leonhard fromm der medienberater

23Jan/120

Kachelmann macht Aigner interessant

This video was embedded using the YouTuber plugin by Roy Tanck. Adobe Flash Player is required to view the video.

Wie Sonnenstrom funktioniert, erklärt Michael Aigner in diesem Erklärvideo am Beispiel einer Photovoltaikanlage, die in Westerheim auf der Schwäbischen Alb steht. Das Verfahren hat der Inhaber des Großhandels für PV-Anlagen schon vielfach erklärt. Auch die Art der Anlage ist nichts Besonderes. Die Qualität des Videos liegt darin, dass Wettermoderator Jörg Kachelmann in seiner gewohnt launigen Art die Fragen stellt.

Im Sommer waren die beiden Partner eine Kooperation eingegangen, die sie im Oktober unter großem Medieninteresse öffentlich machten. Seither präsentiert Aton-Solar Kachelmanns digitale Wettervorhersage, die der Wahl-Schweizer auf diversen Kanälen wie Youtube regelmäßig publiziert. Eine zentrale Rolle spielt dabei die prognostizierte Sonnenscheindauer, die auch für PV-Anlagenbetreiber wichtig ist.

Und hier schließt sich der Kreis vom Händler zum Wettermoderator. Bei der Kooperation geht es vor allem darum, den fleißigen und tüchtigen Aigner im Markt der vielen Anbieter erkennbar und unterscheidbar zu machen. Letztlich geht es darum, seine Marke (qualitätvolle Module) und Dienstleistungen (optimal ausgelegte Anlagen) zu positionieren und dem Laichinger Unternehmen ein Gesicht, nämlich das von Kachelmann, zu geben.

20Jan/120

Perfektionist im Hintergrund: Roland Eitel

Sympathische Begegnung: Gestern hatte ich kurz die Gelegenheit, Roland Eitel persönlich kennenzulernen.

Sympathische Begegnung: Gestern hatte ich kurz die Gelegenheit, Roland Eitel persönlich kennenzulernen.

Gestern hatte ich das Vergnügen, Roland Eitel in Esslinger persönlich zu treffen. Der frühere Sportredakteur der Esslinger Zeitung ist der Intimus von Jürgen Klinsmann, Joachim Löw und anderen Sportgrößen in Sachen Kommunikation und Außenwirkung. Den Strippenzieher im Hintergrund hatte ich vor rund 13 Jahren persönlich kennengelernt als Klinsi die Ehrung als "Regionaut" beim Verband Region Stuttgart bekam und Wolle Kriwanek sein Laudator war. Als Freund und Beobacher der beiden wohnte Eitel der Feier bei. Und seither habe ich auch seine Telefonnummer.

Den neuerlichen Kontakt hat der Salacher PR-Berater Enrico Müller hergestellt, mit dem ich seit Herbst kooperiere und der seinerseits in seiner Zeit im Sportsponsoring bei Mercedes mit Eitel zu tun hatte. So loteten wir gestern im Dreiergespräch aus, wo evtl. Ansatzpunkte für eine Zusammenarbeit bestehen und ob die Chemie zwischen uns allen stimmt. Denn letztlich geht es auch hier um Vertrauen.

Zuvor hatte ich Eitel als Referent erlebt, wie er die Vertriebsleute der AOK Neckar-Fils motivierte. Dabei erzählte der PR-Berater, wie Klinsmann, Löw & Co. seit 2004 die deutsche Fußball-Nationalmannschaft aus der Krise und 2006 zur Weltmeisterschaft im eigenen Land geführt hatten. Unaufgeregt, bescheiden und sachlich zeigte Eitel in vielen Details auf, was den Gesamterfolg ausmacht.

