Kundenmagazin: Klappe, die zweite

Es ist wie beim Schuhmacher: Der hat auch immer die schlechtesten Schuhe. Und dennoch. Mit sechs Monaten Abstand haben wir es geschafft, unser zweites Kundenmagazin im neuen Corporate Identity herauszubringen. Um die einzelnen Hefte besser unterscheiden zu können, arbeiten wir mit wechselnden Farben. Dieses Mal ein gewagtes Grün. Vergleichen Sie dazu das Rot der Homepage.
Seit knapp einer Woche sind die Hefte (Auflage 500) draußen und die ersten Rückmeldungen gehen ein: Kurzweilig, informativ, interessant sei das Heft. Es gebe einen guten Eindruck, wie vielseitig wir unterwegs sind und die Rubrizierungen strukturierten das Heft. Mancher meldet auch an, selbst im nächsten Heft zu Wort kommen zu wollen. Kritisch merkt einer an, ob Hochglanz unter ökologischen Aspekten noch zeitgemäß sei.
Danken möchte ich unseren kreativen Partnern von Projekt E , die das Heft layouten und gestalten. Und wer das Heft nicht postalisch erhalten hat, kann hier digital einen persönlichen Eindruck gewinnen: kumag_01_2012 Endversion. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen!
Falls Sie die kommenden 14 Tage hier keine neuen Beiträge lesen: Ich fliege am Montag (6 Uhr) für zwei Wochen nach Argentinien, um meinen Horizont zu weiten - und um Abstand von meinem täglichen Geschäft zu bekommen. Bleiben Sie gesund.
Bereits das Dritte: Rüdingers “Orange”
Unsere Agentur hat kurz vor Weihnachten den Zuschlag für die Produktion des Kundenmagazins der Spedition Rüdinger erhalten. Er ist nun bereits der dritte Kunde, dessen Magazin wir redaktionell betreuen. Mit ausschlaggebend für den Auftrag des Projekts, das vier Mal im Jahr erscheinen soll und an rund 4000 Versandleiter geht, sind im Wesentlichen zwei Faktoren: Unsere Schnelligkeit. Innerhalb von 14 Tagen standen alle Interviews und Berichte, waren autorisiert und sogar mit Bildern versehen. Wichtiger ist dem Firmeninhaber Roland Rüdinger aber, dass wir als seine Presseagentur bereits sehr tiefe Einblicke in die Prozesse des Unternehmens haben und quasi wie aus der Hüfte geschossen informative Inhalte liefern können.
Dass wir lesenswerte Arbeit leisten, hat sich herumgesprochen. Neben der Ausgabe von orange³ produzieren wir die Hefte der Spedition Wackler und die Zeitung des regionalen Entsorgungsbetriebs „DU: Willkommen in der Umwelt“, beides Unternehmen der Göppinger Schwarz-Gruppe. Und auch der Elektro- und Kommunikationsspezialist Heldele (Salach) greift für seine Hauszeitschrift auf unserer Artikel zurück. Genauso wie im Übrigen die Süßener Seil-, Hebe- und Sicherheitsexperten von Carl Stahl.
Lust, auch unter die Verleger zu gehen? Unter 07161 918942 gibt’s Infos zu Aufwand und Nutzen einer Kundenzeitschrift.
Wie Design Tech Marke bildet
Mit dem Ammerbucher Design Talk hat Industriedesigner Jürgen R. Schmid eine Marke geschaffen. Seit sieben Jahren holt der 54-Jährige einmal jährlich Prominente wie Luigi Colani, Florian Langenscheidt oder Lothar Seiwert in sein Büro, mit denen er Themen wir Designkommunikation, Markenbildung oder Zeitmanagement diskutiert. Teil des exklusiven Rahmens: Die Gäste sind handverlesen Vorstände und Geschäftsführer aus Maschinenbau und Medizintechnik und SWR-Moderator Markus Brock stellt die Fragen.
So hält sich der renommierte Industriedesigner in der süddeutschen Unternehmerszene im Gespräch, eine Einladung gilt als Privileg und mit Schmid assoziiert man den Erfolg. Auch diverse Medien folgen jeweils der Einladung oder berichten dank flankierender Pressearbeit durch unser Büro hinterher. Bereits diese Pressekontakte wiederum bringen den Ammerbucher Kreativen bei den Redakteuren in Erinnerung und machen ihn einmalig.
Markenimage lässt sich steuern
VW-Fahrer sind fröhlich, Mercedes-Besitzer ernst und Lenker von Mini, Audi oder Porsche (der Autor auf dem Foto rechts bei einer Promotion-Tour mit Sohn Raphael) gelten als gutaussehend. Das erbrachte zumindest eine Studie des Nürnberger Marktforschungsunternehmens Puls, das bundesweit 1000 Bürger gefragt hatte, welche Eigenschaften sie den Fahrern von insgesamt 16 Automarken zuordnen. Das vermutete Alter von Mercedesfahrern lag im Schnitt bei 62 Jahren und beim Smart bei 32. Als besonders unsportlich gelten die Besitzer eines Ford, Dacia oder Citroen. Als besonders weiblich gelten demnach übrigens Mini, Smart und Fiat.
