leonhard fromm der medienberater

7Nov/110

Das Ende des Kapitalismus naht

Aus einer real ökonomischen Weltwirtschaft von 60 Billionen Dollar und einem täglichen Börsenumsatz von zwei Billionen Dollar hat sich eine Finanzindustrie herausentwickelt - wie ein Krebsgeschwulst, sage ich - von 200 bis 400 Billionen Dollar. Die Zahlen hat Heiner Geißler kürzlich in einem Interview mit den Stuttgarter Nachrichten genannt. Demnach besitzen die 300 reichsten Menschen der Welt auch ebensoviel wie die drei Milliarden ärmsten, nämlich zusammen je eine Billion Dollar.

Aus diesen Missverhältnissen speist sich der Unmut, der derzeit - erfreulicherweise weltweit - in der "Occupy Wall Street"-Bewegung zum Ausdruck kommt. Nach dem konservativen Philosophen Niklas Luhmann hat nämlich nicht der Kapitalismus den Kommunismus besiegt - er hat lediglich länger überlebt. Den Beginn seiner Überwindung, so Geißler, erleben wir derzeit.

Und der 81-jährge Querdenker, der den Euro in keinster Weise gefährdet sieht, führt aus, dass die aktuelle europäische Finanzkrise dazu führen wird, dass die Euro-Länder ihren Konstruktionsfehler beheben, der darin bestand, dass eine gemeinsame Währung ohne gemeinsame Spielregeln, also eine einheitliche oder zentrale Regierung, ins Leben gerufen wurde. Dies werde nun unter dem Leidensdruck der Rettungsschirme und Bürgschaften nachgeholt.

Und ein Zweites führt der frühere Jesuitenschüler aus: Um als Weltgemeinschaft zu überleben, legten die politisch Verantwortlichen dem Kapitaismus als Lehre aus der aktuellen Krise Fesseln an, um ihn zu bändigen. Dies folge dem Prinzip der sozialen Marktwirtschaft, die Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg das Wirtschaftswunder ermöglicht habe. Habe sich Europa erst politisch auf seine Regierung und Standards geeinigt, könne es sich um diese soziale Marktwirtschaft und damit den Weltfrieden kümmern.

Ich halte Geißlers Position für plausibel und will alles in meiner Kraft stehende tun, dazu meinen Beitrag zu leisten. Mögen andere darüber lachen oder noch kurz versuchen, ein letztes Mal ihrem persönlichen Vorteil nachzugeben. Mein Vorbild war schon immer die Ökonomie der Benediktiner, die nachhaltig wirtschaften. Dazu hatte ich vor wenigen Wochen hier schon einmal geschrieben.

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