Wasserstofftankstelle am ZSW in Ulm eröffnet

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Meinen es ernst mit dem Wasserstoffantrieb (v.l.): Prof. Dr. Christian Mohrdieck (Daimler), Helmfried Meinel (Umweltministerium), Dr. Klaus Bonhoff (NOW), Guillaume Larroque (Total), Prof. Dr. Werner Tillmetz (ZSW), Dr. Dieter Prangenberg (Linde), Kunde Dr. David Wenger (Wenger Engineering) und Thomas Bystry (Shell, Vorsitzender Clean-Energy-Partnership). FOTO: ZSW

Die Manager von Daimler, Linde, Total und Shell, die am Freitag (15. Juli) am Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) in Ulm die bundesweit 21. Wasserstofftankstelle in Betrieb genommen haben, zeigen die Ernsthaftigkeit der Industrie, diese Technologie nun marktfähig zu machen.

In diesem Kontext war das ZSW, das heute 220 Hauptamtliche und 100 studentische Hilfskräfte beschäftigt,1988 von den Universitäten Stuttgart und Ulm sowie Playern aus der Automobilindustrie gegründet worden. Bei der Einweihung der Ulmer Tankstelle skizzierte Dr. Klaus Bonhoff die Strategie der Bundesregierung. Für den Geschäftsführer der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) war der Tag ein Indiz, dass der Hochlauf der Infrastruktur nun „richtig begonnen hat“.

Ministerialdirektor Helmfried Meinel betonte, ein Drittel der aktuell 21 Wasserstofftankstellen stünden in Baden-Württemberg. Fünf weitere seien in Planung. Vor dem Hintergrund des Pariser Klimagipfels plane die Bundesregierung, nach 2030 keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr zuzulassen.

Dass die Daimler AG nicht nur deshalb in der jungen Technologie einen Zukunftsmarkt sieht, versicherte Prof. Dr. Christian Mohrdieck. Der Leiter der Fuel Cell-Sparte kündigte an, dass 2017 der GLC, ein Verkaufsschlager der Premiummarke, auch als Plug-In-F-Cell auf den Markt kommt. Das gäbe dem Antrieb „einen richtigen Schub“.

Guillaume Larroque, Manager der französischen Mineralölgesellschaft Total, die die Ulmer Tankstelle betreibt, reklamierte für sein Unternehmen, Wasserstoff seit zwölf Jahren als Antriebsmittel des 21. Jahrhunderts zu forcieren, und ZSW-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Werner Tillmetz wertete es als wichtiges Signal in die Fläche, nun auch direkt am ZSW in Ulm über eine eigene Tankstelle zu verfügen.

Bei der Eröffnung dabei war David Wenger, Geschäftsführer der Wenger Engineering GmbH aus Ulm. Sein Ingenieurbüro hatte seit 2006 wesentliche Beiträge zur Entwicklung von Brennstoffzellenfahrzeugen und Wasserstofftankstellen erbracht. Unter anderem ist das Büro 2016 Preisträger des Automotive Safety Award der SAE für den Beitrag zur Norm SAE J2601, nach der die Fahrzeuge betankt werden.

Dass in Ulm Bedarf für die Tankstelle besteht, belegte der promovierte Ingenieur Wenger, der auf Grund seines beruflichen Engagements ein Brennstoffzellenfahrzeug fährt. Bislang musste dieses in Stuttgart oder München betankt werden.

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80 Gäste bei unserem Agentur-Sommerfest

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Tobias Köhler fasziniert die Besucher unseres Sommerfestes mit seinem Vortrag: Der Innovationsbeauftragte der Südwestdeutschen Medienholding gab tiefe Einblicke in die Zukunft der Medien. FOTOS: Spantig

Düsseldorf, Jena oder München – unsere Gäste haben teils weite Wege auf sich genommen, um am Freitag an unserem mittlerweile dritten Sommerfest der Agentur im Ambiente von „Raum & Zeit“ am Rems-Ufer teilzunehmen. Tobias Köhler, Chefstratege der Südwestdeutschen Medienholding, die u.a. Stuttgarter Zeitung, Süddeutsche und Rheinpfalz herausbringt, warf einen Blick in die Medienzukunft.

