2. April: Britsch boxt gegen Matolcsi
Dominik Britsch (23) kann sich am Samstag, 2. April, weiter Richtung Spitze im Mittelgewicht boxen: In Halle/Westfalen tritt der Neckarsulmer Abiturient aus dem Berliner Sauerland-Boxstall in seinem 22. Profikampf gegen den 34-jährigen Jozsef Matolcsi an. Der Ungar besiegte jüngst Mahir Oral, der im Juni 2009 gegen Artur Abraham schon um den WM-Titel gefightet hatte, durch technischen k.o. in der zweiten Runde.
2010 stand Oral in Rostock gegen Sebastian Sylvester im Ring um die IBF-Weltmeisterschaft im Mittelgewicht. Er verlor zwar nach Punkten, hätte aber als späterer Europaranglistenerster bei einem weiteren Sieg die Chance bekommen, nach dem EM-Gürtel zu greifen. Dann hagelte es in dänischen Herning die Niederlage gegen Matolcsi. „Das zeigt schon, aus welchem Holz Matolcsi geschnitzt ist“, weiß Britsch, der bisher 21 Profikämpfe bestritten und alle gewonnen hat, sieben davon durch k.o.
Wenn Britsch gewinnt, macht er auf der Europarangliste vom derzeitigen 10. Platz einen Sprung nach vorne. Das bringt ihn einem werbewirksamen EM-Kampf einen großen Schritt näher, zumal die ARD die Zusammenarbeit mit dem Sauerland-Boxstall fortsetzt. So zeigt die ARD am 2. April die Fights von WBO-Weltmeister Marco Huck im Cruisergewicht und von WBO-Intercontinental Champion Robert Helenius im Schwergewicht gegen den früheren WBC-Weltmeister Samuel Peter aus Nigeria.
Weil ich mit Dominiks Vater Jürgen befreundet bin (wir sind fast gleich alt und ich komme gebürtig aus Neckarsulm) und mit Ex-Weltmeister Firat Arslan 2007/08 bereits einen Box-Profi PR-technisch unterstützt und mit der Carl Stahl GmbH einen Sponsor vermittelt habe, kann ich einen solchen Deal für interessierte Unternehmen gerne auch mit Dominik einfädeln. Der Zeitpunkt ist jetzt günstig, weil der Marktwert des 23-jährigen schwäbischen Sympathieträgers bald steigen dürfte.
Britsch gewinnt auch 21. Kampf ganz klar
Bevor ich morgen zu Felix Sturms WM-Kampf im Mittelgewicht in die Stuttgarter Porsche-Arena gehe, möchte ich meine Leser noch über einen anderen Mittelgewichtler informieren: Der 23-jährige Neckarsulmer Dominik Britsch hat vorigen Samstag in Mühlheim klar nach Punkten auch seinen 21. Profi-Kampf gewonnen. Das Mega-Talent aus dem Sauerland-Boxstall hatte zuvor sechs Monate pausieren müssen wegen einer Verletzung an der Hand.
Den Nordiren Joe Rea schickte er in der vierten von insgesamt acht Runden erstmals auch auf die Bretter. Immer wieder setzte der Abiturient den Dubliner mit Kombinationen unter Druck, so dass er zweimal angezählt wurde. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Britsch in seiner Gewichtsklasse das Zeug zum Weltmeister hat.
Deshalb wundere ich mich eigentlich auch, weshalb keiner der "hidden champion", die sich kürzlich auf Initiative von Ex-Wirtschaftsminister Walter Döhring zum Gipfeltreffen in Schwäbisch Hall getroffen haben, ein Sponsoring mit dem schwäbisch-schaffigen Landsmann eingeht. Der Werbevertrag zwischen der Carl Stahl GmbH in Süßen und dem späteren Cruiser-Weltmeister Firat Arslan, den ich 2007 eingefädelt hatte, war auch für beide Seiten ein großer Gewinn - und Spaß, denke ich nur an die TV-Präsenz im ZDF und bis in die USA, die der Weltmarktführer für Seil-, Hebe- und Sicherheitstechnik dadurch hatte.
Britsch boxt am 12. Februar wieder
Der 23-jährige Mittelgewichtler Dominik Britsch aus meiner Heimatstadt Neckarsulm steht am 12. Februar in Mühlheim/Ruhr wieder im Ring. Im August 2010 hatte sich der Schützling von Trainer Ulli Wegner aus dem Berliner Sauerland-Boxstall beim einstimmigen Punktsieg gegen den Italiener Lorenzo Cosseddu in Erfurt einen Bänderriss im linken Mittelfinger zugezogen, was die lange Zwangspause zur Folge hatte.