Puls-Chef Konrad Weßner kommt in seiner Studie zu dem Schluß, manche Automarke müsse nach dieser Imagebefragung ihre Werbestrategie ändern. Oft sei das Automarketing zu undifferenziert und zu sehr auf junge Menschen focusiert, was potentielle Käufer ausgrenze. Eines ist aber auch klar: In Sachen Eigenwerbung war die Automarken-Studie der Nürnberger genial. Wie sonst hätten sie es sonst mit mehrspaltigen Artikeln in Deutschlands Tageszeitungen geschafft. Themen die PR-technisch auch funktionieren dürften, wären Biersorten und -marken, Attraktivität bei Mann und Frau oder ähnliche "Consumer-Themen". Hauptsache, alle können mitreden. Dann ist das Thema auch für die Presse, meist im Ressort "Blick in die Welt", interessant. Die Seiten werden ohnehin am meisten gelesen, weil sie so schön entertainig sind. Gute Unterhaltung!
Imagewerbung für technische Berufe
Die Meldungen überschlagen sich: Je nach Verband und Medium wird der Ingenieurmangel in Deutschland mit 70000, 80000 oder 90000 unbesetzten Stellen beziffert. Und überall schmettern ältere Herren die Botschaft, die jungen Leute mögen doch bitte Ingenieuerwesen studieren. Viele Abiturienten antworten auf die Frage, was sie studieren werden "Mechatronik", damit man sie nicht nur in Ruhe lässt, sondern sogar dafür lobt. Das sei leichter statt mit "weiß nicht" zu antworten, weil dann wieder die Predigt käme, man solle doch Ingenieurwesen studieren.
Und auch die Politik floppt, die im August 2007 beschloß, nicht EU-Ausländer ins Land zu lassen, sofern sie hier als Ingenieure arbeiten. Gerade mal 19 zusätzliche Ingenieure konnte Deutschland so bis zum Jahresende rekrutieren. Immerhin kommen noch acht Ingenieure hinzu, die in Deutschland studierten und nun gnädigerweise bleiben dürfen. PR gegen Ingenieurmangel kann auch nicht bei Uni-Abgängern, Verbandsfunktionären oder Politikern (und deren Appellen) ansetzen. Sie muss spätestens in den Oberstufen der Gymnasien greifen - in Schülerzeitungen, Schüler-Internetforen und Schülerevents, wenn Studienentscheidungen reifen. Und deshalb müssen Gleichaltrige oder wenig Ältere zu Wort kommen, mit denen sich junge Leute identifizieren können.
Vor allem ihre Bedenken, dass die Materie zu langweilig, die Mathe- und Phsyikanforderungen zu hoch oder die zeitliche Belastung zu groß seien, müssen thematisiert werden. Zu Wort kommen in der Göppinger Lokalzeitung NWZ neuerdings junge Leute, die trotz solcher Bedenken das Studium gewählt haben, die an ihre Grenzen gegangen sind - und dabei Freude empfanden. Und weil die Jugend in Formaten wie Castingshows, Big Brother, Videoclips oder Blogs Medien konsumiert, sollten die Erwachsenen, die Ingenieure suchen, auch in diesen Kategorien kommunizieren. Dass witzige Inszenierungen (siehe Foto von MechatronikPlus-Studenten bei Stama in Schlierbach mit ihrem Ausbilder) , Blickfänge und Verfremdungen, die für angenehme Überraschung sorgen, den Beachtungsgrad erhöhen, ist seit Youtube nun wirklich auch nichts mehr Neues.
Marke bilden und kommunizieren
Ernst Prost (Foto), den Inhaber von Liqui Moly in Ulm zu interviewen, ist ein Erlebnis. Der Selfmademan aus Altöttung kam 1990 als Vertriebschef zu dem Schmierstoffhändler. Seit 1993 erwarb der gelernte Kfz-Mechaniker Anteile an der Firma seines Arbeitgebers, seit 1998 gehört ihm die Firma ganz und 2006 übernahm er in Saarlouis noch den angeschlagenen Hersteller Méguin, der zuvor Liqui Moly beliefert hatte. Die Folge: Seit 1990 hat Prost den Umsatz seiner Marke auf 210 Millionen Euro vervierfacht und seinen Marktanteil bundesweit auf mehr als 25 Prozent erhöht.
Im Kern sind die Produkte der Ulmer weder besser noch günstiger als die der Mitbewerber. Aber Liqui Moly versteht sehr viel von Marke, Marketing und Vertrieb. Dazu zählen eine intensive Pressearbeit und klare, kantige Formulierungen des Inhabers, die nicht nach allen Seiten abgesichert sind. Mit seiner furchtlosen Kritik an Managern und börsennotierten Aktienunternehmen hebt er sich wohltuend aus der Masse mittelständischer Unternehmer ab und gewinnt Sympathien in der Öffentlichkeit. Mit seiner Prognose, bis 2020 den Umsatz auf eine Milliarde Euro verfünffachen zu wollen, macht er sich meß- und angreifbar und zeigt zugleich Konkurrenz, Mitarbeitern und Medien, wo es lang geht. Vor dem Hintergrund davonlaufender Rohölpreise sagte er bereits im Mai 2008, sein Unternehmen sei konkursgefährdet, wenn es nun nicht handele. Soviel Ehrlichkeit und Transparenz erfordert Mut, honorieren die Medien aber auch mit Aufmerksamkeit. Denn Worthülsen werden anderenorts genug gedroschen. Und dass Prost klug und entschlossen zu handeln weiß, zeigt die Entwicklung seiner Firma.




