufbau und man verstehe, was ich so mache.

Etliche Monate Vorarbeit und ein völlig neues Design, in dem auch mein Kundenmagazin und meine Visitenkarte gehalten sind, stecken in dem neuen Auftritt, mit dem ein Providerwechsel hin zu unserer Werbeagentur Projekt E einhergeht. Dort definiere ich unsere um Social Media, Kundenmagazine, Filme und Beratung erweiterten Geschäftsfelder; mehr als 20 Unternehmer begründen, warum sie mit uns arbeiten und was sie an unserer Agentur schätzen, und es gibt eine neue Fotogallerie "Fromm & Friends".

Ich freue mich schon sehr auf den neuen Auftritt, den ich vorige Woche im Weihnachtsbrief angekündigt hatte. Im nächsten Schritt wird dann vermutlich auch dieser Blog in meinen neuen Farben Rot und Schwarz designt. Ich bin mal gespannt. Über all dem vergessen wir aber unsere Kunden nicht. Die zehn Jahre altes Designs belegen, dass wir uns wie der Schuhmacher fast ausschließlich um die Schuhe unserer Kunden bemühen.

9Nov/110

Design Talk mit Manfred Gotta

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Mit mehr als 70 Besuchern hatte der 8. Ammerbucher ! Design Talk am 17. Oktober mit Namenspapst Manfred Gotta eine Rekordbeteiligung. Üblich waren bislang maximal 50 Teilnehmer. Aber „Design – wie wird mein Produkt zur Marke“ traf offenbar den Nerv vieler Entscheider und SWR-Moderator Markus Brock gelang es trefflich, den schillernden Gast in Szene zu setzen.

„Meine Kernkompetenz ist Wirtschafts-Kisuaheli“, fasst der gebürtige Hesse seine Arbeit zusammen, der er seit 1986 hauptberuflich nachgeht und gibt ein Beispiel. Denn egal, wo auf der Welt sich Menschen unterhalten, sobald das von ihm kreierte Kunstwort „Twingo“ fällt, denkt jeder an einen „knuffigen Kleinwagen“.

Einig waren sich Gastgeber Jürgen R. Schmid und Gotta in vielem: In der Herangehens- und Arbeitsweise; dass man konsequent seinen Weg gehen muss und dass ein Produkt nur dann ein Erfolg wird, wenn Produkt, Name und Design stimmen. Die Gäste, die noch lange bei Wein und Häppchen blieben und mit Gotta über Namen, Marken und Design fachsimpelten, waren von dem Abend begeistert und vielfach inspiriert für ihre weitere Arbeit.

5Nov/110

Busunternehmer differenziert sich

Binnen Minuten überall servierfähig: Busunternehmer Günter Eisemann schneidet auf dem Rastplatz vor seinem Bus in der Dunkelheit warmen Fleischkäse auf, der die Reisenden bei Laune hält. FOTO: WEINREICH

Binnen Minuten überall servierfähig: Busunternehmer Günter Eisemann schneidet auf dem Rastplatz vor seinem Bus in der Dunkelheit warmen Fleischkäse auf, der die Reisenden bei Laune hält. FOTO: WEINREICH

Bevor ich mich in den kommenden Tagen zu meiner Auszeit in der Nordsee auf einem Zweimaster und am Ruder der "Ambulant" äußere, möchte ich hier eine Impression von unserer Rückreise erzählen. Denn Hin- und Rückfahrt machten das Öhringer Busunternehmen Günter Eisemann, weil dieses mit seiner Verpflegung bereits im Vorjahr unsere Organisatorin beeindruckt hatte.

Seit gestern weiß ich warum: Der 1971 gegründete Familienbetrieb verfügt nur über zwei Linienbusse und einen Reisebus und doch schafft es der 62-jährige Chef, sich am Markt zu differenzieren. Denn der Reisebus führt einen kompletten Garofen mit, in dem der Fahrer wahlweise Nusszopf für den Mittagskaffee oder Fleischkäs für das deftige Vesper vorbereitet.

Gleich zweimal hat der rührige Unternehmer uns gestern auf der Heimreise begeistert. An der holländisch-deutschen Grenze machten wir den ersten Stop und fluchs waren zwei Biertische zu einer Theke aufgebaut, an der die Reisenden wahlweise Kaffee, Tee, zweierlei Nusszopfsorten und Schokolade erhielten. Auch an die Müllentsorgung war gedacht. Am Abend setzte der Chef nach drei Stunden weiterer Fahrt noch einen drauf.