Zwar konnte der Junioren-Weltmeister schon kurz nach dem Fight wieder ins Lauftraining einsteigen, doch seine Führhand wurde mit einer Gipsschiene für acht Wochen stillgelegt. Der Hoffnungsträger, der 2008 Abitur gemacht hatte und bereits als Elftklässler seinen ersten Profi-Kampf absolvierte, blieb bislang in allen 20 Profikämpfen ungeschlagen. Der Gegner für den 12. Februar soll in Kürze bekanntgegeben werden.
Zuletzt gab es für den mehrfachen Sportler des Jahres der Heilbronner Stimme fast durchweg Anerkennung für seine Leistungen. "Seine Entwicklungskurve zeigt weiter deutlich nach oben", lobte jüngst Manager Wilfried Sauerland den jungen Britsch, mit dessen Vater Jürgen ich einst in die Schule ging. Dieser, selbst mehrfacher Deutscher Meister der Amateure, trainierte und formte den Sohn seit dessen siebtem Lebensjahr.
Britsch, dem ich unter 07161/918942 gerne noch Sponsoren vermittle, wird für den deutschen Boxsport umso kostbarer seit auch Cruiser-Weltmeister Marco Huck an seine Grenzen kommt und Mittelgewichtler Artur Abraham (Mittelgewicht wie Britsch) zuletzt zwei deutliche Niederlagen kassierte. Und: Der 23-jährige Neckarsulmer ist - im Gegensatz zu den allermeisten eingedeutschen Box-Profis - durch und durch ein Schwabe und damit sympathische Identifikationsfigur.
Ex-Weltmeister Firat Arslan (Cruiser/Universum), Luan Krasniqi (Schwergewicht) und Jürgen Britsch kennen sich noch aus ihrer Amateurzeit, wo sich deren aktive Boxkarrieren gerade noch so überschnitten. Insider prophezeien Britsch, dass er das Zeug zum Weltmeister hat. Einziger Schwachpunkt könnten seine zarten Finger sein....Am 12.02. boxen auch Steve Herelius vs. Yoan Pablo Hernandez (WBA-WM-Titel) und Steve Cunningham vs. Enad Licina (IBF-WM-Titel) im Cruisergewicht sowie Arthur Abraham. Tickets unter 01805-570044 (Euro 0,14/min.).
Vermarktung am Beispiel Boxen
Dass das klar ist: Am Samstag, 19. Februar, sitze ich mit meinem Bruder Peter aus der Schweiz (sein Erstkontakt zum Boxen) und Freunden in der Stuttgarter Porsche-Arena und schaue den Kampf von WBA-Weltmeister Felix Sturm im Mittelgewicht gegen den US-Amerikaner Ronald Hearns an (live ab 22.15 Uhr in Sat 1). Treue Leser wissen, dass mich das Martialische, die Inszenierung und die Atmosphäre in diesen Kampfarenen faszinieren.
Um es nochmals vorauszuschicken: Boxen ist nichts für Dumme und Schläger. Wer hier Erfolg haben will, muss vor allem vermeiden, getroffen zu werden. Es lohnt sich, über diesen Satz mal nachzudenken. Anyway. Boxen hat auch viel mit Marketing zu tun. Das beginnt schon damit, dass Felix Sturm eigentlich Adnan Catic heißt, weil er aus Bosnien stammt. Ihn einzudeutschen, machte ihn aber als Produkt leichter vermarktbar, zumal Sturm wiederum den Beinamen "the hurrican" trägt, was ihn international kompatibel macht.
Ganz nebenbei. An Ex-WBA-Cruiser-Weltmeister Firat Arslan, mit dem ich mich 2005 angefreundet habe, hat mir u.a. gefallen, dass er in jungen Jahren nicht zu Fritz Ackermann mutiert ist, weil er sich und seiner Identität treu bleiben wollte. Zur Marke wurde der 40-Jährige dennoch, weil er eine Geschichte hatte und sich im Ring knallharte Duelle lieferte. Mal sehen, ob dieses Jahr noch ein, zwei Fights folgen, zumal sein Rottweiler Freund Luan Krasniqi auch nach zuletzt drei Niederlagen in Folge am 26.02. in Ludwigsburg im Schwergewicht nochmals antritt (gehe ich auch hin).
