leonhard fromm der medienberater

18Jul/110

Deutsche Messe-Chef bei Design Tech

Gute Kontakte: Deutsche Messe-Chef Ernst Raue (oben neben Gastgeber Jürgen R. Schmid im weißen Anzug) gibt Hintergründe zum internationalen Messegeschäft in kleiner Runde. Und ich (vorne 2.v.l.) kann dabei sein.

Gute Kontakte: Deutsche Messe-Chef Ernst Raue (oben neben Gastgeber Jürgen R. Schmid im weißen Anzug) gibt Hintergründe zum internationalen Messegeschäft in kleiner Runde. Und ich (vorne 2.v.l.) kann dabei sein.

Es war eine beeindruckende Veranstaltung im Rahmen von Yxento: Der 56-jährige Chef der Deutsche Messe AG, Ernst Raue, plauderte am Donnerstag in Ammerbuch auf Einladung von Jürgen R. Schmid in kleiner Runde. Der Hannoveraner Landwirtssohn und der württembergische Industriedesigner kennen sich seit vielen Jahren. Denn Raue ist nicht nur seit 2000 Vorstand der Deutsche Messe AG mit hervorragenden internationalen Kontakten. Der Erfinder der Cebit ist auch Vorsitzender der Designjury, die jährlich die begehrten iF-Awards vergibt, von denen Schmid einige Dutzend in den unterschiedlichen Kategorien bereits erworben hat.

Besonders beeindruckte mich Raues natürliche und bescheidene Art, mit der er mir anbot, mich bei der weiteren Internationalisierung meiner Pressekontakte zu unterstützen. Interessant fand ich auch, dass er den Unternehmern, die zum Teil bis zu 60 Messen pro Jahr beschicken, bewußt machte, dass es viel mehr darauf ankommt, den Interessen der Besucher nach Information, Emotion und Unterhaltung gerecht zu werden statt selbst etwas verkaufen zu wollen.

23Mai/110

Boxer Britsch besiegt auch 23. Gegner

Eigentlich sind es zwei schlechte und nur eine gute Nachricht. Fangen wir beim Besten an: Mittelgewichtsboxer Dominik Britsch hat in Los Angeles auch seinen 23. Gegner, den US-Amerikaner Delray Raines, durch technischen k.o. in der fünften Runde klar besiegt. Zuvor war Raines nach schweren Treffern dreimal angezählt worden.

Doch während der 23-jährige Neckarsulmer mal wieder nur im Vorprogramm boxte, unterlag Hauptkämpfer Artur Abraham auch im dritten Fight des Super-Six-Turniers. Dieses Mal besiegte ihn WBA-Weltmeister Andre Ward sehr überzeugend, nachdem der gebürtige Armenier und Ex-Weltmeister 2010 bereits  beide Kämpfe im Rahmen des Turniers verloren hatte, dessen Sieger 20 Millionen Euro Siegprämie winken.

Die schlechteste Nachricht für den deutschen Boxsport insgesamt war vorige Woche in der Süddeutschen nachzulesen. Demnach wird die ARD den 54 Millionen Euro schweren TV-Vertrag mit Box-Promoter Winfried Sauerland, mit dessen Berliner Boxstall Britsch seit der elften Klasse einen Profivertrag hat, vermutlich nicht über 2013 hinaus verlängern. Der Grund: Der mächtige WDR-Verwaltungsrat lehnt den Deal ab. Laut Südeutsche einerseits, weil er im Boxen keinen öffentlichen Auftrag sieht, vor allem aber, weil Programmchef Volker Herres allzu eigenmächtig die Verlängerung bis 2015 bereits in Aussicht gestellt habe.

Pikant an der Sache: WDR-Intendantin Monika Priel, derzeit amtierende ARD-Vorsitzende, hatte dem Deal im Februar 2010 bereits zugestimmt. Demnach handelt es sich nun um einen Aufstand des Verwaltungsrats, der die Interessen der Gebührenzahler (ehrenamtlich) vertritt, gegen die professionellen Programmmacher und deren Ehrgeiz. Bereits im Sommer 2010 hatte das ZDF die Zusammenarbeit mit dem Hamburger Boxstall Universum, wo bis dahin Firat Arslan unter Vertrag stand, beendet. Arslan arbeitet nun punktuell mit Mehmet Önder zusammen.

20Mai/110

Ein Plädoyer für die Männer

Abgewählt, weil sie für Männer war: Monika Ebeling.

Abgewählt, weil sie für Männer war: Gleichstellungsfrau Monika Ebeling.

