Es gibt Wichtigeres als sportlichen Erfolg
Klar habe ich mich geärgert über das Aus unserer Handball-Nationalmannschaft bei der EM in Serbien. Und dann las ich von der libyschen Fußball-Nationalmannschaft und deren Qualifikation für den Afrika-Cup. Denn was ich nicht wußte und worüber ich mir auch keine Gedanken gemacht hatte: Die Spieler sind oder waren Teil der Diktatur Gaddafis, die gestürzt wurde.
Und tatsächlich haben sich viele Spieler während der kritischen Phase ins Ausland abgesetzt oder sogar die Kickstiefel zeitweilig gegen Waffen eingetauscht, um den Despoten zu stürzen. Einige wurden auch verletzt oder verloren während der Revolution Angehörige. Das verändert den Blick. In den Stuttgarter Nachrichten habe ich gelesen, dass Freiheitskämpfer einen Nationalspieler nicht an die Front lassen wollten, um sein Leben nicht zu gefährden, oder ihm spontan ihre Schutzwesten überließen, um seine Unversehrheit zu gewährleisten.
Vielleicht war es diese patriotische Erfahrung von Solidarität, die die Spieler in der Qualifikation beflügelt hat. Auch mein Tag begann heute mit der Mail eines Bekannten, den ich gerne in die Presse gebracht hätte. Darin lässt er mir ausrichten, zum selber Schreiben ist er offenbar nicht mehr in der Lage, dass es andere gibt, die größere Vorbilder - und Charakterköpfe - seien als er. Und: Er habe nicht mehr lange zu leben und müsse sich nun auf das Wesentliche konzentrieren.
Das ist starker Tobak an einem Arbeitstag, den ich kurz nach 6 Uhr begann, weil scheinbar so viel Wichtiges anlag, dass ich allein schon aus innerer Unruhe ab 5 Uhr hellwach im Bett lag. Dem Bekannten schrieb ich als erstes zurück, dass ich ihm nun alles Gute wünsche auf der letzten Wegstrecke, die noch vor ihm liegt. Und mit einer anderen Haltung bin ich dann in meinen Tag - dankbar, dass ich gesund bin und zu tun habe.
Filmtipp: Ziemlich beste Freunde
Der französische Film ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie sich Menschen verändern, wenn sie sich aufeinander einlassen. Im Kino konnte man die Kraft regelrecht spüren, die dieser Streifen vermittelt: Von den Teenies bis zu den Omas saßen die Reihen voll und bereits nach wenigen Minuten wurde die Stimmung im Auditorium ruhig und konzentriert wie selten. Freunde erzählten mir, dass in ihren Vorstellungen, egal ob Göppingen, Mühlheim oder München, Besucher beim Abspann spontan applaudierten oder noch lange gedankenversunken sitzen blieben.
Im Kern geht es im Film darum, dass ein schwarzer Kleinkrimineller die Pflege eines aristokratischen Rollstuhlfahrers übernimmt, der nicht als Pflegefall, sondern als Mann behandelt werden will. Ebenso offen geht sein neuer Pfleger an die Aufgabe heran: Er muss Geld verdienen bzw. Interesse an einem Job nachweisen, um weiter Stütze zu bekommen. Auf dieser ehrlichen Basis begegnen sich die beiden Männer.
Was pragmatisch beginnt, wird immer mehr zur Bereicherung für beide. Der Film legt schön offen, wieviele Potenziale jeder Mensch bei sich und anderen heben kann, wenn er den Schlüsel zu seinen Gefühlen (wieder-)findet. Das Geld des Reichen wird plötzlich wieder zum Mittel, neue Möglichkeiten auszuprobieren. Und der Prolet entdeckt die leisen Töne, die Muse und das Schöne.
Ein schöner Film, der Mut macht, immer wieder an das Gute im Menschen zu glauben und sich Mühe zu geben, diese Ressourcen zu heben. Er passt aber auch gut zu meiner gestaltpädagogischen Ausbildung, in der ich seit bald zwei Jahren lerne, vor allem mich besser kennenzulernen und variantenreicher in meinen Reaktions- und Verhaltensweisen zu werden. Das macht weiter, flexibler und neugieriger.
Kachelmann macht Aigner interessant
Wie Sonnenstrom funktioniert, erklärt Michael Aigner in diesem Erklärvideo am Beispiel einer Photovoltaikanlage, die in Westerheim auf der Schwäbischen Alb steht. Das Verfahren hat der Inhaber des Großhandels für PV-Anlagen schon vielfach erklärt. Auch die Art der Anlage ist nichts Besonderes. Die Qualität des Videos liegt darin, dass Wettermoderator Jörg Kachelmann in seiner gewohnt launigen Art die Fragen stellt.