Zum Wording/Marketing gehört auch, dass sich Sturm von seinem Hamburger Boxstall Universum getrennt hat, ursprünglich, weil Promoter Hans-Peter Kohl zuviel von der Gage für sich selbst einbehielt. Dies war aber auch deshalb klug, weil die ARD im Sommer 2010 die Zusammenarbeit mit Kohl beendete, was dessen Marktstellung gegen Null drückte. Nun schlägt "the hurrican" bei Sat 1 ein, der bzgl. dem quotenträchtigen Boxen bislang ziemlich blank war, während Rivale RTL mit den Klitschko-Brüdern (die waren auch mal bei Universum) regelmäßig Quote und Kasse macht.
Die Klitschko-Kämpfe sind aber nicht nur wegen deren Dominanz im Ring stink langweilig. Auch die ständigen Werbepausen nerven. Davor bin ich in der Porsche-Arena gefeit. Die Fight-Inszenierung dürfte aber ähnlich überzogen und nervig werden wie bei RTL, vermarktet Sat 1 das Duell gegen den schwarzen US-Boy Ronald Hearns doch als "die Abrechnung", obwohl sich die beiden Boxer weder jemals begegnet sind, noch etwas gegeneinander haben. Was hier also "abgerechnet" werden soll, entzieht sich dem mündigen Boxfan und zeugt von mittelmäßigen PR-Beratern.
Vor allem Sat 1, Sturm und Hearns wollen abrechnen, im Sinne von Kasse machen. Dafür muss das legendäre WM-Boxduell zwischen Thomas Hearns, Ronalds Vater, und Marvin Hagler vom 15. April 1985 in Las Vegas im legendären Caesars Palace herhalten, das unter dem Titel "The War" promotet wurde. Die ersten drei Minuten dieses Duells gelten bis heute als die beste Runde, die jemals im Mittelgewicht ausgetragen wurde. In der dritten Runde allerdings bezwang Hagler "the Marvelous" Hearns "the Hitman", der zu Boden ging. Hagler ist deshalb Sturms großes Vorbild - und Hearns senior wird am 19.02. vermutlich den Kampf seines Sohnes live verfolgen.
Luan Krasniqi boxt Jonathon Banks
Neues Jahr, neuer Kampf. Während sich viele von uns derzeit mit Leckereien den Bauch voll schlagen und faul auf der Coach liegen, geht Schwergewichtsboxer Luan Krasniqi in die heiße Phase seiner Kampfvorbereitung. Zwei Jahre nach seiner Niederlage (Leberhaken in der 3. Runde) gegen Stallgefährte Alexander Dimitrenko tritt der Rottweiler am Samstag, 26. Februar, in Ludwigsburg gegen den US-Amerikaner Johnathon Banks an. Das Interessante an dem Kampf: Veranstalter ist die Klitschko Management Group mit ihrem Haussender RTL und der Fight gilt als WM-Ausscheidungskampf um den WBA-Titel, so dass der Sieger des Fights gegen einern der Klitschko-Brüder antreten könnte.
2005 stand der mittlerweile 39-jährige Luan schon einmal kurz vor dem Titelgewinn gegen den damaligen Weltmeister Lemon Brewster. Er führte nach Punkten wie zuletzt gegen Dimitrenko und ging doch K.o. - wie auch gegen Tony Thompson zwischen diesen beiden Fights, so dass der Löwe mit zuletzt drei Niederlagen antritt. Der 28-jährige Banks aus Detroit ist die Nr. 7 in der WBC-Weltrangliste, bei IBF liegt er auf Platz 8. Der 1,91 Meter große Banks war zuvor Weltmeister im Cruisergewicht und erzielte 17 seiner bisher 25 Siege durch K.o. Hinzu kommen nur eine Niederlage und ein Remis. Zuletzt besiegte er Travis Walker, der zuvor gegen Riuslan Tschagajew überzeugt hatte.