Das ging ins Auge: Diese Woche hat der Gemeinderat von Goslar die Gleichstellungsbeauftragte Monika Ebeling abgewählt. Den Antrag dazu hatten die zwei Linken im Stadtparlament gestellt, die von Grünen, SPD und anderen unterstützt wurden. Und warum? Weil die 48-jährige studierte Sozialarbeiterin sich für (diskriminierte) Männer stark machte.

Und das ging so: Im April 2010 kritisierte die vierfache Mutter, dass in einer Ausstellung über häusliche Gewalt zwar Leser, Netzwerkerinnen etc. jeweils in beiden Geschlechterrollen angesprochen wurden, auf den Schautafeln Täter per se aber immer männlich und Opfer per se immer weiblich dargestellt wurden. Zudem stammten sämtliche Ausstellungsobjekte aus Frauenhäusern, so dass gar keine Exponate zu erwarten gewesen seien, die auch Gewalt gegen Männer thematisieren.

Mit ihrer objektiven Kritik machte sich Ebeling schon damals unbeliebt. Vom Geschlechterkampf in Goslar war die Rede. Traurig untermauert wurde die Haltung der differenzierten Gleichstellungsbeauftragten als eine 34-jährige, psychisch kranke Mutter in der Nähe der Kreisstadt ihre beiden Kinder umbrachte. Doch statt Unterstützung verstummte lediglich die Debatte.

Doch Ebeling, die einen eigenen Blog betreibt, gab nun dem Streit um ihre Person und ihre Ansichten neue Nahrung: Kreissparkasse und Bäckerinnung unterstützten im April eine "Kinderschutzwoche" des örtlichen Kinderschutzbundes. Dort hieß es auf Brötchentüten "Gewalt gegen Frauen und Kinder kommt nicht in die Tüte". Auch hier mahnte die kommunale Angestellte an, Gewalt gegen Männer sei demnach wohl zulässig.

Diese Kritik kam überhaupt nicht gut an. Und während der Geschlechterstreit bundesweit durch die Medien ging, beraumte der Gemeinderat eine Sitzung an, in der über Ebelings berufliche Zukunft entschieden werden sollte. Als "nicht tragbar" in diesem Amt wurde die Beauftragte abgewählt. Vielleicht ist das so richtig. Persönlich möchte ich aber anmerken, dass ich in  meiner zweiten Ehe viel Gewalt gegen mich erlebt habe: Wenn meine Frau nicht mehr mit mir geredet hat, keine Argumente für ihr Handeln geliefert hat, ihre Unterstellungen und Projektionen nicht hinterfragt werden durften - und die Kinder gleich mit auf ihre Seite nahm. Logisch, Mamas sind eben wichtig und analytische Väter erst viel später verstehbar, wenn überhaupt.

22Apr/110

Neuer Kunde ab Mai mit 553 Mitarbeitern

Ein echter Macher: Hans-Günther Mack.

Ein echter Macher: Hans-Günther Mack beliefert auch den FC Bayern.

Hans-Günther Mack passt wundervoll in unser Kundenprofil: Mit 553 Mitarbeitern und 40 Filialen in Ostwürttemberg und darüber hinaus hat seine Bäckerei mit Sitz in Westhausen die ideale Größe für unsere Agentur. Und dass er bis Heiligendamm bundesweit elf 5-Sterne-Häuser, den FC Bayern und sämtliche ICE-Fernzüge mit Brot und Brötchen beliefert, macht ihn interessant für uns (und damit für die Medien).

Mehrmals bereits hat der 52-Jährige Papst Benedikt in Rom mit Brot beschenkt und 2010 verkaufte der Macher in Chicago, dem weltweit größten Weihnachtsmarkt, Zimtsterne und Früchtebrot, um sich in den USA neue Vertriebswege zu erschließen. Soviel unternehmerische Dynamik gefällt mir. Dabei setzt der gelernte Bäckermeister ganz auf traditionelle Handwerksfertigkeiten und regionale Produkte reinster Güte.

