leonhard fromm der medienberater

3Jan/120

Bundespräsident. Retten durch Teilen

Mein Blogeintrag von vor Weihnachten bzgl. Bundespräsident Christian Wulff und seiner unsäglichen Agitation in der Affäre um seine Privathausfinanzierung hat mir heute den Anruf eines Redakteurs vom Radiodienst, Deutschlands größter Nachrichtenagentur für Hörfunk eingebracht. Marco Schlichting hatte meinen Beitrag per Google gefunden und mich als Berater für Krisen-PR für interessant genug befunden für seine Kunden und deren Hörer.

Das völlig spontan am Telefon geführte Interview dauerte rund 15 Minuten. Ohnehin wollte ich heute über die jüngste Enthüllung schreiben, dass Wulff nicht mehr tragbar sei, nachdem nun heraus kam, dass er bei Springer-Verlag und Bild-Chefredaktion versucht hatte, die Recherchen um seine Hausfinanzierung zu unterbinden. Daraufhin fragte mich Schlichting, was ich Wulff als PR-Berater in der akuten Situation empfehlen würde.

Spontan antwortete ich, er solle sich öffentlich für seine charakterliche Inkompetenz entschuldigen und - im Amt bleiben. Denn sonst müsse das Volk auch ihm noch jährlich auf Lebenszeit 200.000 Euro Pension zahlen. Akzeptabel sei evtl., wenn er dem deutschen Volk vor versammelter Presse anbiete, im Amt zu bleiben, sich ab sofort Mühe zu geben und die Hälfte seiner Bezüge dauerhaft für einen sozialen Zweck zu spenden.

Diese Geste müsse aber sofort und von ihm (oder seinem Berater) kommen und nicht erst, wenn 20 Journalistenkollegen meine im Privatrundfunk publizierte Position in der Breite postulierten. Denn dann zeige Wulff wieder, dass er nicht macht, was der Anstand gebietet, sondern was die Medien fordern. Insgesamt redete ich mich in dem Interview ziemlich in Rage, weil die Sitten überall - auch im Journalismus - verlottern und alles nur noch auf Wirkung ausgerichtet ist und nicht mehr auf eine ethische Grundhaltung.

Mehr dazu und von mir auf Google+

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