Arbeitsumfeld: Was der Schreibtisch sagt

Stimmen mich heiter und dankbar: Die fünf Dauer-Utensilien auf meinem Schreibtisch in der Göppinger Lutherstraße.
Wer mein Büro betritt, ist in der Regel verwundert über die meist freien Arbeitsflächen und den strukturierten Gesamteindruck. Auch für mich ist oft interessant, wie die Arbeitsplätze anderer "gestaltet" sind. Oft hängen da Fotos von Ehefrauen, gemalte Bilder von Kindern oder Medaillen von Marathons oder andere Hinweise auf sportliche Erfolge. Ich möchte heute die Insignien zeigen, die meinen Scheibtisch seit Jahren zieren.
Die Tasse ganz links und das Kästchen daneben hat meine Tochter Lea (12) in der Grundschule gestaltet. Seither dient die Tasse als Stiftehalter. Die Büroklammer-Box in der Mitte habe ich nach dem Tod meines Vaters im April 2009 von seinem Schreibtisch genommen. Da war er schon 25 Jahre weg von "Schroedel". Doch für den Darmstädter Schulbuchverlag, für den er seit meiner Geburt im Außendienst war, schlug sein Herz. Von ihm, der dieses Jahr 93 geworden wäre, habe ich wohl die gute Schreibtischkondition.
Die Ordensschwester, die "Playmobil" 2005 herausbrachte, habe ich damals spontan gekauft, nachdem ich in einem Wirtschaftsmagazin gelesen hatte, welche Auflagen manche Figuren erreichen und welche Preise sie erzielen, wenn sie sich nicht lange im Sortiment halten. Damals kaufte ich mehrere dieser Figuren, von denen ich die meisten verschenkte, um den Mut des Herstellers zu honorieren, ein solches Auslaufmodell des deutschen Katholizismus zu produzieren.
Ganz rechts steht ein gläserner Engel, den mir mal eine gute Freundin schenkte mit dem Wunsch, er möge mich stets behüten (und besänftigen). So klein und unscheinbar er ist - in seiner Symbolik ist er mir fast am wichtigsten. Der Vollständigkeit halber sage ich dazu, dass in der Weihnachtszeit (ca. 10.12. bis 10.01.) hier auch noch eine ecuadorianische Kompaktkrippe en miniature steht.
Seltsam: Eigentlich bin ich ein spröder Typ, der Nippes ablehnt. Diese kleine Symbol-Parade aber stimmt mich immer wieder dankbar - und heiter. Und was steht bei Ihnen auf dem Schreibtisch oder hängt an der Bürowand? Ihre Kommentare würden mich interessieren, wenn ich hier schon so viel Preis gebe.
Ähnliche beiträge:
Februar 14th, 2012
Hallo Herr Fromm,
guter Beitrag, schöne Bezüge zu den einzelnen Gegenständen – einfach sehr persönlich. Hier soll man den Schreibtischnutzer ja offensichtlich in seiner Arbeitsweise und Typologie gut einschätzen können. Als ehemaliger Rheinlander bin ich auch kein Freund von Nippes, weder zu Hause noch im Geschäft. Einzig ein paar gemalte Bilder meiner Kinder habe ich neben meinem Schreibtisch an einem Schrank hängen.
Herzliche Grüße – Gregor Zens
Februar 15th, 2012
Hallo Herr Zens,
welche Freude, dass Sie kommentieren. Ein anderer Leser hat mir bereits am Montag seien fotografierten Schreibtisch gemailt. Es ist erstaunlich, was Reaktionen auslöst. Ihnen viel Erfolg auf der LogiMAT.
Beste Grüße
Leo Fromm