Mehr noch: An der ersten Mail, die ich von ihm erhielt, hing folgender Nachspann: "Du kannst die Welt mit jedem Bissen verändern. Du kannst dreimal täglich abstimmen. Kauf' Produkte von Firmen, die Arbeiter, Tiere und die Umwelt mit Respekt behandeln. Wähle Lebensmittel, die Saison haben. Kauf' biologische Lebensmittel. Erkundige Dich nach Herkunft und Zutaten. Lies das Kleingedruckte auf den Etiketten. Kauf' Nahrungsmittel aus der Umgebung. Kauf' auf Märkten. Leg' einen Garten an, sei er auch noch so klein. Koch' mit Deiner Familie und esst zusammen. Setz' Dich an Deiner Schule für gesundes Essen ein. Erkundige Dich bei Politikern nach den Sicherheitsstandards für Lebensmittel. Wenn Du betest, bitte um Speisen, die uns und den Planeten gesund erhalten. Du kannst die Welt verändern. Jeder Biss hat Folgen." (offenbar zitiert nach Michael Pollan)

Ab Mai ist Mack unser neuer Premium-Kunde. Er ist dann der 20., der es uns mit einer monatlichen Pauschale ermöglicht, mittlerweile zu fünft nach ethischen Prinzipien unserer Arbeit nachzugehen, um auch ihn, seine Produkte und Arbeitsprinzipien bekannter zu machen. Damit er nämlich auch morgen noch den Umsatz hat, den er braucht, seinen Mitarbeitern, Kunden und Werten gerecht zu werden. Brot ist ein wunderbares - auch biblisches - Produkt. Auf gute Zusammenarbeit, lieber Herr Mack.

28Feb/110

Keine Alternative zu ethischen Werten

Ohne ethische Werte im globalen Maßstab, so Prof. Prabhu Guptara, werde die Welt schon bald in die nächste Wirtschaftskrise stürzen. Der Finanzexperte, der unter anderem die Weltbank berät, sprach vorige Woche auf dem 7. Führungskräftekongress in Nürnberg. Der 61-jährige Inder mit britischem Pass, der seit 15 Jahren in der Schweiz lebt, malte vor 3800 Teilnehmern ein düsteres Bild darüber, ob die Staatengemeinschaft sich auf solche Regeln werde einigen können.

Ein gangbarer Weg, so der vierfache Vater, könne sein, im eigenen Unternehmen ethische Regeln zu erstellen. Wenn diese die gesamte Belegschaft zu leben bereit sei, könnten diese auf Partnerunternehmen, Kunden und Lieferanten übertragen werden quasi als Basis für eine Zusammenarbeit. So könnten Werte in konzentrischen Kreisen die globale Gesellschaft durchdringen. Der Kosmopolit gab aber zu bedenken, dass es kontinental kulturell unterschiedliche Werte gibt. Zuversichtlich war er dagegen, dass sich Christen, Moslems, Hindus oder Buddhisten recht schnell auf ethische Werte und deren Sinnhaftigkeit verständigen könnten.

Am Rande der Pressekonferenz mit Friedhelm Loh (Rittal) und Manfred Maus (Obi), die über die praktische Seite ethischer Führung ihrer Unternehmen sprachen, nutzte ich die Gelegenheit, mich mit Guptara fotografieren zu lassen. Der Kongress bot vom 23. bis 26. Februar viele Gelegenheiten, christlichen Unternehmerpersönlichkeiten zu begegnen und deren Vorträge zu hören, wie sie mit Gott an ihrer Seite gute (= ehrliche) Geschäfte machen.

Horst Schulze, deutscher Gründer der US-Luxus-Hotelkette Ritz Carlton mit 78 Häusern in 23 Ländern, betonte:  Jede Entscheidung, die er treffe, müsse gleichermaßen gut für Mitarbeiter, Gäste, Aktionäre und die Gesellschaft generell sein. Die Grundlage sei für ihn als Christen sehr einfach, weshalb er für die Bibel dankbar sei: Die Entscheidung muss gut für seinen Nächsten sein. Der nächste Führungskräftekongress findet vom 17. bis 19. Februar 2013 in Leipzig statt.

4Feb/110

Jüngste Kinder sind gute Netzwerker

Geschwister mit verwitweter Mutter (v.l.): Hans-Albrecht, Angela, Leonhard, Maja und Peter. Fragen Sie sich manchmal auch, warum Sie sind wie Sie sind? Und von wem Sie welches Talent und welche Schwäche haben? Besonders reizvoll macht solche Analysen, wenn man viele Geschwister, Onkel, Tanten, Nichten, Neffen und eigene Kinder hat, weil man dann aus dem Genpool mehr sieht. Und auch besser sieht, welche Werte in der Erziehung und im sozialen Umfeld besonders prägend (evtl. auch besonders hinderlich) waren.