Aus dem Garofen gab es warmen Fleischkäs, den er mit dem Elektromesser ebenso in Scheiben schnitt, wie er die mitgeführten Weckle öffnete. Zur Selbstbedienung standen Senf, Ketchup, Gurken, gekühlte Getränke und Servietten bereit und binnen Minuten hatte jeder einen belegten Wecken in der Hand. Mehr noch: Zum Nachtisch kredenzte der emsige Hohenloher mit viel Herzlichkeit erneut Schokolade und wahlweise sechserlei Liköre und Brände.

Später im Bus erzählte er (mir), dass er diese Art von Gastfreundschaft seit den Gründungsjahren pflegt und seither immer mehr perfektioniert hat. So lies er neben dem Ofen drei Kühlschränke und ein separates Aggregat einbauen, das die Geräte mit Strom versorgt. So bietet er familienfreundliche Touren bis nach Island oder in die Karpaten an, wo er an lauschigen Plätzen ganze Grillpartys herbeizaubern kann. Damit seien die Reisegruppen flexibler, die Gruppe wächst schneller zusammen und darüber hinaus sparen die Teilnehmer noch Geld, weil die Selbstversorgung günstiger ist als teure Rasthofverpflegung. Glückwunsch, Herr Eisemann, zu soviel unternehmerischer Dynamik.

29Okt/110

Eine Woche Auszeit auf dem Schiff

Bis gestern, 21 Uhr, habe ich mehrere Wochen in höchster Anspannung gelebt: Zum einen, weil es einfach mengenmäßig viel Arbeit war und wir letztlich drei neue Mitarbeiter hier einarbeiten müssen. Zum anderen auch, weil es Aufgabenstellungen waren, die wir auch nicht täglich machen. So etwa der Deal zwischen Aton-Solar und Jörg Kachelmann, zuletzt aber auch meine Moderation beim Festakt von Hartmann-exact gestern Abend in der Schorndorfer Künkelin-Halle.

Vor rund 250 Gästen, darunter Gesellschafter und Repräsentaten der Automobilhersteller, musste ich durch ein 2,5-stündiges Programm führen, dessen Höhepunkte der Festvortrag von Prof. Willi Diez vom Geislinger Automobilinstitut sowie der Showact von Ernst Mantel am Ende des offiziellen Programms waren. Mit dem früheren Partner der "Kleinen Tierschau" plauderte ich anschließend noch sehr verbindlich im Foyer.

Denn zum einen fragen den Kleinkunst-Preisträger des Landes Baden-Württemberg immer wieder Kunden, ob er auch moderieren könne bzw. Moderatoren kenne, zum anderen brauchen wir immer wieder Künstler für Events bei Kunden von uns. Außerdem haben wir als Freischaffende viele Berührungspunkte von der Akquisition über das Marketing bis zur Buchhaltung.

Heute noch drei Stunden Büro und nun zum Abschluss dieser Blogeintrag. Jetzt fahre ich mit meinen Kindern und meiner Partnerin für sechs Tage nach Holland, wo wir gemeinsam mit dreien meiner Geschwister, deren Partnern und Kindern mit insgesamt 23 Personen einen kleinen Segler mit Kapitän und Matrose gebucht haben. Das gibt sicher eine gruppendynamische Erfahrung vom Feinsten. Am 7. und 8. November besuche ich dann potentielle Kunden und ab 9. November sitze ich hoffentlich in alter Frische wieder im Büro.

