leonhard fromm der medienberater

25Jan/120

Filmtipp: Ziemlich beste Freunde

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Der französische Film ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie sich Menschen verändern, wenn sie sich aufeinander einlassen. Im Kino konnte man die Kraft regelrecht spüren, die dieser Streifen vermittelt: Von den Teenies bis zu den Omas saßen die Reihen voll und bereits nach wenigen Minuten wurde die Stimmung im Auditorium ruhig und konzentriert wie selten. Freunde erzählten mir, dass in ihren Vorstellungen, egal ob Göppingen, Mühlheim oder München, Besucher beim Abspann spontan applaudierten oder noch lange gedankenversunken sitzen blieben.

Im Kern geht es im Film darum, dass ein schwarzer Kleinkrimineller die Pflege eines aristokratischen Rollstuhlfahrers übernimmt, der nicht als Pflegefall, sondern als Mann behandelt werden will. Ebenso offen geht sein neuer Pfleger an die Aufgabe heran: Er muss Geld verdienen bzw. Interesse an einem Job nachweisen, um weiter Stütze zu bekommen. Auf dieser ehrlichen Basis begegnen sich die beiden Männer.

Was pragmatisch beginnt, wird immer mehr zur Bereicherung für beide. Der Film legt schön offen, wieviele Potenziale jeder Mensch bei sich und anderen heben kann, wenn er den Schlüsel zu seinen Gefühlen (wieder-)findet. Das Geld des Reichen wird plötzlich wieder zum Mittel, neue Möglichkeiten auszuprobieren. Und der Prolet entdeckt die leisen Töne, die Muse und das Schöne.

Ein schöner Film, der Mut macht, immer wieder an das Gute im Menschen zu glauben und sich Mühe zu geben, diese Ressourcen zu heben. Er passt aber auch gut zu meiner gestaltpädagogischen Ausbildung, in der ich seit bald zwei Jahren lerne, vor allem mich besser kennenzulernen und variantenreicher in meinen Reaktions- und Verhaltensweisen zu werden. Das macht weiter, flexibler und neugieriger.

1Dez/110

Redakteure und ihre S21-Berichterstattung

Zwei interessante Stunden habe ich gestern Abend in der Stuttgarter BW-Bank erlebt: Joachim Dorfs (Stuttgarter Zeitung), Wolfgang Molitor (Stuttgarter Nachrichten), Arno Luik (Stern), Rüdiger Soldt (FAZ), Rainer Nübel (Kontext), Robert Schrem (Flügel.tv) und Clemens Bratzler (SWR) diskutierten recht kontrovers  ihre Berichterstattung rund um Stuttgart 21. Zudem war ich neugierig auf das neue Internetformat SWRdirekt, mit dem der gebührenfinanzierte Sender selbst Social Media betreibt und damit interaktiv auf seine Zuschauer zugeht.

Unter Leitung von Birgit Wentzien, die in Berlin das SWR-Hauptstadtstudio leitet, mussten sich vor allem die Chefredakteure Dorfs, Molitor und Bratzler vor rund 100 Gästen in der BW-Kantine gegen den Vorwurf wehren, schlecht recherchiert und einseitig pro S21 berichtet zu haben. Dabei teile ich Molitors Auffassung, dass sich die Gegner tendenziell im Internet die Informationsquellen auswählen, die zu ihrer Position passen.

Deutlich machte die Diskussion - und wir Akteure wissen dies längst - , dass es keinen objektiven Journalismus gibt. Das beginnt bei dem begrenzten Wissen, das man recherchieren kann (wer prüft bspw. die Intention eines Informanten?), und endet längst nicht bei der Auffassungsgabe, dem Biss oder der selektiven Wahrnehmung des einzelnen Redakteurs. Geradezu nervig sind vor diesem Hintergrund die Verschwörungstheorien mancher Kritiker.