Im Sommer waren die beiden Partner eine Kooperation eingegangen, die sie im Oktober unter großem Medieninteresse öffentlich machten. Seither präsentiert Aton-Solar Kachelmanns digitale Wettervorhersage, die der Wahl-Schweizer auf diversen Kanälen wie Youtube regelmäßig publiziert. Eine zentrale Rolle spielt dabei die prognostizierte Sonnenscheindauer, die auch für PV-Anlagenbetreiber wichtig ist.
Und hier schließt sich der Kreis vom Händler zum Wettermoderator. Bei der Kooperation geht es vor allem darum, den fleißigen und tüchtigen Aigner im Markt der vielen Anbieter erkennbar und unterscheidbar zu machen. Letztlich geht es darum, seine Marke (qualitätvolle Module) und Dienstleistungen (optimal ausgelegte Anlagen) zu positionieren und dem Laichinger Unternehmen ein Gesicht, nämlich das von Kachelmann, zu geben.
Perfektionist im Hintergrund: Roland Eitel

Sympathische Begegnung: Gestern hatte ich kurz die Gelegenheit, Roland Eitel persönlich kennenzulernen.
Gestern hatte ich das Vergnügen, Roland Eitel in Esslinger persönlich zu treffen. Der frühere Sportredakteur der Esslinger Zeitung ist der Intimus von Jürgen Klinsmann, Joachim Löw und anderen Sportgrößen in Sachen Kommunikation und Außenwirkung. Den Strippenzieher im Hintergrund hatte ich vor rund 13 Jahren persönlich kennengelernt als Klinsi die Ehrung als "Regionaut" beim Verband Region Stuttgart bekam und Wolle Kriwanek sein Laudator war. Als Freund und Beobacher der beiden wohnte Eitel der Feier bei. Und seither habe ich auch seine Telefonnummer.
Den neuerlichen Kontakt hat der Salacher PR-Berater Enrico Müller hergestellt, mit dem ich seit Herbst kooperiere und der seinerseits in seiner Zeit im Sportsponsoring bei Mercedes mit Eitel zu tun hatte. So loteten wir gestern im Dreiergespräch aus, wo evtl. Ansatzpunkte für eine Zusammenarbeit bestehen und ob die Chemie zwischen uns allen stimmt. Denn letztlich geht es auch hier um Vertrauen.
Zuvor hatte ich Eitel als Referent erlebt, wie er die Vertriebsleute der AOK Neckar-Fils motivierte. Dabei erzählte der PR-Berater, wie Klinsmann, Löw & Co. seit 2004 die deutsche Fußball-Nationalmannschaft aus der Krise und 2006 zur Weltmeisterschaft im eigenen Land geführt hatten. Unaufgeregt, bescheiden und sachlich zeigte Eitel in vielen Details auf, was den Gesamterfolg ausmacht.
Wie zum Beispiel Klinsmann keinen Konflikt scheute, um immer wieder den Blick aufs Wesentliche zu lenken: Dass zum Beispiel Sponsoren bei Mannschaftsessen etc. ausgeschlossen waren, um das Team auf sich selbst zu fokusieren. Oder wie der Entscheidungs- und anschließende Informationsprozess lief, dass Jens Lehmann vor Oliver Kahn den Vorzug als Torhüter erhielt - gegen vielfältige Interventionen des FC Bayern oder des DFB.
Das gefällt mir an Eitels Arbeitsweise und erinnert mich an die eigene: Dass nicht sofort losgelegt wird (Aktionismus), sondern sehr akribisch alle Details ausgeleuchtet und bedacht werden und alles Seitherige und früher Bewährte auf den Prüfstand kommt. Und zwar unter sachlichen, menschlichen und PR-relevanten Aspekten. Das hat viel mit Psychologie und Wertschätzung zu tun, aber auch mit knallhartem Wissen um Mechanismen, Bereitschaft zum Wandel und damit, dass man sein Handwerk beherrscht.
Kurt Beck besucht PKM in Pirmasens

Geduldiger und interessierter Landesvater: Auf einen Sprung kam Kurt Beck (von rechts) mit in das Büro von PKM-Chef Deniz Cevikalp. Auch für mich war es ein Erlebnis, den Spitzenpolitiker so unmittelbar zu erleben.