Wie zum Beispiel Klinsmann keinen Konflikt scheute, um immer wieder den Blick aufs Wesentliche zu lenken: Dass zum Beispiel Sponsoren bei Mannschaftsessen etc. ausgeschlossen waren, um das Team auf sich selbst zu fokusieren. Oder wie der Entscheidungs- und anschließende Informationsprozess lief, dass Jens Lehmann vor Oliver Kahn den Vorzug als Torhüter erhielt - gegen vielfältige Interventionen des FC Bayern oder des DFB.

Das gefällt mir an Eitels Arbeitsweise und erinnert mich an die eigene: Dass nicht sofort losgelegt wird (Aktionismus), sondern sehr akribisch alle Details ausgeleuchtet und bedacht werden und alles Seitherige und früher Bewährte auf den Prüfstand kommt. Und zwar unter sachlichen, menschlichen und PR-relevanten Aspekten. Das hat viel mit Psychologie und Wertschätzung zu tun, aber auch mit knallhartem Wissen um Mechanismen, Bereitschaft zum Wandel und damit, dass man sein Handwerk beherrscht.

9Nov/110

Design Talk mit Manfred Gotta

This video was embedded using the YouTuber plugin by Roy Tanck. Adobe Flash Player is required to view the video.

Mit mehr als 70 Besuchern hatte der 8. Ammerbucher ! Design Talk am 17. Oktober mit Namenspapst Manfred Gotta eine Rekordbeteiligung. Üblich waren bislang maximal 50 Teilnehmer. Aber „Design – wie wird mein Produkt zur Marke“ traf offenbar den Nerv vieler Entscheider und SWR-Moderator Markus Brock gelang es trefflich, den schillernden Gast in Szene zu setzen.

„Meine Kernkompetenz ist Wirtschafts-Kisuaheli“, fasst der gebürtige Hesse seine Arbeit zusammen, der er seit 1986 hauptberuflich nachgeht und gibt ein Beispiel. Denn egal, wo auf der Welt sich Menschen unterhalten, sobald das von ihm kreierte Kunstwort „Twingo“ fällt, denkt jeder an einen „knuffigen Kleinwagen“.

Einig waren sich Gastgeber Jürgen R. Schmid und Gotta in vielem: In der Herangehens- und Arbeitsweise; dass man konsequent seinen Weg gehen muss und dass ein Produkt nur dann ein Erfolg wird, wenn Produkt, Name und Design stimmen. Die Gäste, die noch lange bei Wein und Häppchen blieben und mit Gotta über Namen, Marken und Design fachsimpelten, waren von dem Abend begeistert und vielfach inspiriert für ihre weitere Arbeit.

22Okt/110

Coole Begegnung mit Manfred Gotta

Ein inspirierender Abend mit erfolgreichen Menschen (v.l.): Industriedesigner und Gasgeber Jürgen R. Schmid, Manfred Gotta, Leonhard Fromm und SWR-Moderator Markus Brock. FOTO: SCHMIDT

Ein inspirierender Abend mit erfolgreichen Menschen (v.l.): Industriedesigner und Gastgeber Jürgen R. Schmid, Stargast Manfred Gotta, PR-Berater Leonhard Fromm und SWR-Moderator Markus Brock (hinten). FOTO: SCHMIDT

Aktuell bin ich am Limit: Am Freitag lag ich völlig verschwitzt mit Halsschmerzen, Kopfweh und Husten im Bett. Aber nachdem um 16.30 Uhr die SMS von Cherry Gehring (PUR-Keyboarder) kam, er freue sich, dass ich am Abend zu seiner Backblech-Vorstellung ins Scala nach Ludwigsburg käme, war klar, dass ich mich wieder berappe. Ganz nebenbei: Die hintergründige Musik-Comedy des Trios zu Mann-Frau-Themen ist ein brilliantes Feuerwerk an Esprit, Virtuosität und Selbsterkennung.

