leonhard fromm der medienberater

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Von Benediktinern Wirtschaften lernen

Mit großem Gewinn habe ich kürzlich Anselm Grüns Aufsatz "Das Kloster und seine Finanzen" in der Benediktiner-Zeitschrift "Erbe und Auftrag" gelesen. Deren Quartalsheft 03/2010 hatte das Thema KlosterWirtschaft. Was der Betriebswirt und Mönchspriester Grün hier über die spirituellen Aspekte der Ökonomie schreibt, trifft auch meine Motive, warum ich arbeite und meinen Kunden diene.

Der 66-Jährige nennt vier Gründe, weshalb der Mönch arbeitet: Durch den eigenen Verdienst macht er sich unabhängig. In dem er die Mühe der Arbeit erlebt, teilt er die Wahrnehmung der Menschen in seinem Umfeld. Weil ihn die Arbeit drittens fordert, kreist er nicht nur um sich selbst und schließlich dient er den Menschen durch sein tätiges Handeln.

In einem zweiten Gedankengang führt Grün aus, dass es beim Wirtschaften um die rechte Balance geht: Klöster, die zu reich waren, verarmten meist spirituell. Und die Geschichte des Ordens lehrt auch, dass Klöstern, die zu arm waren, die spirituellen Wurzeln fehlten. Der Umgang mit dem Haben schärfe den Charakter, so der Autor, weil der Mönch lernt, spielerisch mit den Dingen und der eigenen Leistung umzugehen. Denn wenn er wertend vergleicht, spaltet er bereits die Gemeinschaft.

So sieht der prominente Benediktiner, ein Kurskollege meines Freundes Albert Schmid, Abtpräses der Erzabtei St. Martin in Beuron und Schriftleiter von "Erbe und Auftrag", in der Arbeit "das entscheidende Feld, auf dem das Miteinander eingeübt werden kann. Da geht es um eine gute und klare Kommunikation, um Transparenz, um die Bereitschaft, im Team zu arbeiten, miteinander und nicht gegeneinander zu arbeiten." Echte Gemeinschaft verlange immer auch Gütergemeinschaft.

Schmunzeln musste ich über Grüns Fazit: "An der Art und Weise, wie wir arbeiten und wirtschaften, soll Gottes Herrlichkeit sichtbar werden. Wer verbissen arbeitet, der verbreitet Aggressivität und Härte." So, deshalb mache ich jetzt eine Pause, und hole meine Tochter vom Reiten ab. Das Plaudern mit der Zwölfjährigen bringt mich regelmäßig auf andere Gedanken - und relativiert meinen Stress, den ich mir mache, damit meine Kunden mich mögen und Redakteure meine Themen aufgreifen.

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