Das haben wir auch nicht alle Tage: Dass ein Ministerpräsident einen unserer Kunden besucht. Deniz Cevikalp, der im Sommer 2011 die PKM Packaging GmbH in Pirmasens gekauft hat, hat es geschafft. Sogar innerhalb so kurzer Zeit. Und ich hatte das Vergnügen, sowohl dabei zu sein als auch in die Vorbereitungen massiv eingebunden zu sein. Die liefen vor allem im Dezember.
Genau 90 Minuten stand uns der prominente Sozialdemokrat zur Verfügung. Und wir schnürten ein minutengenaues Programm und hielten dieses auch ein, das alle Erwartungen erfüllte. Der Termin begann am Montag mit einem 40-minütigen Betriebsrundgang mit der Presse, bei dem Beck mit Ingenieuren und Arbeitern ins Gespräch kommen konnte. Wir waren mit eigenem Fotografen und Kameramann dabei, um die Em0tionen einzufangen.
Denn letztlich kann bei einem solchen Termin inhaltlich wenig laufen. Er lebt von emotionalen Begegnungen. Entsprechend hatten wir auch die regionalen Repräsentanten von IHK, Banken, Kreis, Kommune und Beratern eingeladen, die am öffentlichen Pressegespräch teilnahmen. Anschließend ermöglichten wir den Gästen, sich mit Beck fotografieren zu lassen, der geduldig kooperierte.
Sein straffer Zeitplan erlaubt es Beck, im Schnitt pro Monat nur zwei Betriebe in Rheinland-Pfalz zu besuchen. Umso bemerkenswerter war, dass Cevikalp den Zuschlag bekam. Der Unternehmer bietet aber auch viele interessante Facetten: Vom türkischen Arbeitersohn hochgearbeitet, einen Marktfüherer für Verpackungsmaschinen mit 50 Mitarbeitern gekauft und plant nun, den Umsatz bis Ende 2015 auf zwölf Millionen Euro zu verdoppeln. Respekt, Herr Cevikalp.
Bereits am Dienstag berichteten beide Regionalzeitungen groß über den Besuch. Seit gestern läuft unsere Nacharbeit, die einschlägigen Fachtitel und Businessmedien mit Texten und Fotos über den Besuch zu versorgen und die Redakteure für das mechatronische Unternehmen zu interessieren.
Neue Homepage ist endlich “scharf”
Der Serve
rwechsel, mit dem ein Vertragswechsel einher ging, hat sich nun drei Wochen länger hingezogen als gedacht. Passiert ist es dennoch: Seit gestern haben wir einen komplett neuen Internetauftritt. Das schwarz-rot-weiße Design verdanken wir der Bad Boller Werbeagentur Projekt e, die in diesem Style bereits unser Kundenmagazin und unsere Visitenkarten gestaltet hat. Im nächsten Schritt folgen dann dieser Blog, das Briefpapier und Anzeigen, falls wir mal welche schalten sollten oder andere Werbematerialen.
Auf den ersten Blick ist die Startseite nun viel Social Media-tauglicher. Bei den Dienstleistungen, die in der Praxis längst umfassender waren, haben wir nun Services wie Kundenmagazine, Filme oder PR-Coaching ergänzt und rund 20 Referenzen von Kunden mitgeliefert, die belegen, dass wir auch können, was wir behaupten. Neu ist die Rubrik "Fromm & Friends", in der ich Prominente zeige, mit denen ich (beruflich) zu tun habe. Heute bspw. mit Ministerpräsident Kurt Beck in Pirmasens.
Ich freue mich sehr, nun diese neue Homepage präsentieren zu können. In ihr steckt deutlich viel mehr Arbeit als man ihr auf den ersten Blick ansieht. Seit 2001 war sie - inklusive der Fotos von mir - nahezu unverändert, obwohl sich so viel in diesen zehn Jahren um mich herum in dieser Agentur entwickelt hatte. Andererseits wurde die alte Homepage bis zum Schluss als aussagekräftig und informativ gelobt und fanden neue Kunden den Weg zu mir. Mal sehen, wohin mich die neue Homepage führt. Über Kommentare und Rückmeldungen freue ich mich sehr.
Den Weg zu uns finden Sie auch über meine Beiträge auf Google+
Stéphane Hessel: Empört euch!
Eindringlich ruft der 94-jährige Stéphane Hessel in seiner Streitschrift "Empört euch!" zum friedlichen Widerstand gegen die Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft auf: Gegen die Diktatur des Finanzkapitalismus, gegen die Unterdrückung von Minderheiten und gegen die Umweltzerstörung unseres Planeten. Gelesen habe ich die 14-seitige Streitschrift des Überlebenden des KZs von Buchenwald zu Beginn des Jahres.