Die ganze Woche über bekam ich Rückmeldungen von Menschen, die mich wegen des Kachelmann-Termins auf RTL gesehen hatten oder die wußten, dass ich für Aton-Solar arbeite und mir deshalb Berichte und Links aus der gesamten Republik zusandten, wo über den Wettermoderator berichtet wurde, der nun mit dem kleinen, schwäbischen Photovoltaik-Großhändler sein Comeback inszeniere.

Manche Berichte thematisierten sogar meine Person als den PR-Mann, der den Deal eingefädelt hat. Umso schöner, dass die meisten Redakteure das Engagement wahlweise als mutig oder clever auffassen. Ich sage, mein Kunde ist beides: mutig und clever. Mit solchen Typen kann auch ich mein kreatives Potential entfalten. Etwas dreist war schon fast, dass ich mich beim Kachelmann-Date am Montag als erster verabschieden musste.

Der Grund: Bei Design Tech stand das Highlight des Jahres an, der Promintententalk mit Manfred Gotta, moderiert von SWR-Mann Markus Brock. Einerseits musste ich von dort berichten, zum anderen war ich auf den 64-Jährigen gespannt, dessen Biographie soviele Parallel zu meiner aufweist. Wobei ich mein Studium abgeschlossen habe! Aber auch dem Namenserfinder war klar, seine Dienstleistung würden clevere Betriebe brauchen.

Sehr sympathisch fand ich, wie der Namensgeber von "Twingo" oder "Targobank" erzählte, dass ihm die Schweißperlen auf der Stirn standen als er vor dem Opel-Vorstand in Rüsselsheim seinen "Vectra"-Namen präentierte. Mit diesem Kunstwort schaffte der gebürtige Hesse seinerzeit den Durchbruch. A propos Durchbruch: Diesen erlebe ich auch nach zehn Jahren noch nicht. Aber es scheint kontinuierlich aufwärts zu gehen. Heute Abend bin ich übrigens mit 20 Kunden und Freunden beim Boxen in Ludwigsburg. Denn Mittelgewichtler Dominik Britsch steht definitiv vor dem Durchbruch.

15Okt/110

Stressige Zeiten brauchen kühlen Kopf

Eine schöne Aufgabe und hautnah: Pressegespräch mit Klaus Töpfer in Tuttlingen, zu dessen Rechter ich am Mittwoch saß.

Eine schöne Aufgabe und hautnah: Pressegespräch mit Klaus Töpfer in Tuttlingen, zu dessen Rechter ich am Mittwoch saß.

Aufmerksame Leser haben es bemerkt: Aktuell schreibe ich meine Beiträge nicht montags, mittwochs und freitags, weil mir einfach die Zeit nicht reicht. So ballen sich derzeit sehr viele Presseaktivitäten. Highlight der vergangenen Woche war die Hausmesse bei Desma, Weltmarktführer für Spritzgießmaschinen, in Fridingen. Mehr als 300 internationale Gäste erlebten am ersten Tag Ex-UN-Umweltdirektor Klaus Töpfer in der Tuttlinger Stadthalle.

Erstmals war ich damit beauftragt, für das Event, das seit 1991 erst zum 7. Mal stattfand, die Pressearbeit zu machen. Dazu gehörte auch, Kollegen aus China, Kanada, England oder Italien auf Englisch zu betreuen, sowie das Pressegespräch mit Töpfer im Anschluss an seinen Vortrag über "Kampf um bezahlbare Energie" zu moderieren. Letzteres mussten wir nicht zuletzt deshalb improvisieren, weil der Ex-Umweltminister mit bzw. trotz massiver Rückenschmerzen angereist war.

Ab Donnerstag nachmittag ging es an die Nachberichterstattung insbesondere in der Fachpresse für Kunststoffe, Kautschuk und Sondermaschinenbau und parallel galt es, die Pressekonferenz mit Wettermoderator Jörg Kachelmann bei meinem Kunden Aton-Solar in Lachingen am Montag vorzubereiten. Unter anderen haben SWR und FAZ ihr Kommen zugesagt. Überschneidend meldeten sich ab Freitag bereits wieder die Fachjournalisten, die von Desma u.a. zurück an ihre Schreibtische in Mailand oder Montreal gekehrt waren.

