leonhard fromm der medienberater

22Dez/105

Knoblauch spitzt seine These zu

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Mit der Personalfalle hat Prof. Jörg Knoblauch dieses Jahr einen Bestseller geschrieben und in vielen Zeitungen kamen Interviews und Berichte mit dem Autor über seine Personalauswahlthesen. In dem Buch greift er auch auf seine ältere These von den A-, B- und C-Mitarbeitern zurück, wonach die As den Firmenkarren ziehen, die Bs nebenherlaufen und die Cs sogar auf dem Karren sitzen und sich ziehen lassen.

In obigem Video hat er nun nachgelegt und seine Cs mit dem Ergebnis von Studien in Belegschaften verknüpft. Demnach gibt es bundesweit acht Millionen C-Mitarbeiter. Der Personal- und Managementtrainer aus Giengen/Brenz tritt nun mit seinen Lesern in eine Diskussion, ob es besser sei, den volkswirtschaftlichen Schaden in Kauf zu nehmen, dass acht Millionen C-Menschen als Arbeitslose der Allgemeinheit zur Last fallen. Oder ob der betriebswirtschaftliche Vorteil überwiegt, dass die Firmen durch die Befreiung von den Cs bessere Ergebnisse erzielen.

Der clevere Trainer verbindet sein Diskussionsangebot noch damit, Kommentatoren seinen Bestseller als Hörbuch zuzusenden. Damit schafft er einerseits einen Anreiz, eine Meinung zu artikulieren, was zu besseren Klickraten im Internet führt, zum anderen promotet er damit sein Buch und seine Thesen, was ihm zu höherer Bekanntheit verhilft. Vermutlich sieht so auch der Weg aus, wie man in (Polit-)Talkshows kommt.

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Kommentare (5) Trackbacks (0)
  1. Sehr eindrüchlich :) Im 2012 gründe ich mein eigenes Geschäft, auf dieser Weise kann ich mich jetzt schon darauf vorbereiten.. vielen Dank

  2. Hallo Herr Buser,
    zur Existenzgründung kann ch Sie nur ermutigen – und gutes Gelingen wünschen. Viel rfolg und gesegnete Weihnachten, Leo Fromm

  3. Lieber Herr Prof. Koblauch,

    bevor man Ihre Frage beantworten kann, muss man meines Erachtens zunächst einmal klären, ob die eingangs unterstellten Voraussetzungen zutreffen. Spiegelt diese Unterteilung in A, B, C wirklich die Realität in unseren Unternehmen und wie scharf ist sie tatsächlich?
    Oder gibt es nicht auch Mitarbeiter, die an vier Tagen in der Woche den Karren ziehen und sich dann am fünften Tag mal drauf setzen und ziehen lassen?
    Weiterhin ist die Unterteilung sicher nicht statisch. Ein B-Mitarbeiter kann durrch Erkennen der Wirkgefüge und Arbeiten an sich selbst durchaus zum A-Mitarbeiter werden.

    Solche dynamischen Effekte würden aus meiner Sicht sicherlich auch zu berücksichtigen sein, wenn man auf einen Schlag die C-Mitarbeiter freisetzen würden. Ich differenziere das mal in zwei Gruppen: A und B auf der einen Seite, C auf der anderen Seite.
    Von den freigesetzten C-Mitarbeitern würden wohl einige (ich schätze mal optimistisch: ein Drittel) irgendwie “aufwachen” und sich qualifizieren, sowohl hinsichtlich ihrer Fachkenntnisse als auch in Bezug auf ihre Einstellung zur Arbeit. Dies würde sie zu potenziellen B-Mitarbeitern machen, was man irgendwann auch ihren Bewerbungsschreiben anmerken würde und so kämen sie wieder in Arbeit.
    Innerhalb der im Unternehmen verbliebenen A- und B-Mitarbeiter würde sich nach meiner Einschätzung irgendwann eine neue C-Gruppe herausbilden. Wenn es so ist, dass aufgrund der in den Unternehmen etablierten Mechanismen eine Differenzierung in A, B und C entsteht, dann wird diese Regelmäßigkeit sich auch bei veränderter Grundgesamtheit jedes mal wieder neu einstellen.

    In Wirklichkeit denke ich sogar, dass das bereits längst passiert ist: viele unserer Arbeitslosen *sind* ja nichts anderes als freigestellte C-Mitarbeiter, und dennoch werden sie irgendwie nicht weniger in den Unternehmen.

    Daher sollte jeder bestrebt sein, seine Nachgeordneten, aber auch seine Kollegen und Vorgesetzten bestmöglich zu unterstützen, um aus einem C- Mitarbeiter einen B-Mitarbeiter zu machen, aus einem B-Mitarbeiter einen A-Mitarbeiter, und die A-Mitarbeiter oben zu halten.

    Herzlichst
    Friedlieb

  4. Lieber Friedlieb,
    danke für Ihre differenzierte Betrachtung. Dazu fällt mir ein, dass ich als Wirtschaftsredakteur vor mehr als zehn Jahren mal darüber geschrieben hatte, dass es bei IBM (oder HP?) Abteilungen gab, in denen jeweils zum Jahresende zehn Prozent der Mitarbeiter (die schlechtesten oder deplatziertesten?) gehen mussten.
    Wie finden Sie dieses Modell?
    Gruß
    Leo Fromm

  5. Ja,
    ich kann mir vorstellen, dass ein solches Modell eine Weile zur Steigerung der Effizienz taugt. Was aber passieren kann, wenn man auch noch das letzte Restchen Effizienz herauskitzelt und alle Systeme bis ans Limit fährt, sieht man in diesen Tagen wieder mal bei der Bahn. Insofern ist Effizienz sicher nicht alles.
    Und nein, ein solches Modell würde mir nicht gefallen. Denn irgendwann hat man nur noch gute Leute und würde bei fortgesetzter Anwendung der 10%-Regel eine Menge wirklich guter Mitarbeiter freisetzen. Niemals ins Lebendige schneiden, hat schon meine Oma gesagt.

    Herzlichst
    Friedlieb


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