Am lehrreichsten für mich war das Statement eines Rentners. Die Medien hätten immer von dem 200seitigen SMA-Gutachten geschrieben, was den abschreckenden Tenor erweckt: Lest das am Besten erst gar nicht. Er aber hätte sich von den Redakteuren die ermutigende Aufklärung gewünscht, dass sich ein eigenes Bild machen kann, wer je die zehn ersten und letzten Seiten liest.

Wir Journalisten freuen uns aber traditionell an unserem Insiderwissen und an unseren Informanten und stehen in der Gefahr, unserer Eitelkeit zu erliegen, auch irgendwie mächtig zu sein. Guter Journalismus braucht deshalb vor allem viel Persönlichkeit, zu der auch Demut gehört. Das SWRdirekt-Format von gestern Abend hat mir gut gefallen. Per Twitter waren die Zuschauer stets präsent und die Schwergewichte in der Runde mussten darauf reagieren, weil Wentzien sie mit den SMS konfrontierte.

Zwar ist das Format ein weiterer Angriff auf die privat finanzierten Angebote, doch hebt es das qualitative Niveau im Netz wie hoffentlich auch dieser Blog. Denn die Erfahrung mache ich auch bei meinen Kunden: Fast kein Nicht-Redakteur kann gute Inhalte produzieren. Wen wundert's: Ich kann ja auch nicht, was meine Kunden können. Handwerk muss man lernen - und Persönlichkeit entwickeln. Überall.

26Okt/110

Polizeiführer Manske und die Demo-Kultur

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Das Video von der Demonstration in Berlin gegen die anonyme Börsenwelt und den globalen Kapitalismus, die vor Wochen unter "Occupy Wall Street" in New York ihren Anfang nahm, möchte ich meinen Lesern unbedingt zeigen. Denn hier zeigt sich das sympathische und menschliche Anlitz unserer Gesellschaft. Die Occupy-Bewegung, die sich quer durch die internationale, bürgerliche Gesellschaft zieht, hat nämlich auch eine eigene, sehr demokratische Kommunikationskultur hervorgebracht.

Auch viele Unternehmer, die ich persönlich kenne, sind sehr verärgert darüber, dass die Finanzwelt längst nicht mehr die reale Ökonomie abbildet. Selbst Investmentbanker, die Teil dieses Börsensystems von Derivaten, Optionsscheinen und Private Equity sind, mischen sich in ihrer Mittagspause unter die Demonstranten. Für diese Protestkultur würde ich mir gerne Zeit nehmen und einmal wöchentlich nach Stuttgart fahren.

Auch Polizeiführer Manske, so legt das Video nahe, hegt Sympathie für die Protestler. Kein Wunder, ist doch auch er Teil der Gesellschaft und des  Finanzsystems. Wie auch ich. Schließlich ist meine monatliche private Altersvorsorge in Form einer Lebensversicherung (Presseversorgungswerk) und einer Sparrate in Aktien- und Rentenfonds Teil der gigantischen Finanzströme, die auf der Suche nach Rendite um den Globus jagen.

Mir persönlich war dabei schon immer Werterhalt wichtiger als Rendite, weil Gier frisst Hirn (und Charakter). Und in erster Linie auch nur deshalb, weil ich im Alter niemandem Kosten verursachen möchte. So gesehen würde ich am liebsten direkt - unter Umgehung des Presseversorgungswerks und der Fonds - in Menschen (und Firmen) investieren, die dann ihrerseits im Alter mich unterstützen.

Ich mag den modernen Kapitalmarkt nicht, den ich ohnehin - trotz Bildung und rascher Auffassungsgabe - kaum mehr verstehe. Mir sind überschaubare Genossenschaften, die etwa in regenerative Energien oder Wohnbausanierung investieren, zehnmal lieber. Gottvertrauen und soziale Netzwerke geben gleichfalls viel wärmer als viel Geld in einem einsamen, von Inflationsängsten geplagten Alter. Occupy also Wall Street - ich bin dabei!