22Okt/110

Coole Begegnung mit Manfred Gotta

Ein inspirierender Abend mit erfolgreichen Menschen (v.l.): Industriedesigner und Gasgeber Jürgen R. Schmid, Manfred Gotta, Leonhard Fromm und SWR-Moderator Markus Brock. FOTO: SCHMIDT

Ein inspirierender Abend mit erfolgreichen Menschen (v.l.): Industriedesigner und Gastgeber Jürgen R. Schmid, Stargast Manfred Gotta, PR-Berater Leonhard Fromm und SWR-Moderator Markus Brock (hinten). FOTO: SCHMIDT

Aktuell bin ich am Limit: Am Freitag lag ich völlig verschwitzt mit Halsschmerzen, Kopfweh und Husten im Bett. Aber nachdem um 16.30 Uhr die SMS von Cherry Gehring (PUR-Keyboarder) kam, er freue sich, dass ich am Abend zu seiner Backblech-Vorstellung ins Scala nach Ludwigsburg käme, war klar, dass ich mich wieder berappe. Ganz nebenbei: Die hintergründige Musik-Comedy des Trios zu Mann-Frau-Themen ist ein brilliantes Feuerwerk an Esprit, Virtuosität und Selbsterkennung.

Die ganze Woche über bekam ich Rückmeldungen von Menschen, die mich wegen des Kachelmann-Termins auf RTL gesehen hatten oder die wußten, dass ich für Aton-Solar arbeite und mir deshalb Berichte und Links aus der gesamten Republik zusandten, wo über den Wettermoderator berichtet wurde, der nun mit dem kleinen, schwäbischen Photovoltaik-Großhändler sein Comeback inszeniere.

Manche Berichte thematisierten sogar meine Person als den PR-Mann, der den Deal eingefädelt hat. Umso schöner, dass die meisten Redakteure das Engagement wahlweise als mutig oder clever auffassen. Ich sage, mein Kunde ist beides: mutig und clever. Mit solchen Typen kann auch ich mein kreatives Potential entfalten. Etwas dreist war schon fast, dass ich mich beim Kachelmann-Date am Montag als erster verabschieden musste.

Der Grund: Bei Design Tech stand das Highlight des Jahres an, der Promintententalk mit Manfred Gotta, moderiert von SWR-Mann Markus Brock. Einerseits musste ich von dort berichten, zum anderen war ich auf den 64-Jährigen gespannt, dessen Biographie soviele Parallel zu meiner aufweist. Wobei ich mein Studium abgeschlossen habe! Aber auch dem Namenserfinder war klar, seine Dienstleistung würden clevere Betriebe brauchen.

Sehr sympathisch fand ich, wie der Namensgeber von "Twingo" oder "Targobank" erzählte, dass ihm die Schweißperlen auf der Stirn standen als er vor dem Opel-Vorstand in Rüsselsheim seinen "Vectra"-Namen präentierte. Mit diesem Kunstwort schaffte der gebürtige Hesse seinerzeit den Durchbruch. A propos Durchbruch: Diesen erlebe ich auch nach zehn Jahren noch nicht. Aber es scheint kontinuierlich aufwärts zu gehen. Heute Abend bin ich übrigens mit 20 Kunden und Freunden beim Boxen in Ludwigsburg. Denn Mittelgewichtler Dominik Britsch steht definitiv vor dem Durchbruch.

10Okt/110

Mittwoch Pressegespräch mit Klaus Töpfer

Diese Woche wird wieder ziemlich knackig: Nachdem ich schon vorige Woche täglich vielstündige Auswärtstermine hatte und viel Recherche- und Redigierarbeit am Schreibtisch, ist diese Woche von der Firma Desma in Fridingen geprägt. Der Weltmarktführer für Spritzgießmaschinen hat am Mittwoch und Donnerstag sein 7. Open House mit knapp 300 Kunden aus der ganzen Welt und Ex-UN-Umweltdirektor Klaus Töpfer als Festredner.

Der 73-Jährige ist seit März Vorsitzender der Ethikkommission für sichere Energieversorgung, die die Regierung nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima eingesetzt hat. Der frühere Umweltminister der Kohl-Regierung stellt in der Tuttlinger Stadthalle u.a. eine EU-Richtlinie vor, die wohl ab 2014 gilt und für jedes hergestellte Produkt dessen ökologische Bilanz zieht bzgl. Energie-, Materialaufwand etc.

Anschließend werde ich ein Pressegespräch mit Töpfer, der in Höxter lebt, moderieren. Beauftragt hat mich Desma-Geschäftsführer Martin Schürmann, der mich und meine Arbeit 2010 über Jürgen R. Schmid kennen gelernt hatte, der dessen neue Maschine designt hatte. Und eben diese verbraucht ca. 15 Prozent weniger Strom als herkömmliche Modelle. Und: Desma bietet ein Verfahren, das den Abfall des gespritzten Gummis halbiert.