Für Krasniqi, der sich aktuell mit seinem Freund Firat Arslan (wir haben heute vor dem Training telefoniert) in Rottweil vorbereitet, geht es am 26. Februar um alles. Evtl. steigt sogar Firat, Ex-Weltmeister im Cruisergewicht und selbst zuletzt zweimal besiegt, bei der Klitschko-Veranstaltung in den Ring. Der 40-Jährige ist toppfit, könnte einen Aufbaukampf brauchen und gemeinsam mit Luan in Ludwigsburg wäre ein Highlight für die süddeutsche Boxsportszene. Zeitgleich steigt in Bamberg im Mittelgewicht der Neckarsulmer Dominik Britsch in den Ring. Mal sehen, ob diese Sauerland-Veranstaltung dann auf ARD übertragen wird. Bereits eine Woche zuvor boxt Mittelgewichts-Weltmeister Felix Sturm, der sich im Streit von Universum getrennt hat, in der Stuttgarter Porsche-Arena. Ich habe vor, in Stuttgart wie in Ludwigsburg live mit Freunden dabei zu sein, um sie von dieser martialischen Sportart zu überzeugen.
Britsch boxt in Erfurt gegen Italiener
Neben dem WM-Fight im Cruisergewicht mit Marco „Käpt´n“ Huck gegen Matt Godfrey am Samstag, 21. August, präsentiert sich in der Erfurter Messehalle auch Deutschlands Mittelgewichts-Hoffnung Dominik Britsch. Der Neckarsulmer, der in Berlin bei Ulli Wegner im Sauerland-Boxstall trainiert, blieb bisher in 19 Profikämpfen ungeschlagen.
In der Landeshauptstadt Thüringens will der 22-jährige Abiturient, der bereits als Elftklässler seinen ersten Profi-Kampf bestritt, gegen den Italiener Lorenzo Cosseddu den nächsten Erfolg einfahren. „Dominik Britsch ist ein Juwel“, lobt Trainer Ulli Wegner den Neckarsulmer. Dessen Vater Jürgen kenne ich noch aus meiner Schulzeit, weil ich selbst aus der Audi-Stadt mit ihren 25000 Einwohnern stamme.
„Er ist seinen Trainingskollegen schon jetzt in so ziemlich allen Fragen - also im technisch-taktischen Bereich, aus athletischer Sicht und von der generellen Trainingseinstellung her - überlegen", sagt Wegner über Britsch. Nach dem Gewinn der IBF-Junioren-WM gehe es darum, seine Leistungsstärke im Wettkampf auch gegen erfahrene Gegner weiter zu bestätigen.
Vermutlich wird der auf acht Runden angesetzte Kampf als Aufzeichnung in der ARD nach dem Huck-Fight ausgestrahlt. Nachdem es immer schwieriger wird, im Juniorenbereich für Britsch adäquate Gegner zu finden, kann er sich nun gegen Cosseddu bewähren. Der 27-jährige Italiener ging aus 32 Profikämpfen bislang 23 Mal als Sieger hervor und holte fünf Unentschieden.
Britsch sucht übrigens noch Sponsoren. Dank seiner Bildung, seiner schwäbischen Wurzeln, seiner Erfolge und seiner hohen Medienpräsenz, insbesondere in der ARD, bietet er nicht nur thematisch viele Anknüpfungspunkte, sondern auch einen hohen Werbewert. Ich möchte hier nur daran erinnern, dass ich auch meinen Kunden Carl Stahl rechtzeitig mit Cruiserboxer Firat Arslan zusammen gebracht hatte, ehe dieser Weltmeister wurde. Ticket-Hotline für die Box-Gala in Erfurt ist übrigens die 01805-570044.
Hochmut kommt vor dem Fall
Zugegeben: Ich habe am Samstag im ZDF auch kein Boxen geschaut. Verpasst habe ich ja offenbar nichts und auch in der Schweriner Halle tummelten sich nur 2500 Besucher. Denn Lokalmatador Jürgen Brähmer hatte schon am Freitag seinen Hauptkampf wegen Rückenbeschwerden absagen müssen und der Kampf von Fliegengewichtlerin Susi Kentikian, immerhin eine Weltmeisterin, musste in der dritten Runde ohne Wertung abgebrochen werden, weil ihre mexikanische Gegnerin nach einem unbeabsichtigten Kopfstoß eine schwer blutende Wunde hatte.