1Okt/110

PUR-Keyboarder gastiert mit Backblech

Gemeinsame Mittagspause beim Gestaltpädagogikkurs in Untermarchtal: PUR-Keyboarder und -Sänger Cherry Gehring (l.) und PR-Berater Leonhard Fromm. FOTO: Ein PASSANT

Gemeinsame Mittagspause beim Gestaltpädagogikkurs in Untermarchtal: PUR-Keyboarder und -Sänger Cherry Gehring (l.) und PR-Berater Leonhard Fromm. FOTO: Ein PASSANT

Mit PUR-Keyboarder Cherry Gehring macht ein weiterer Freiberufler mit mir die gestaltpädagogische Ausbildung, über die ich bereits mehrfach in meinem Blog geschrieben habe. Was ich bis dahin nicht wußte, bei den Bietigheimern Bandmitglied zu sein, ist kein Fulltime-Job. Denn wenn keine neue CD eingespielt wird und die Band nicht auf Tournee ist, haben auch die Musiker frei, sofern sie nicht wie Hartmut Engler neue Songs komponieren oder die Band als Unternehmen managen.

So wundert es nicht, dass Cherry, der mit bürgerlichem Namen Frank heißt und im Remstal wohnt, noch diverse andere Projekte macht, von denen sein Comedy-Ensemble Backblech vermutlich das bekannteste ist. Das Trio, das vor allem die Beziehungen von Mann und Frau thematisiert und in dem Cherry selbstverständlich auch als Sänger brilliert, gastiert am Freitag, 21. Oktober, im Scala in Ludwigsburg.

Für den Abend habe ich bereits zehn Karten für mich und Freunde gebucht. Auch einige Kolleginnen aus unserem Gestaltpädagogikkurs wollen kommen. Doch keine Sorge: Der Saal fasst 400 Zuschauer. Wenn Sie also auch Cherry mal als hintergründigen und tiefsinnigen Wortakrobaten erleben (oder mich treffen) wollen, dann kommen sie einfach auch. Im Scala gilt freie Platzwahl. Wir können uns also zum Fan-Block formieren. Denn ich habe diesen liebenswerten Sänger mit dem markanten Kontertenor längst in mein Herz (!!!) gelassen.

26Sep/110

Die Verwandlung – Kinofilm zum Lernen

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Mit Ein Sommersandtraum habe ich am Samstag im Kino den skurilsten Film seit langem gesehen: Benno, ein zwanghafter, narzistischer Angestellter, bescheißt seine Kollegen und ist besonders ekelhaft zu seiner Nachbarin Sandra, die abends für einen musikalischen Auftritt probt. Was ihm zu Beginn gar nicht auffällt: Er verliert immer mehr Sand. Je mehr er lügt, desto stärker rieselt der Sand aus ihm heraus.

Mehr noch: Benno verliert an Gewicht, weil er sich mit seiner boshaften, egozentrischen Art immer mehr in Sand auflöst. Am intensivsten passiert es nachts, wenn er erotisch von Sandra träumt, die er tags über als hässlich und "völlig talentfrei" beschimpft. Allmählich dämmert dem perfektionistischen Pedanten, dass seine Selbstauflösung mit Sandra zu tun hat, die sich durch Dünen von Sand zu ihm in seine Wohnung vorkämpft, wo er im Sand fast erstickt.

Geradezu dramatisch aber erlebt der Zuschauer mit, wie Benno in seinen alten Mustern verhaftet bleibt. So wendet sich auch Sandra von ihm ab. Kurz bevor er vom Sand überschüttet ist, seine Beine sind bereits zu Sand geworden, robbt Benno mit letzter Kraft vor Sandras Tür, wo er sich zärtlich flüsternd vollends in ein Sandhäufchen auflöst. Zu spät hat er erkannt, dass nur die Liebe, die hinter die Fassade eines Menschen blicken lässt, das Dasein lebenswert macht.