„Redakteure und deren Content bleiben wichtig, aber wir müssen immer mehr Kanäle bespielen“, so der Referent in seinem frei gehaltenen Vortrag vor den 80 Besuchern. Das Lkw-Attentat von Nizza am Tag zuvor hätten bspw. tausende Menschen auf ihren Smartphones teils live in ihre Communities gesendet. Da müsse Exklusivität einer Nachricht neu definiert werden.

011 Sommerfest Foyer (hoch)
Gute Gespräche und interessante Begegnungen: Unser Sommerfest bietet eine Plattform für den persönlichen Kontakt.

Schon heute arbeiteten Redakteure eng mit Technikern zusammen, die die einzelnen Nachrichtenkanäle bedienen, Filme und Fotos bearbeiten oder mit Communities kommunizieren, um sie als Follower zu gewinnen. Wichtig sei auch, einzelne Kanäle nur mit Nachrichten zu bestücken, die für deren Zielgruppe relevant sind. Immer wieder fragte Köhler in das Auditorium hinein, wer welchen Dienst nutzt, wodurch sich leicht Zielgruppen (und Generationen) definieren liesen.

Vor allem die Vernetzung mehrerer Techniken in Verbindung mit einer heute noch globigen Datenbrille, die vielleicht schon in fünf Jahren in eine filigrane Brille und in zehn Jahren in Contactlinsen integriert sein kann, machte die neuen Dimensionen deutlich. So kann man ein Konzert aus der Perspektive eines Rockstars erleben, der in die Gesichter zehntausender Fans blickt.

011 Sommerfest Zuhörer schreiben mit
Wenn die Kunden mitschreiben, war es wohl interessant (v.r.): Tempus-Chef Prof. Jörg Knoblauch, ÜAG-Geschäftsführer David Hirsch und der KEFF-Beauftragte von Ostwürttemberg, Dirk Zoller, mit seiner Partnerin.

Problematisch sei die Entwicklung, dass Marken verschwinden. So hätten Menchen immer häufiger etwas nicht in der Stuttgarter Zeitung, sondern „in Facebook gelesen“, etwas nicht in der ARD gesehen, sondern „bei Youtube“ und nicht mit einem Auto gefahren, sondern „mit Ueber“. Die Zukunft sei also ziemlich offen und „wer mit was wo Geld verdient“, noch lange nicht durchdacht. Klar aber sei, dass digitale Player sich immer massiver zwischen Dienstleister und Nutzer schieben.

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Unrecht: Entschädigung für Kachelmann

Zwar haben sich die Wege von Jörg Kachelmann und mir im Dissens um Geld im Februar getrennt, trotzdem empört mich, welches Unrecht ihm die deutsche Justiz und einige Medien, allen voran die Springer-Presse und die mittlerweile verurteile Steuerhinterzieherin Alice Schwarzer, angetan haben. Da wirkt die Entschädigung von knapp 400.000 Euro, die ihm nun das Oberlandesgericht Köln zugesprochen hat, eher wie ein besseres Trinkgeld.

Sein tiefer Fall hatte es mir ermöglicht, ihn 2011 nach seiner Haftentlassung für „kleines Geld“ für einen Kunden zu buchen und damit bundesweit mediale Aufmerksamkeit auf meinen Mandanten zu ziehen. Andererseits trugen wir das Risiko, unsere guten Namen mit ihm in Verbindung zu bringen, was damals höchst kontrovers diskutiert wurde. Und: Wir trugen zu seiner Rehabilitation bei.

So war ja auch der Deal im Februar zustande gekommen. Denn der Trick ist einfach: Hole einen (bezahlbaren) Prominenten, der deine Zielgruppe und die Medien interessiert, und viel kann dir nicht mehr passieren. Aktuell bediene ich den Hebel wieder. Zwar würde Kachelmann auch hier prima passen, um die Bude voll zu bekommen, doch aktuell sondiere ich u.a. bei ehemaligen Fußball-Nationalspielern.