Bei unserem Ammerbucher Kunden Design Tech findet zudem am Montagabend dessen Jahreshighlight statt: Werbepapst Manfred Gotta ist Gast beim 8. Ammerbucher Design Talk, zu dem sich mehr als 70 Vorstandsvorsitzene und Geschäftsführer angemeldet haben. Der Erfinder von Markenname wir Targobank oder Twingo zieht offenbar die Unternehmer wie zuvor beim ADT kein anderer.

Zwischen all diesen Events war und ist das ganz normale Tagesgeschäft zu machen. Denn in unserer Fünf-Personen-Klitsche bin ich massiv in das operative Geschäft mit mehr als 20 Dauerkunden eingebunden. Da bin ich schon froh, dass intern die Prozesse und Pessekontakte gut gespurt sind, wir das journalistische Handwerk perfekt beherrschen und ich über die Routine von mittlerweile 20 Jahren in der redaktionellen Verantwortung verfüge.

Denn sperrige Kunden, divenhafte oder überforderte Redakteure und IT-Probleme ("Sie haben meine Mail gar nicht erhalten?") sorgen selbst bei regulärem Arbeitspensum für genügend Unwägbarkeiten. Aber ich will nicht jammern: Es ist ein schönes Gefühl, gebraucht zu werden und gefühlt sind die Arbeitstage und -wochen sehr kurz. Allerdings freue ich mich auch, wenn es nach Oktober ruhiger wird.

19Aug/110

Bisschen Unterstützung für jungen Musiker

Will mit eigenen Titeln Profi-Musiker werden: Gitarrist und Sänger Nikola Sofranac. Foto: Axel Busch

Als ich vor Jahren am Göppinger Freihof-Gymnasium ein Schülerzeitungs-Projekt machte (im Landeswettbewerb belegten wir den 1. Platz!), lernte ich Nikola Sofranac kennen. Der Sohn serbisch-montenegrinischer Eltern fiel mir als kluger Kopf (und Mädchenschwarm) auf. Weil er viel Musik machte, hatte er keine Zeit für die Schülerzeitung, lies sich als besonnener Schülersprecher aber gelegentlich blicken.

2008 machte er das Abitur (G8) und kürzlich traf ich ihn zufällig wieder. Er erzählte, dass er sein Studium abgebrochen habe und unbedingt Berufsmusiker werden will. Das Zeug dazu hat er, wie einige Preise von Nachwuchsfestivals und Demo-CDs mit eigenen Titeln belegen. Nur: Der Weg in die professionelle Spitze ist verdammt steil und eng. Das weiß ich von "meinen" beiden Box-Profis.

So trafen wir uns kürzlich, um ein bißchen Strategie für ihn zu machen bzgl. Marketing, Preisbildung etc. und ich textete ihm ein Porträt, das er zusammen mit diversen Fotos an die Medien geben kann und konnte. Ein erster Bericht erschien prompt am Samstag, 6. August, in der NWZ. Diese Veröffentlichung kann er nun seinerseits Briefen beilegen, die er an Veranstalter, Manager oder Plattenlabel schickt.

Mich beeindruckt die Hartnäckigkeit, mit der dieser junge Mann aus einfachen Verhältnissen seinen Weg geht, Verantwortung für sich übernimmt und versucht, seinen Traum wahrwerden zu lassen. Ich glaube, in dieser Haltung habe ich mich 2001 auch selbstständig gemacht -und habe es seither nie bereut. Nun habe ich in meinem Netzwerk schon einige Kontakte zu seinen Gunsten aktiviert (und immer die Veröffentlichung mitgemailt).

