Social Media: Buhlen um Aufmerksamkeit
Im Frühjahr hatte mich eine Studentin der Hochschule für Wirtschaft und Technik in Dresden angemailt, mit der Bitte, an einer Umfrage über die Bedeutung von Social Media für PR-Agenturen teilzunehmen. Denn Karin Rösler, so ihr Name, wollte im Studiengang International Business ihre Bachelorarbeit über "Social Media als Geschäftsfeld für PR-Agenturen" schreiben.
Freundlicherweise ließ mir Karin nun das Gesamtergebnis ihrer Umfrage zukommen, an der sich offenbar 210 Agenturen beteiligt hatten. Das spricht einerseits für ihren Fleiß, andererseits aber auch für die Aussagekraft ihrer Ergebnisse - und die Konkurrenz, die in unserer Branche herrscht.
Was mir dabei runter geht wie Öl: 67 Prozent aller Agenturen nennen Public Relations, also Pressearbeit, als wichtigste Aufgabe von Social Media, gefolgt von Dialog mit potentiellen Kunden (49 %) und Monitoring (35 %), also im Internet verfolgen, was über das Unternehmen kommuniziert wird. Und wir machen ja fast ausschließlich Pressearbeit auf hohem journalistischem Niveau!
Interessant auch: Ein Viertel aller Agenturen gibt an, mittlerweile regelmäßig bis häufig bzgl. Social Media-Dienstleistungen angefragt zu werden - und zwar überwiegend von Firmen mit 51 bis 250 Mitarbeitern. Und: Drei Viertel aller Agenturen haben einen solchen Service erst seit ein bis drei Jahren im Angebot (wir zum Beispiel) und erweitern diesen ständig, zum Beispiel um Krisen-PR oder die Beschaffung von Belegen.
Da ist es nur logisch, dass die Hälfte aller Agenturen, die geantwortet haben, Social Media als wichtig bis sehr wichtig für die Öffentlichkeitsarbeit von Unternehmen einschätzen und Netzwerke wie Twitter oder Facebook, zielgruppenorientierte Blogs und Foren für deren wichtigste Instrumente erachten. Entsprechend geben 85 Prozent der Agenturen an, ihr Spektrum in diese Richtung zu erweitern.
All diese Einschätzungen kann ich nur unterstreichen und doch stelle ich parallel fest, dass etliche unserer Kunden verstärkt auf gedruckte Mitarbeiter-, Kundenzeitungen oder Newsletter setzen, um sich eben letztlich von der Fülle digitaler Informationsmöglichkeiten abzugrenzen. Und: Sie setzen dabei auf hochwertige Recherchen und journalistisch inszenierte Fotos unsererseits, um ihren potentiellen Lesern möglichst weit entgegegen zu kommen. Fazit: Beim Buhlen um die Aufmerksamkeit potentieller Kunden braucht es immer mehr Feintuning in den Details. Der Aufwand steigt qualitativ (Journalismus) wie quantitativ (print + Social Media).
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