Bei aller Skurilität und Absurdität ist der Film des Schweizer Regisseurs Peter Luisi gleichermaßen romantisch und lustig. Er erinnert mich im wahrsten Sinn des Wortes an meine gestaltpädagogische Ausbildung, weil hier ein Kotzbrocken die Gestalt von Sand annimmt, da er nicht rechtzeitig sein Wesen ändert. Ein Sommersandtraum ist wunderbar durchgeknallt, erinnert mich von der Handlung her an Franz Kafkas "Verwandlung" und von der Dramaturgie her an Alfred Hitchcocks "Die Vögel."

18Sep/110

Innovationsallianz auf Youtube

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Neben klassischer Pressearbeit in Stuttgarter Zeitung, Stuttgarter Nachrichten oder bw Woche, vormals Staatsanzeiger, also typischen Medientiteln, die Landespolitiker regelmäßig lesen, bringen wir die Allianz auch in IHK Magazine, wo einzelne Institute ihren Sitz haben (regionale Relevanz), oder in Fachzeitschriften. Dann nämlich, wenn Firmen einzelner Branchen vom Technologietransfer profitieren.

Bei der Präsentation in Stuttgart haben wir aber auch eine Film produziert und unter anderem bei Youtube eingestellt, um das komplexe Forschungsthema auch zu visualisieren. Denn bewegte Bilder sagen mehr als tausend Worte, sind zudem leichter verdauliche Kost und die Innovationsallianz ist auf diese Weise auch auf Youtube vertreten. Und per Suchbegriff dort auffindbar. Das ist Teil unseres Social Media-Services, den wir für immer mehr Kunden erbringen.

9Sep/1110

Ton sagt mehr als tausend Worte

Blind getöpfert, weil unser Körper mehr weiß als der Kopf: Im Plenum arbeitet unser Trainer und Gestalttherapeut Robert Michor mit jedem einzelnen von uns.

Blind getöpfert, weil unser Körper mehr weiß als der Kopf: Im Plenum arbeitet unser Trainer und Gestalttherapeut Robert Michor mit jedem einzelnen von uns und dessen Skulptur.

Haben Sie schon mal getöpfert? Blind? Während der fünften Kurseinheit meiner zweijährigen Ausbildung in Gestaltpädagogik habe ich genau dies am Montag getan. Mit einer Binde über den Augen, am Boden knieend zusammen mit den 31 anderen Teilnehmern meines Kurses, komme ich mir zunächst vor wie ein Guantanamo-Gefangener. Doch der Kopf mit seinem ewigen Hirnen und seinem "Wissen" ist nach wenigen Minuten abgeschaltet.

Als meine Hände mit dem feucht-kühlen Lehmklotz in Kontakt kommen, bleibt ein letztes Gefühl von "in Kunst war ich schon immer schlecht" und "das wird doch eh nix Vernünftiges". Und während ich den Ton knete und meine Handwärme ihn geschmeidig macht, beginne ich intuitiv zu formen. Meine Hände werden eins mit dem Ton, meine "Arbeit" kommt in Fluss. Ich fühle mich gut. Sehr gut.

Für weitere Details ist mir dieses Forum zu intim. Fakt ist, dass ich am Ende eine Skulptur geschaffen habe, die meine Kollegen tags darauf in der Gruppenarbeit an "Aufbruch" und "Häutung" erinnert. Und tätsächlich wird mir in diesen vier sehr intensiven Tagen mittels Tonen, Tanzen, Singen, Berühren und Hören (eben nicht nur Kopf und Ratio) bewusst, dass ich meinen Krieger (Durchsetzen) und meinen König (Regeln halten) häufiger ausruhen lassen kann und dafür den Liebenden (Mitfühlen, beim andern sein) und den Magier (Experimentieren) in mir stärker kultiviere.