Weil ich noch weitere junge Musiker kenne, z.B. die Country-Band von Hannes aus der Nähe von Pforzheim, könnte ich mir vorstellen, zwei, drei solchen Formationen mal ein Forum zu bieten, zu dem ich 200 Leute aus meinem Umfeld einlade. Denn zum einen mögen die alle auch relaxte Partys und zum anderen sind die alle auch ihren Weg gegangen, sonst wären sie nicht meine Freunde und Bekannten. Und weil viele von denen auch irgendwo Entscheider sind, könnte dies den jungen Leuten weiterhelfen. Denn: The show must go on.

15Aug/110

Politisches Bewußtsein reift im Urlaub

Urlaub und politische Bildung: Todenhöfers Buch über irakische Widerstandskämpfer macht mich nachdenklich.

Urlaub und politische Bildung: Todenhöfers Buch über irakische Widerstandskämpfer macht mich nachdenklich.

Wochenlang lag Jürgen Todenhöfers Sachbuch "Warum tötest Du, Zaid?" auf dem Stapel jener Bücher, die ich lesen wollte. Nun, im Urlaub auf dem Colle all' Asino in der Toscana (04.-13.08. mit Gudrun und Lea), war es endlich so weit. Bei Außentemperaturen von mehr als 30 Grad in einer von der Sonne völlig ausgedörrten Landschaft hatte ich das richtige Feeling, den Schilderungen des früheren CDU-Bundestagsmitglieds zu folgen, der beschreibt, wie er sich 2007 under cover durch die Wüste von Syrien per Taxi in den Irak aufmacht, um Widerstandskämpfer persönlich kennenzulernen.

Schnell zieht mich das Buch mit seinen rund 300 Seiten in seinen Bann, weil es zwischen persönlichen Schilderungen von Irakern, wie aus Studenten, Arbeitern oder Ingenieuren Waffenschmuggler und Terroristen werden, sehr viele Fakten transportiert und kritische Fragen stellt. Etwa danach, warum nicht westliche Journalisten auf die Weise des ehemaligen Bertelsmann-Managers verdeckt bei den Opfern des Krieges recherchieren?

So erfahre ich, dass die USA jährlich 100 Mrd. US-Dollar für die Kriege in Irak und Afghanistan ausgeben und sehe plötzlich deren Staatsverschuldung in nochmals anderem Licht. Oder die persönlichen Schilderungen von Irakern, die durch verängstigte (oder brutalisierte?) US-Soldaten eher zufällig Väter, Töchter oder andere Angehörige verlieren, verdeutlichen, wie aus Opfern Täter werden und machen bewußt, dass westliche Gewalt dort niemals zum Frieden führen kann.

Beschämt lese ich, dass die Alphabetisierungsquote bspw. in Algerien vor der Kolonialisierung bei 40 Prozent lag und bis heute auf 20 Prozent gesunken ist. Es wird mir bewußt, dass der Westen (also die Christen) 200 Jahre Gewalt im Orient (also gegen die Muslime) ausgeübt hat und selbst davor schon die Kreuzzüge diesem Prinzip folgten. Und ich glaube Todenhöfer, dass die Muslime in ihrer absoluten Mehrheit die USA und Demokratie gut finden, unser Verhalten sie aber regelrecht in eine Abgrenzung und Islamisierung drängt.

Und was mir auch auffällt: Ich bin in den vergangenen 20 Jahren nahezu unpolitisch geworden, weil mir mein Arbeitsfleiß keine Zeit mehr ließ, mich um Bildungs-, Energie-, Verkehrs- oder Friedenspolitik zu kümmern, auch weil mir die demokratischen Prozesse zu ineffizient und zu langsam schienen. Im Gegenzug aber finanziere ich mit meinen Steuern (und das dürfte nicht wenig sein) all diese faulen Kompromisse und teilweise Verbrechen an Menschen in armen Ländern oder der Umwelt.

