Filmtipp: Ziemlich beste Freunde
Der französische Film ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie sich Menschen verändern, wenn sie sich aufeinander einlassen. Im Kino konnte man die Kraft regelrecht spüren, die dieser Streifen vermittelt: Von den Teenies bis zu den Omas saßen die Reihen voll und bereits nach wenigen Minuten wurde die Stimmung im Auditorium ruhig und konzentriert wie selten. Freunde erzählten mir, dass in ihren Vorstellungen, egal ob Göppingen, Mühlheim oder München, Besucher beim Abspann spontan applaudierten oder noch lange gedankenversunken sitzen blieben.
Im Kern geht es im Film darum, dass ein schwarzer Kleinkrimineller die Pflege eines aristokratischen Rollstuhlfahrers übernimmt, der nicht als Pflegefall, sondern als Mann behandelt werden will. Ebenso offen geht sein neuer Pfleger an die Aufgabe heran: Er muss Geld verdienen bzw. Interesse an einem Job nachweisen, um weiter Stütze zu bekommen. Auf dieser ehrlichen Basis begegnen sich die beiden Männer.
Was pragmatisch beginnt, wird immer mehr zur Bereicherung für beide. Der Film legt schön offen, wieviele Potenziale jeder Mensch bei sich und anderen heben kann, wenn er den Schlüsel zu seinen Gefühlen (wieder-)findet. Das Geld des Reichen wird plötzlich wieder zum Mittel, neue Möglichkeiten auszuprobieren. Und der Prolet entdeckt die leisen Töne, die Muse und das Schöne.
Ein schöner Film, der Mut macht, immer wieder an das Gute im Menschen zu glauben und sich Mühe zu geben, diese Ressourcen zu heben. Er passt aber auch gut zu meiner gestaltpädagogischen Ausbildung, in der ich seit bald zwei Jahren lerne, vor allem mich besser kennenzulernen und variantenreicher in meinen Reaktions- und Verhaltensweisen zu werden. Das macht weiter, flexibler und neugieriger.
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