Hessel, der während des Dritten Reiches in der französischen Résistance gegen die Nazis sein Leben riskierte, war 1948 Mitautor der Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen. Ab Oktober 1945 vertrat der gebürtige Berliner, der als Siebenjähriger mit seinen Eltern nach Paris zog und 1937 französischer Staatsbürger wurde, als Diplomat Frankreich bei der UN. Im KZ hatte Hessel dem Publizisten Eugen Kogon ("Der SS-Staat") das Leben gerettet, in dem er ihm zu einer neuen Identität verhalf.
Hessels Broschüre passt in meine derzeitige Verfassung, wonach ich seit Sommer u.a. wegen S 21, des Afghanistankriegs und der Eurokrise der Überzeugung bin, wieder politischer werden zu müssen, um das Feld nicht den anderen zu überlassen. Das armselige Agieren des Bundespräsidenten Christian Wulff in eigener Sache bestätigt mich einmal mehr darin, dass eine radikale Neuorientierung, personell wie inhaltlich, erforderlich ist, die Herausforderungen dieses Jahrhunderts zu meistern. Persönliche Eitelkeiten und finanzielle Interessen sind da völlig kontraproduktiv.
2011 erstmals 500.000 Euro Umsatz
Im Sommer 2011 hatte ich es als ehrgeiziges Ziel prognostiziert. Jetzt ist es eingetroffen: Tatsächlich hat unsere Agentur, die seit Februar fünf Mitarbeiter umfasst, im abgelaufenen Jahr mit 502.667,31 Euro erstmals mehr als eine halbe Million Umsatz gemacht. 2010 waren es erst 379.000 Euro, was aber immerhin im bundesweiten Branchenranking Platz 131 einbrachte. Wo wir dieses Jahr landen, wird sich in drei Monaten erweisen, wenn Research & Result das aktuelle Ranking veröffentlicht.
Für das laufende Jahr, in dem ab März eine sechste Redakteurin das Team ergänzt, sage ich jetzt Mal 0,63 Mio. Euro voraus. Der Grund: Seit Januar haben wir einen 23. Kunden, der sich mit einer Monatspauschale von uns in den Medien platzieren lässt und mit mehreren Kunden machen wir nun höhere Umsätze, weil wir etwa das Leistungsspektrum um Social Media-Aktivitäten erweitert haben. Teils steigen auch unsere Honorarsätze.
Bei einigen Firmen haben wir aktuell auch Angebote laufen. Kommt davon nur eines zum Auftrag, ist das ehrgeizige Umsatzziel für 2012 erreichbar. Und dort, wo etwa Umsätze wegbrechen könnten, fangen wir das erfahrungsgemäß mit Projekten auf, die meist der Einstieg in eine dauerhafte Zusammenarbeit sind. Dazu möchte ich sagen, dass Wachstum zwar kein Selbstzweck ist, uns bislang aber (fast) jeder Kunde auch stärker gemacht hat.
Denn personelles Wachstum ermöglicht es uns, parallel zur persönlichen Kundenbetreuung Spezialisten für internationale PR (Sprache), Kundenmagazine, Filmproduktion oder Wikipedia aufzubauen. Dasselbe gilt für die Pflege der rund 2500 Journalistenkontakte, die wir unterjährig pflegen. Auch hier gibt es Kollegen, die besonders einzelne Bundesländer, Branchen, Business-Titel oder TV-Sender in den Blick nehmen.
Denn was sich hier so leicht liest, ist im Alltag doch schwere Kommunikationsarbeit. Auch Führungsarbeit, um den einzelnen Kunden, einzelnen Kollegen oder auch die Gesamtstrategie im Blick zu behalten. Denn hinzu kommen Kooperationen mit der Bad Boller Werbeagentur projekt e, freien PR-Beratern sowie weiteren Journalisten, freien Fotografen und Kameraleuten, so dass der Gesamtumsatz nochmals höher ist, den wir letztlich bewegen. Für das laufende Jahr suchen wir zudem einen Studenten, der als Praktikant das Potential mitbringt, unser nächster Volontär zu werden.
Den erlösten Krieger kultivieren

Ganz neue Einsichten und Perspektiven: Der erlöste Krieger Leonhard Fromm erkundet sich in der Gruppe vor dem Spiegel. FOTO: WEISS
Spannende Einsichten in psychologische Grundmuster und in mein eigenes Verhalten und meine Wirkung auf andere habe ich beim sechsten Teil meiner gestaltpädagogischen Ausbildung vorige Woche (03. bis 07.01.) im Bildungshaus Untermarchtal zum Thema "Trommeln und Masken" gewonnen. Am zweiten Tag gestalteten wir 32 Teilnehmer aus einer Fülle von Materialien individuelle Masken, mit denen wir später im Plenum je einzeln rund zehn Minuten auftraten.