Eine Lösung habe ich noch nicht. Aber ich habe mir dieses Moment bewußt gemacht. Und ich möchte dieses Buch und jegliche Initiative zu muslimisch-christlich-jüdischen Begegnungen jedem empfehlen. Denn wie schreibt Todenhöfer: Hätten doch die GIs und Politiker (oder wenigstens die Reporter) wenigstens einmal die Gastfreundschaft einer islamischen Familie erlebt und mit deren Angehörigen ein Gespräch über Politik, Glauben, Erziehung oder Kopftuch geführt. Wir sind doch alle Menschen, ergänze ich, die in Frieden Gemeinschaft erleben wollen.

18Jul/110

Deutsche Messe-Chef bei Design Tech

Gute Kontakte: Deutsche Messe-Chef Ernst Raue (oben neben Gastgeber Jürgen R. Schmid im weißen Anzug) gibt Hintergründe zum internationalen Messegeschäft in kleiner Runde. Und ich (vorne 2.v.l.) kann dabei sein.

Gute Kontakte: Deutsche Messe-Chef Ernst Raue (oben neben Gastgeber Jürgen R. Schmid im weißen Anzug) gibt Hintergründe zum internationalen Messegeschäft in kleiner Runde. Und ich (vorne 2.v.l.) kann dabei sein.

Es war eine beeindruckende Veranstaltung im Rahmen von Yxento: Der 56-jährige Chef der Deutsche Messe AG, Ernst Raue, plauderte am Donnerstag in Ammerbuch auf Einladung von Jürgen R. Schmid in kleiner Runde. Der Hannoveraner Landwirtssohn und der württembergische Industriedesigner kennen sich seit vielen Jahren. Denn Raue ist nicht nur seit 2000 Vorstand der Deutsche Messe AG mit hervorragenden internationalen Kontakten. Der Erfinder der Cebit ist auch Vorsitzender der Designjury, die jährlich die begehrten iF-Awards vergibt, von denen Schmid einige Dutzend in den unterschiedlichen Kategorien bereits erworben hat.

Besonders beeindruckte mich Raues natürliche und bescheidene Art, mit der er mir anbot, mich bei der weiteren Internationalisierung meiner Pressekontakte zu unterstützen. Interessant fand ich auch, dass er den Unternehmern, die zum Teil bis zu 60 Messen pro Jahr beschicken, bewußt machte, dass es viel mehr darauf ankommt, den Interessen der Besucher nach Information, Emotion und Unterhaltung gerecht zu werden statt selbst etwas verkaufen zu wollen.

23Mai/110

Boxer Britsch besiegt auch 23. Gegner

Eigentlich sind es zwei schlechte und nur eine gute Nachricht. Fangen wir beim Besten an: Mittelgewichtsboxer Dominik Britsch hat in Los Angeles auch seinen 23. Gegner, den US-Amerikaner Delray Raines, durch technischen k.o. in der fünften Runde klar besiegt. Zuvor war Raines nach schweren Treffern dreimal angezählt worden.

Doch während der 23-jährige Neckarsulmer mal wieder nur im Vorprogramm boxte, unterlag Hauptkämpfer Artur Abraham auch im dritten Fight des Super-Six-Turniers. Dieses Mal besiegte ihn WBA-Weltmeister Andre Ward sehr überzeugend, nachdem der gebürtige Armenier und Ex-Weltmeister 2010 bereits  beide Kämpfe im Rahmen des Turniers verloren hatte, dessen Sieger 20 Millionen Euro Siegprämie winken.

Die schlechteste Nachricht für den deutschen Boxsport insgesamt war vorige Woche in der Süddeutschen nachzulesen. Demnach wird die ARD den 54 Millionen Euro schweren TV-Vertrag mit Box-Promoter Winfried Sauerland, mit dessen Berliner Boxstall Britsch seit der elften Klasse einen Profivertrag hat, vermutlich nicht über 2013 hinaus verlängern. Der Grund: Der mächtige WDR-Verwaltungsrat lehnt den Deal ab. Laut Südeutsche einerseits, weil er im Boxen keinen öffentlichen Auftrag sieht, vor allem aber, weil Programmchef Volker Herres allzu eigenmächtig die Verlängerung bis 2015 bereits in Aussicht gestellt habe.