Deshalb thematisiert die Firma das Thema ökologische Produktion zu Recht in der Branche. Und damit dies auch in den Medien seinen Niederschlag findet, wurden vor einigen Wochen wir beauftragt, erstmals auch systematisch für das Branchenevent Pressearbeit zu machen. Prompt haben wir mit einem Basistext im ersten Schritt die regionalen Medien, relevante Maschinenbauertitel und die Fachredakteure der Kunststoffbranche kontaktiert und sind durch unsere Methodik (professionelles Handwerk) und die Qualität des Themas (interessanter Kunde) auf gute Resonanz gestoßen.

Nun freue ich mich darauf, am Mittwoch Klaus Töpfer persönlich kennenzulernen. Für den Abend bin ich mit etlichen Journalisten verabredet, wie eine künftige Zusammenarbeit mit en Redaktionen aussehen könnte. Entsprechend erwarte ich, Geschäftsfhrer Schürmann mit Veröffentlichungen von der Qualität unserer Arbeit überzeugen zu können.

22Sep/110

WAZ eine Milliarde Euro Wert

Die Miteigentümerin der Essener WAZ-Zeitungsgruppe, Petra Grotkamp, will zum Preis von 500 Millionen Euro die Gründerfamilie Brost auszahlen. Laut Manager-Magazin besteht über die Eckpunkte des Deals grundsätzliche Einigkeit. Während Grotkamp eine Tochter von WAZ-Gründer Jakob Funke ist, die aktuell 16,7 Prozent Anteile am Unternehmen hält, stehen ihr auf Seiten des einstigen Mitbegründers Erich Brost mittlerweile dessen Enkel gegenüber.

Dazu muss man wissen, dass die Amerikaner 1948 nach dem Zweiten Weltkrieg Lizenzen zur Herausgabe von Zeitungen nur an zwei Demokraten gemeinsam vergaben. In der Regel musste sich ein Konservativer, z.B. von der einstigen Zentrumspartei, mit einem Sozialdemokraten zusammentun, damit die Binnenpluralität der Zeitung, sprich die Meinungsvielfalt, gewährleistet war.

Dieses Prinzip spiegelt sich in der gesamten bundesdeutschen Zeitungslandschaft wieder. Als junger Volontär und Redakteur hatte ich überall zwei Herausgeberstämme, z.B. in Aalen bei der SchwäPo Theiss und Binkowski, oder bei der NWZ in Göppingen Karl Aberle und Dr. Fritz Harzendorf. Diese Nachkriegsunternehmer waren in erster Linie Pädagogen, die mit dem Medium der Zeitung ihre Mitbürger aufklären, weiterbilden und zum demokratischen Mitbestimmen befähigen wollten.

Deren Kinder setzten in der Regel diese Tradition fort und verstanden sich nun als vierte Gewalt im Staat, die mittels investigativem Journalismus Misstände und Machtmissbrauch aufdecken wollten. Von dieser Generation habe ich mein journalistisches Handwerk gelernt. Und als studierter Theologe habe ich hier viel gelernt, weil es auch mir darum ging, Werten wie Gerechtigkeit oder Chancengleichheit "zu ihrem Recht zu verhelfen".

Die Enkelgeneration unserer Verlegen sind eher Betriebswirte. Das ist legal. Sie sehen die Zeitung als Geschäft. Seither streiten die Kollegen, ob investigativer und kostenintensiver Journalismus gut ist für dieses Geschäft. Oder ob das Geschäft mit oberflächlichen und billigen Inhalten besser geht. Und wo statt zwei Inhabern wie 1948 mittlerweile zehn und mehr Inhaber (Enkel per Erbe) mitdiskutieren, kommt meist eh nichts Vernünftiges mehr heraus. So gesehen, scheint der WAZ-Deal klug.

Und er bestätigt meine These, dass Zeitung Zukunft hat. Denn wenn Petra Grotkamp den Brosts eine halbe Milliarde Euro geben will, zeigt dies, dass sie vorhat, mit diesem Medium und seinen Aktivitäten, wozu heute meist TV, Radio, Internet, Briefservice etc. gehören, auch künftig ordentlich Geld zu verdienen. Und: Die WAZ wird dadurch wieder handlungsfähiger.