In der Teilgruppe von 16 überwiegend Lehrern und Sozialarbeitern aber auch Selbstständigen hatten dann die "Zuschauer", die im Spalier saßen, an dessen oberem Ende ein Ganzkörperspiegel stand, unterschiedlichste Trommeln, mit denen sie die Bewegungen des Maskierten möglichst stimmig begleiten sollten. So wurden große Gesten und Stampfen ebenso intoniert, wie etwa das Sinnieren der Maske vor dem Spiegel oder ihr Kauern am Boden.
Anschließend reflektierte der Wiener Gestalttherapeut und Kursleiter Robert Michor mit uns das Erlebte, Gehörte und Gesehene. Gerade die Vielzahl der Auftritte, die Gestalten der Masken und der Ausdruck ihrer Träger zeigten, wie unterschiedlich die Charakteren der Teilnehmer (und der Menschen generell) sind. Dabei geht es nicht um richtig oder falsch, gut oder schlecht, sondern um die Fülle von Handlungs- und Präsentationsmöglichkeiten, die uns im Alltag begegnen und die natürlich viel mit Wesen und Prägung der Akteure zu tun haben.
Die vier Grundmuster der Masken oder Rollen nach C.G. Jung, so referierten die Trainer im Theorieteil, sind der König (kontrollieren), der Krieger (durchsetzen), der Magier (kreativ sein) und der Liebende (in Beziehung sein), die alle in jedem von uns angelegt sind. Je nachdem, wo in Kindheit und Vergangenheit Defizite entstanden, überwiegen einzelne Rollen oder verdrängen andere gar. Die Trainer unterscheiden auch zwischen "erlöst" und "unerlöst".
So kann der erlöste Krieger Grenzen ziehen und klar nein sagen, wo der unerlöste Krieger alles attackiert, was sich bewegt. Oder der erlöste Magier hat in seiner Kreativität den Blick auf das Machbare, während der unerlöste Magier zum Manipulator wird, der mit Menschen und deren Gefühlen spielt. Immer wieder praktische Übungen zur Selbsterfahrung und Methoden, mit denen sich die Kursteilnehmer gegenseitig Rückmeldung geben, halfen, das Gelernte in diesen vier emotional dichten Tagen zu verinnerlichen und erlöste Verhaltensweisen auszuprobieren.
Mein Expertenstatus festigt sich
Mit großer Genugtuung habe ich eben nach meiner Rückkehr aus einer gestaltpädagogischen Weiterbildung auf Markos Medien-Podcast das leicht gekürzte Interview angehört, das ich dem Münchner Hörfunkredakteur Marko Schlichting am Dienstag gegeben hatte. Offenbar muss es in einer Version von 2:33 Minuten in 17 privaten Hörfunkkanälen in Bayern und Baden-Württemberg gelaufen sein, wie ich einer Mail und einem lobenden Facebookeintrag eben nach meiner Rückkehr entnehme.
Ich danke dem Redakteur, der quasi ein überregionales Mantelprogramm für regionale Privatsender prozuziert, dass er mir die Chance gegeben hat, meine Position zu entfalten. Im Idealfall wird auf diese Weise ein öffentlich-rechtlicher Sender im Bereich TV oder Radio, oder auch ein privates Talk-Format auf mich aufmerksam und prüft, ob man den Mann mit dem schwäbischen Idiom und den glasklaren Ansichten vor ein Mikrofon setzen kann.
Klar wäre das gut für meine Publicitiy und meine Ansichten. Aber auch den Sendern würde es mal guttun, unverbrauchte Köpfe und Stimmen zu Wort kommen zu lassen statt immer wieder Christdemokrat Heiner Geißler für alles, den Philosophen Richard David Precht für die Befindlichkeit und Ex-Verbandsfunktionär Heinz Olaf Henkel für die Interessen der Wirtschaft zum Gequassel zu bitten.
Es geht mir hier nicht um meine Person, aber um das Prinzip. Es fehlt überall an Mut, mal etwas Neues zu machen. Meine Idee, Wulff könne seine Bezüge nach all diesem Herumgeeiere auf Dauer zur Hälfte spenden, hielte ich unbedingt für ein Signal, das ihn in die Herzen der Bürger (zurück-)brächte und eine Haltung sichtbar machen würde, die uns an Margot Käßmann im Frühjahr 2010 so gut gefallen hatte. Es ist doch wirklich nicht so schwer.