So werde ich in der Begegnung mit Menschen und Sachverhalten flexibler und letztlich "effizienter". Am letzten Kursabend probiere ich es aus: Vier Bilder liegen im Saal aus. Es geht um Fritz Riemans "Grundformen der Angst". Spontan sollen wir uns zuordnen. In den vergangenen 20, 30 Jahren bin ich in solchen Situationen zu dem Bild, das mir am meisten sagt. Und war sogar stolz, dies so genau und rasch zu wissen.

An diesem Abend gehe ich zögerlich zu dem Bild, das mir am wenigsten sagt. Ich fühle mich gut, erstmals mein Muster durchbrochen zu haben. Von den Frauen, die mit mir bei diesem Bild stehen, das den meisten vertraut ist, erfahre ich interessante Aspekte. Und: Ich sehe plötzlich auch in diesem Motiv, das mich an einen wehrlosen Embryo erinnert, Züge von mir selbst: Er will sich entwickeln. Und wenn ich genau hinschaue, sehe ich ihn lachen. Humor ist auch mir vertraut und wichtig.

Beglückt und um viele Erfahrungen und Erkenntnisse reicher, bin ich gestern an meinen Schreibtisch zurückgekehrt. Nun gilt es, das Neue in meinen Alltag zu integrieren, wach zu halten und immer wieder mal auszuprobieren. Mein Team jedenfalls ist ganz neugierig, was geht, was ich erzähle und wie ich mich verändere. Vom 3. bis 7. Januar geht es weiter. Dann heißt das Thema "Trommeln und Masken."

2Sep/110

der Kärcher unter den PR-Agenturen

Was bisher nur meinen Kunden widerfuhr, dass nämlich den tüchtigen Mittelständlern Konzerne wie Daimler, Porsche oder Festo im Aufschwung die Leute abwerben, habe nun auch ich erlebt. Heute morgen "gestand" mir meine freie Mitarbeiterin Anne, dass sie am 1. Oktober bei Kärcher in Winnenden in der Kommunikation beginnt.

Der 28-Jährigen, die noch während ihres Studiums bei uns gejobbt und das Recherchieren und Schreiben gelernt hatte, fiel es sichtlich schwer, mir das zu sagen. Klar kommt ihr Abgang menschlich immer und beruflich gerade jetzt zur Unzeit. Eben erst hatte eine neue Kollegin bei uns hereingeschnuppert, die wir dringend brauchen können, weil wir dieses Jahr einen super Lauf haben.

Dennoch nahm ich die Nachricht sportlich: Denn die Abwerbung bestätigt mir, auf welch hohem Niveau wir arbeiten und was entwicklungsbereite Menschen bei mir (und von mir) lernen können: Vor gut einem Jahr hatte ich Anne einen langjährigen Kunden anvertraut, der mir wichtig war, der aber budgetmäßig nicht mehr ins Gefüge passte.

Monate später kündigte der Kunde, weil er sich "von dem Mädle" nicht ordentlich bedient fühlte. Seit Juni hingegen hatte Anne, die fast ihr komplettes Studium als H&M-Verkäuferin finanziert hatte, bei uns eigenständig drei (große) Kunden betreut und einen guten Job gemacht. Mal sehen, wie ihr die Konzernstrukturen im Remstal passen.

Ins Schleudern bringt mich und unsere Kunden die Personalie aber nicht. Wir haben mehrere Optionen. Vielleicht ziehe ich gleich mal zwei oder drei, quasi auf Vorrat. Glücklicherweise interessieren sich immer mehr charakterlich fitte Leute für einen Job bei uns. Und: Wahrscheinlich muss ich die Honorare erhöhen, um unsere Leute noch besser halten zu können. Und wenn erst mal klar ist, dass der-Medienberater.de der Kärcher oder Mercedes unter den PR-Agenturen ist, wird ohnehin niemand mehr gehen.