Mehr noch. Die Hoffnung von Universum-Chef Klaus-Peter Kohl, mit Alexander Alexejev einen verheißungsvollen Nachwuchsboxer präsentieren zu können, ging schon in der zweiten Runde k.-o. Damit ist die vorletzte Chance, sich mit einer spektakulären TV-Boxnacht zu empfehlen, verstrichen. Kohl kann nun nochmals am 31. Juli an seinem Stammsitz in Hamburg auf Sendung gehen, dann endet der jahrelange Vertrag mit dem ZDF, der dem Boxstall jährlich rund 20 Millionen Euro eingebracht haben dürfte.
Dabei zeichnete sich der Niedergang auf vielen Ebenen ab: Universum gingen die Weltmeister und charismatischen Typen aus. Luan Krasniqi und Firat Arslan verloren zuletzt ihre Kämpfe, Zsolt Erdei ging aufs Altenteil, Felix Sturm klagte sich aus dem (Knebel-)Vertrag und Witali Tajbert kam als Disco-Schläger negativ in die Presse. Parallel wurden die Universum-Pressemitteilungen immer dünner und die Internetvermarktung auf Youtube - als Kompensation zu dem endenden TV-Vertrag - wurde als Erfolg verkauft.
Immer häufiger hatten seit 2007 stallinterne Fights stattgefunden, z.B. Luan und Sascha Dimitrenko im Schwergewicht, um den Kader zu reduzieren. Auch Ex-Pressesprecher Christoph Haverkamp verließ das sinkende Schiff - per Pressemitteilung. Im Mai wurden schließlich die 15 Universum-Mitarbeiter in Verwaltung und Vermarktung auf Ende Juli gekündigt, weil dem Boxstall die Geschäftsidee abhanden kam.
Auf- und Niedergang so aus der Nähe zu beobachten, war schon interessant, auch wenn man teils als Provinzjournalist zu spüren bekam, dass Millionär Hans-Peter Kohl außer Bild und ZDF eh niemanden braucht. Da bekamen Fotografen nur schwer eine Akkreditierung und Redakteure keine vernünftigen Aussagen. Auch wurde ich nie den Eindruck los, dass die Boxer, die eine enorme Leistung bringen, regelrecht ausgebeutet werden.
Ich möchte jetzt nicht nachtreten, aber ein Bedürfnis ist es mir schon, auch diesen Markt des Boxgeschäfts zu reflektieren. Das ist Kapitalismus, der nach Angebot und Nachfrage läuft und erinnert mich schon auch an die Industrie. Wer ständig auf preisgünstige Boxer aus Osteuropa zurückgreift, darf sich nicht wundern, wenn hierzulande das Interesse nachlässt.
Arslan boxt am 3. Juli in Stuttgart
An Ostern hatte es mir Firat erzählt, vor einer Woche berichteten es die Stuttgarter Nachrichten, heute steht es auch in der Lokalzeitung: Der ehemalige WBA-Weltmeister im Cruisergewicht, Firat Arslan, boxt 1,5 Jahre nach seiner fürchterlichen Niederlage gegen Guillermo Jones am Samstag, 3. Juli, in der Stuttgarter Porsche-Arena um die Interims-Weltmeisterschaft. Das ZDF überträgt ab 23 Uhr live den Hauptkampf von Ina Menzer und anschließend den Arslan-Fight als Aufzeichnung.
Gegner des deutsch-türkischen 39-Jährigen ist der 33-jährige Franzose Steve Herelius, der von seinen 19 Profi-Kämpfen bislang nur einen verloren hat. Arslan, der vier von 29 Fights verlor und im November 2007 gegen Vergil Hill WBA-Weltmeister wurde, konnte den Titel nur einmal verteidigen. Weil aber Jones seit seinem Sieg im September 2008 den Titel kein einziges Mal verteidigt hat, droht nun wegen Inaktivität die Aberkennung.
Seinen französischen Gegner, einen Rechtsausleger wie er selbst, schätzt Firat stark ein. Der Kampf sei aber seine letzte Chance nochmals Weltmeister zu werden, weshalb er im Ring alles geben werde. Zweimal waren Kämpfe des Universum-Boxers gegen Marco Huck (Sauerland-Boxstall wie Dominik Britsch und Artur Abraham), der zunächst Europameister war und aktuell WBO-Weltmeister ist, verletzungsbedingt gescheitert. Auch jetzt hat Firat noch Schmerzen in der Schulter, nicht aber Beeinträchtigungen in der Motorik.
Britsch boxt morgen Nacht in Detroit

Morgen in Detroit: Neben Artur Abraham boxt der Neckarsulmer Dominik Britsch um seinen 18. Sieg im 18. Kampf.