Am dankbarsten bin ich meinen Eltern für meine vier Geschwister (auf dem Foto rechts und links von mir mit unserer verwitweten Mutter im Sommer 2010), die mir wiederum je zwei Schwägerinnen und zwei Schwager sowie elf Nichten und Neffen, darunter mein Patenkind, beschert haben. Durch die Vielzahl an Geschwistern lassen sich auch die Positionen schön ausdifferenzieren. Heißt in meinem Fall, dass als Jüngster von fünf gleich vier ältere Geschwister "über" mir stehen bzw. eben einfach schon da waren und Raum in Anspruch nahmen.

Nun habe ich - mal wieder in einer Zeitung (!!!) - gelesen, dass jüngste Kinder die geborenen Netzwerker sind, die über viele Kontakte verfügen und kommunikationsstark sind. Aha, trifft ja wohl zumindest in meinem Fall zu. Und was weiß die Forschung sonst so? Von den Ältesten gibt es die meisten Fotos, weil die Eltern da noch alles knipsen. Der Älteste will auch brav sein und alles Recht machen, während der Zweite schon trickreich ist, um gegen den Ersten anzukommen. Die Zweiten gelten als Konfliktlöser mit angenehmem und indirektem Führungsstil.

Und während Einzelkinder gut mit älteren und jüngeren Menschen kommunizieren können, werden Dritte gerne übersehen, was zu Konflikten führt. Vierte wiederum sind den Ersten ähnlich. Auch sie besuchen gerne Vorträge und wollen mehr wissen, um die Welt zu verbessern. Tja, und über den Fünften bzw. Jüngsten haben wir ja bereits gesprochen. Für meine Leser vielleicht auch zur Erklärung: Meine Brüder Hans-Albrecht und Peter sind 15 und 13 Jahre älter als ich und als Schulleiter und Gemeindeleiter ausgeprägte (soziale) Alphatiere. Das prägt.

17Dez/100

Marietta Slomka: Nichts zu berichten

Seit Jahren begleitet mich der Adventskalender des Hambuerger Vereins andere Zeiten mit seinen täglichen Impulsen durch die Vorweihnachtszeit. Und oft freue ich mich schon am Vorabend (spicken ist nicht erlaubt), was wohl der nächste Tag bedenkenswertes bringt. Diesen Montag (13.12.) traf das Thema exakt mein Berufsthema. Es wurde, entnommen der Wochenzeitung "Die Zeit", ein Traum der heute-Nachrichtenmoderatorin Marietta Slomka gedruckt.

Sie träumt, das heute-journal falle aus, weil es weltweit keine schlechten Nachrichten gibt. Es gibt nichts u vermelden. Um sicher zu gehen, nichts zu verpassen, zappt die Moderatorin zu n-tv, wo das Wetter läuft, und zu N24, die eine alte Tierdokumentation senden. Schon rufen tausende Zuschauer an, wo die schlechten Konjunkturdaten und die Terroropfer blieben, weshalb das ZDF eine Sondersendung bringt "Nichts ist das Neue. Wie wir ab sofort ohne News leben müssen."

Doch RTL wird auch jetzt seinem Image gerecht und vermeldet "Ruhe vor dem Sturm: Geheimnisvoller Frieden erschüttert die Welt. Tausende eporter bald ohne Arbeit?" Und die Nachrichtenagentur dpa vermeldet "Bild hat Hinweise auf  Kollaboration von friedvollen Elementen weltweit", während die ARD-Direktoren schon ihren Programmauftrag und die Gebühren in Gefahr sehen. Und verschiedene Agenturen und Kommentatoren spekulieren und deuten. Tags darauf werden die höchsten Einschaltquoten aller Zeiten gemessen. Klar, schließlich wollte jeder dabei sein. Live. Wie mich manchmal mein eigener Berufsstand nervt. Danke, Marietta!

15Dez/100

Kantig und authentisch in die Medien

Aktuell telefoniere ich bundesweit sämtliche TV-Talk-Formate ab, um einen unserer Kunden dort als kantigen und provokativen Mittelstandsvertreter zu platzieren. Denn es müssen ja nicht immer dieselben Köpfe sein wie etwa Wolfgang Grupp (Trigema) oder Ernst Probst (Liqui Moly). Teils gibt es aber überhaupt keine Telefonnummern, damit die Redakteure, die potentielle Talker casten, in Ruhe arbeiten können. So darf man nur mailen und kann sich freuen, wenn überhaupt eine Reaktion kommt.