31Aug/110

Freude am Erfolg unserer Kunden

Handwerksbäckerei Mack: Klare Anweisung und sympathische Firmenkultur.

Handwerksbäckerei Mack: Klare Anweisung und sympathische Firmenkultur.

Beim Rundgang durch die Produktion meines Westhausener Kunden Mack fiel mir der riesige Kistenstapel mit dem handgeschriebenen Zettel (Foto) auf. Der Grund: Die erste Botschaft "Finger weg" weist darauf hin, dass hier in der Produktion samt Versand, wo rund 120 Menschen arbeiten, ein rauer Umgangston herrscht. Hier wird verbal nicht lange herumgeeiert, sondern in klaren Worten gesprochen. Es geht aber weiter. Die zweite Botschaft lautet "abgezehlt". Der Mitarbeiter also, der auf den ersten Blick seine Kollegen so anherrscht (und dessen Kernkompetenz nicht in deutscher Rechtschreibung liegt), begründet seinen Imperativ auch, so dass andere in der riesigen Halle sich nicht seiner Willkür ausgesetzt fühlen. Denn tatsächlich befinden sich in den Plastikboxen Backwaren in unterschiedlicher Zahl, abhängig vom Bestimmungsort, der auch auf jeder Kiste prangt.

In der dritten Zeile aber kommt, was vermutlich den eigentlichen Erfolg der Bäckerei Mack (630 Jobs, 42 Filialen, 25 Mio. Euro Umsatz) ausmacht: "Danke". Der Autor dieser Zeilen, der offenbar im Unternehmen auf unterer Ebene Verantwortung trägt, kostet nicht seinen Status aus, sondern bedankt sich bei seinen Kollegen, dass sie seinem Anliegen folgen. Vermutlich gefällt mir das Beispiel so gut, weil ich selbst so ticke: Klare Ansage - Begründung (beides Sachebene) - Wertschätzung (Beziehungsebene). Mit diesem Dreischritt (ein anderer lautet Sehen - Urteilen - Handeln) ist Erfolg geradezu vorprogrammiert.

A propos Erfolg: Unsere Kooperation mit Wettermoderator Jörg Kachelmann, die wir für unseren Photovoltaik-Großhändler Aton-Solar so dezent begonnen haben, um uns bis November zu steigern, ist auch schon von positiver Internetresonanz gekrönt. Nachzulesen auf der Online-Plattform Photovoltaik-Guide. Na da kann ja eigentlich nichts mehr schiefgehen.

29Aug/110

Wie schön könnte Zusammenleben sein

Derzeit habe ich etliche Ideen, worüber ich im Blog schreiben könnte. Das meiste hat beruflichen Kontext. Zum Beispiel auch das heutige Kachelmannwetter mit Aton-Solar-Bezug aus einem Passbild-Selbstbedienungsautomaten heraus finde ich sehr kultig. Und dennoch möchte ich dieses Video in den Mittelpunkt stellen, das schon mehr als 1,7 Millionen User angeklickt haben:

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Das dreiminütige Filmchen bestätigt mein Weltbild, dass nämlich eigentlich - egal welche Religion, Rasse oder Kultur - die Menschen überall friedliche, neugierige und witzige Wesen sind, die sich und anderen nur das Beste wünschen. Gerade, wenn man weiß, wieviel Unheil die amerikanische Außen- und Kriegspolitik über die Welt bringt (und zu deren Verschuldungskrise beiträgt), tut es gut, US-Amerikaner auch in diesem sympathischen Zusammenhang zu sehen.

Übrigens: Afghanen, Iraker oder Libyer würden sich sicher in derselben Situation ähnlich verhalten: Friedlich, neugierig und witzig. In diesem Sinne: Gute Unterhaltung und seien sie vorsichtig, wenn Menschen Ihnen gegenüber pauschal von der Islam, die Amerikaner oder das Christentum reden. Es gibt immer alles - und das meiste ist gut.