Pikant an der Sache: WDR-Intendantin Monika Priel, derzeit amtierende ARD-Vorsitzende, hatte dem Deal im Februar 2010 bereits zugestimmt. Demnach handelt es sich nun um einen Aufstand des Verwaltungsrats, der die Interessen der Gebührenzahler (ehrenamtlich) vertritt, gegen die professionellen Programmmacher und deren Ehrgeiz. Bereits im Sommer 2010 hatte das ZDF die Zusammenarbeit mit dem Hamburger Boxstall Universum, wo bis dahin Firat Arslan unter Vertrag stand, beendet. Arslan arbeitet nun punktuell mit Mehmet Önder zusammen.

20Mai/110

Ein Plädoyer für die Männer

Abgewählt, weil sie für Männer war: Monika Ebeling.

Abgewählt, weil sie für Männer war: Gleichstellungsfrau Monika Ebeling.

Das ging ins Auge: Diese Woche hat der Gemeinderat von Goslar die Gleichstellungsbeauftragte Monika Ebeling abgewählt. Den Antrag dazu hatten die zwei Linken im Stadtparlament gestellt, die von Grünen, SPD und anderen unterstützt wurden. Und warum? Weil die 48-jährige studierte Sozialarbeiterin sich für (diskriminierte) Männer stark machte.

Und das ging so: Im April 2010 kritisierte die vierfache Mutter, dass in einer Ausstellung über häusliche Gewalt zwar Leser, Netzwerkerinnen etc. jeweils in beiden Geschlechterrollen angesprochen wurden, auf den Schautafeln Täter per se aber immer männlich und Opfer per se immer weiblich dargestellt wurden. Zudem stammten sämtliche Ausstellungsobjekte aus Frauenhäusern, so dass gar keine Exponate zu erwarten gewesen seien, die auch Gewalt gegen Männer thematisieren.

Mit ihrer objektiven Kritik machte sich Ebeling schon damals unbeliebt. Vom Geschlechterkampf in Goslar war die Rede. Traurig untermauert wurde die Haltung der differenzierten Gleichstellungsbeauftragten als eine 34-jährige, psychisch kranke Mutter in der Nähe der Kreisstadt ihre beiden Kinder umbrachte. Doch statt Unterstützung verstummte lediglich die Debatte.

Doch Ebeling, die einen eigenen Blog betreibt, gab nun dem Streit um ihre Person und ihre Ansichten neue Nahrung: Kreissparkasse und Bäckerinnung unterstützten im April eine "Kinderschutzwoche" des örtlichen Kinderschutzbundes. Dort hieß es auf Brötchentüten "Gewalt gegen Frauen und Kinder kommt nicht in die Tüte". Auch hier mahnte die kommunale Angestellte an, Gewalt gegen Männer sei demnach wohl zulässig.

Diese Kritik kam überhaupt nicht gut an. Und während der Geschlechterstreit bundesweit durch die Medien ging, beraumte der Gemeinderat eine Sitzung an, in der über Ebelings berufliche Zukunft entschieden werden sollte. Als "nicht tragbar" in diesem Amt wurde die Beauftragte abgewählt. Vielleicht ist das so richtig. Persönlich möchte ich aber anmerken, dass ich in  meiner zweiten Ehe viel Gewalt gegen mich erlebt habe: Wenn meine Frau nicht mehr mit mir geredet hat, keine Argumente für ihr Handeln geliefert hat, ihre Unterstellungen und Projektionen nicht hinterfragt werden durften - und die Kinder gleich mit auf ihre Seite nahm. Logisch, Mamas sind eben wichtig und analytische Väter erst viel später verstehbar, wenn überhaupt.