leonhard fromm der medienberater

26Sep/110

Die Verwandlung – Kinofilm zum Lernen

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Mit Ein Sommersandtraum habe ich am Samstag im Kino den skurilsten Film seit langem gesehen: Benno, ein zwanghafter, narzistischer Angestellter, bescheißt seine Kollegen und ist besonders ekelhaft zu seiner Nachbarin Sandra, die abends für einen musikalischen Auftritt probt. Was ihm zu Beginn gar nicht auffällt: Er verliert immer mehr Sand. Je mehr er lügt, desto stärker rieselt der Sand aus ihm heraus.

Mehr noch: Benno verliert an Gewicht, weil er sich mit seiner boshaften, egozentrischen Art immer mehr in Sand auflöst. Am intensivsten passiert es nachts, wenn er erotisch von Sandra träumt, die er tags über als hässlich und "völlig talentfrei" beschimpft. Allmählich dämmert dem perfektionistischen Pedanten, dass seine Selbstauflösung mit Sandra zu tun hat, die sich durch Dünen von Sand zu ihm in seine Wohnung vorkämpft, wo er im Sand fast erstickt.

Geradezu dramatisch aber erlebt der Zuschauer mit, wie Benno in seinen alten Mustern verhaftet bleibt. So wendet sich auch Sandra von ihm ab. Kurz bevor er vom Sand überschüttet ist, seine Beine sind bereits zu Sand geworden, robbt Benno mit letzter Kraft vor Sandras Tür, wo er sich zärtlich flüsternd vollends in ein Sandhäufchen auflöst. Zu spät hat er erkannt, dass nur die Liebe, die hinter die Fassade eines Menschen blicken lässt, das Dasein lebenswert macht.

Bei aller Skurilität und Absurdität ist der Film des Schweizer Regisseurs Peter Luisi gleichermaßen romantisch und lustig. Er erinnert mich im wahrsten Sinn des Wortes an meine gestaltpädagogische Ausbildung, weil hier ein Kotzbrocken die Gestalt von Sand annimmt, da er nicht rechtzeitig sein Wesen ändert. Ein Sommersandtraum ist wunderbar durchgeknallt, erinnert mich von der Handlung her an Franz Kafkas "Verwandlung" und von der Dramaturgie her an Alfred Hitchcocks "Die Vögel."

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