Das ist der Hammer: Der Neckarsulmer IBF-Juniorenweltmeister Dominik Britsch boxt morgen Nacht in der Joe-Louis-Arena in Detroit. Erst 22 Jahre alt und bereits ein solcher Erfolg! Doch mit 17 Siegen in 17 Profi-Kämpfen, von denen die wenigsten über die volle Distanz gingen, hat der Abiturient seine Qualitäten unter Beweis gestellt. Bereits als Elftklässler hatte der Mittelgewichtsboxer bei Sauerland einen Vertrag unterschrieben.
Neben Artur Abraham, der in dieser Nacht den Hauptkampf gegen Andre Direll (27) bestreitet, ist der Schwabe der Liebling von Ulli Wegner. Der Erfolgstrainer attestiert dem Sohn von Jürgen Britsch, der einst selbst Deutscher Meister bei den Amateuren war, ein Ausnahmetalent und ist sich sicher, dass der Youngster in naher Zukunft in seiner Gewichtsklasse Weltmeister wird.
Britsch tritt gegen den US-Amerikaner Matt Berkshire an, der bislang nur einen seiner zwölf Profi-Kämpfe verlor. Die Kämpfe werden in der Nacht zum Sonntag von der ARD von 3.15 bis 5.55 Uhr übertragen. Nachdem ich als gebürtiger Neckarsulmer Jürgen Britsch noch aus meiner Jugendzeit kenne, bin ich nahe an der Familie dran. Und weil ich viel mit Firmen zu tun habe, würde ich mich freuen, auch für Britsch einen Sponsor zu finden, wie es sich 2007 zwischen der Carl Stahl GmbH und dem späteren Cruiser-Weltmeister Firat Arslan gefügt hat. Denn im Verhältnis zum Werbewert dank der TV-Übertragungen mit hohen Zuschauerquoten und Fotos in der Presse ist der Preis ein Schnäppchen.
Der Verlierer ist der wahre Sieger
Kennen Sie Jason Nesbitt? Der Brite ist Weltergewichtsboxer (bis 66,7 kg) und dazu da, künftige Profis gut aussehen zu lassen. Denn der 36-Jährige mit 104 Niederlagen in 114 Profi-Kämpfen ist auf den ersten Blick der geborene Looser. Er ist dazu da, die Weste des aufsteigenden Nachwuchses makellos zu halten. Denn im Boxgeschäft bekommen Talente 15 bis 20 Aufbaukämpfe, die ihnen den Nimbus der Unschlagbarkeit verleihen sollen. Das macht sie für hohe Einschaltquoten im TV und hohe Börsen attraktiv.
Am anderen Ende dieses Geschäftes braucht es aber 15 bis 20 Profis, die sich regelmäßig besiegen lassen, um den Stars solche Karrieren zu ermöglichen. Nesbitt ist nur einer davon. In die Rolle kam er eher zufällig, weil er mit Mitte 25 unbedingt Profi werden wollte. Die Folge: Es fehlten die Grundlagen. Die Konsequenz: Von den ersten zehn Profi-Kämpfen konnte er nur einen gewinnen.
Aber nun kommt der entscheidende Punkt: Statt mit dem Schicksal zu hadern, nahm er seine Rolle an. Und er füllt sie gut aus. Denn seit Jahren geht er fast immer über die volle Distanz und fast nie zu Boden. Das macht auch solche Vorkämpfe für die Zuschauer interessant und die Gegner können in diesen Fights dazulernen. Damit übernimmt Nesbitt, der selten mehr als 1000 Pfund je Abend kassiert und nicht selten in heruntergekommenen Hotels oder Discotheken antreten muss, eine dienende Rolle ein und wird somit zum Vorbild.
In England haben Typen wie er mittlerweile einen gewissen Kultstatus erreicht. Denn irgendwie steckt in jedem von uns ein Verlierer und aus dem Auditorium der Zuschauer heraus projizieren die Besucher nicht nur ihre Sehnsüchte nach Anerkenung und Erfolg auf die Sieger. Sie identifitzieren sich auch mit dem Verlierer, der seine Pflicht tut, sich dabei möglichst gut verkauft und schaut, dass keine bleibenden Blessuren bleiben. Kommt einem doch irgendwie auch aus dem eigenen Leben bekannt vor. Deshlb, weiterhin viel Erfolg, Jason, und bleib gesund!