Der Stuttgarter Schauspieler Walter Sittler bspw. hat es mit seinem Protest gegen Stuttgart21 in die Talk-Shows geschafft. Mit seinem Nein zur Untertunnelung des Bahnhofes ist er zur Marke geworden und hat dem Bürgerprotest ein Gesicht gegeben. Mit Sicherheit ist dadurch auch sein Marktwert gestiegen, weil dieser ähnlich eng mit der Bekanntheit zusammenhängt, wie bspw. mein Blog mit den täglichen Klicks.

Jon Christoph Berndt, Politologe und Journalist aus München, ermuntert Talker, profiliert ihre Meinung zu artikulieren. Denn wenn eine Persönlichkeit authentisch und werteorientiert auftritt, goutieren Zuschauer (und Leser) auch kantige Positionen. Letztlich sind sie die Würze in jedem Talk, der von kontroversen Debatten und neuen Gedanken lebt. So kommt man eventuell ins Casting - und letztlich in die Show, was Typen wie Jürgen Todenhöfer (Politikerkritik) oder Thilo Sarrazin (Ausländerkritik) mit ihren steilen Thesen belegen.

Über solche Inhalte und Botschaften, die meist über das berufliche Profil hinausgehen (Todenhöfer engagiert sich sozial in Afghanistan), machen sich die Promis zur Marke. Dieser Status gewährt ihnen dann viele Freiheiten. So hat Sarrazin letztlich nur damit überzogen, dass er mit Rassentheorien argumentierte, was nun wirklich Quatsch ist.

Viel vorsichtiger dagegen müssen sich Promis bewegen, die ihren Zenit längst überschritten haben. So muss sich eine Ingrid Steeger darauf beschränken, aus ihrem Leben als Hartz IV-Empfängerin zu berichten, sonst wird sie vom Publikum rasch als nervige Querulantin abgelehnt. Oberstes Gebot auch für Talker bleibt: Sie müssen authentisch sein.

26Nov/100

Migration: Ausstellungstipp in Böblingen

Ausstellung öffnet morgen in Böblingen.

Über den türkischstämmigen Fotografen Yakup-Zeyrek, der am Montag auf Burg Staufeneck fotografiert hat, bin ich auf eine Ausstellung aufmerksam geworden, die morgen (27.11.) um 17 Uhr in der Böblinger Galerie Contact (Marktgässle 4) eröffnet wird. Bis 23. Dezember sind dort unter dem Titel "Baba zeigt Gesicht" 26 Porträts türkischstämmiger Väter zu sehen, die etwas über ihre Herkunft, ihren Alltag in Deutschland und ihre Kinder erzählen.

Hintergrund der Ausstellung ist ein 2005 initiierter Gesprächskreis für Eltern mit Migrationshintergrund. Weil dort aber nur Mütter zusammenkamen, machten sich die Initiatoren des sozialtherapeutischen Vereins gezielt auf die Suche nach Männern. Ende 2008 trafen sich dann erstmals türkischstämmige Männer zum Kennenlernen, Erfahrungsaustausch und zu Vorträgen und Referaten. Buchen kann man die Ausstellung unter Tel. 07031/605889 beim Verein.

24Nov/100

Ehrliche Haut: Hans Kammerlander

Hans Kammerlander (r.) hat mich mit seinem Vortrag und seiner Lebensleistung sehr beeindruckt. FOTO: ZEYREK

Im Rahmen einer Weiterbildungsveranstaltung der Münchner Unternehmensberatung Dr. Wieselhuber & Partner habe ich am Montag auf Burg Staufeneck den südtiroler Extrembergsteiger Hans Kammerlander kennengelernt. Der 54-Jährige berichtete vor 40 geladenen Gästen aus der Finanzierungsszene über seinen Werdegang vom armen Bauernsohn zum erfolgreichen Extremsportler.

In einer Filmsequenz zeigte Kammerlander, der unter anderem 16 Schulen in Nepal gegründet hat und mit Freunden finanziert, wie chinesische Soldaten nepalesische Flüchtlinge auf einem Schneefeld Richtung Tibet wie Hasen abschießen, die in einer langen Schlange den Schnee queren. "Dies ist meine Chance, auf dieses Unrecht aufmerksam zu machen", sagte der langjährige Freund von Reinhold Messner beim anschließenden Essen.

Und während Kammerlander fünf ältere Geschwister hat, bringe ich es nur auf vier. Aber immerhin verband uns auch diese Parallelität. Ganz nebenbei erzählte ich ihm von meiner Begegnung mit Joey Kelly wenige Wochen zuvor und dessen Extremleistungen wie 220 km lange Läufe durch die Wüste.