Und während ich hier schreibe, flattert mir die Einladung einer Ludwigsburger Agentur auf den Schreibtisch, die den früheren „Sprecher“ des Fellbacher Flatrate-Bordells „Paradise“ für ihren Event gebucht hat. Dort spricht der smarte Beau als Kommunikationsberater. Übrigens: Bei unserem Agentur-Sommerfest am Freitag spricht Tobias Köhler, Leiter des Strategie- und Innovationsteams der Süddeutsche Medienholding, zu der u.a. Stuttgarter Zeitung/Nachrichten, Rheinpfalz und Süddeutsche gehören.

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Energiewende wird ein Mammutprojekt

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Hat zum Beispiel in seinem neuen Edeka-Markt in Salach einen Eisspeicher installiert, dessen im Winter gesammelte Kälte (Frost) den Markt bis in den Sommer hinein kühlt: Energie-Pionier Manfred Gebauer.

Aktuell recherchiere ich für mehrere Zeitschriften unterschiedliche Themen rund um die Energiewende, die mir ein persönliches Anliegen ist. Dabei geht es um die Strompreisentwicklung (wird wegen der Umlagen für EEG und Netzentgelte weiter steigen), Speichersysteme, Last- und Energiemanagement oder die Frage, wo das Thema in Unternehmen verankert ist. Denn eine Beobachtung ist, dass es vom Hausmeister über den Facility Manager bis zur Geschäftsführung immer weiter nach oben rückt.

Bei meinen Recherchen merke ich leider auch, dass viele Firmen bei dem Thema mauern. So verkünden sie bspw. auf ihren Homepages, bis 2020 CO2-neutral sein zu wollen oder auf ein nachhaltiges Wirtschaften zu setzen, doch auf Nachfragen bekomme ich keine Antwort oder qualifizierte Ansprechpartner.

Umso erfreulicher war dieser Tage, an den Energieanalysten der Deutsche Bank Research heranzukommen, der erst vor wenigen Wochen eine 32-seitige Studie zum Energiemarkt veröffentlicht hat. Diese kommt sehr unaufgeregt und systematisch daher und empfiehlt beiden Seiten (Atomlobby und Regenerative), das Thema ideologiefrei zu betrachten. Seine Analyse ist Basis vieler Beiträge, die ich in den kommenden Monaten dazu schreiben werde.

Besondere Freude bereiten mir die Firmenbeispiele, in denen sich Firmen schon jetzt energieautark machen und beschreiben, wie das geht, was es kostet und welche Renditen und CO2-Einsparungen die Manahmen bringen. Sogar erste Vorträge vor Unternehmen und Bürgerenergiegenossenschaften halte ich zu dem Thema, um Nachahmer zu ermutigen und Wissen in die Breite zu tragen.

Ein Unternehmer, der Kältetechnik produziert und installiert, meinte kürzlich, ich wolle mit meinem Engagement die Welt retten. Das gefalle ihm. Ich habne ihm gesagt, wenn es stimmt, dass bislang 80 Prozent der Abwärme der Anlagen, die er installiert, nicht genutzt wird, weil seine Kunden darauf nicht achten, sei es mein Ziel, dass SEINE Kunden schon bald auch die Abwärme recyceln.

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Firma Bogenschütz gehören die Lacher

Den Trailer über die fiktive Textilfirma Bogenschütz auf der Schwäbischen Alb, die zum Globalisierungsopfer wird, möchte ich meinen Lesern nicht vorenthalten. In der Rolle des Seniorchefs brilliert Walter Schultheiss. Und nachdem ich es auch selbst vielfach mit inhabergeführten Mittelständlern zu tun habe, kann ich sagen, dass die Parodie gut getroffen ist.

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Reise in meine ehrenamtliche Vergangenheit

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Auf der Schwäbischen Alb bei Hechingen: Die meisten unserer Mitglieder des Diözesan-Arbeitskreises aus den 1980er-Jahren, die sich erstmals organisiert wiedergesehen haben. FOTO: FISCHER

Jüngst haben wir uns zu zehnt in unserem ehemaligen Diözesanarbeitskreis der Pfadfinderstufe in Hechingen getroffen. Dort war ich als Theologiestudent von 1984 bis 1989 in der diözesanweiten Ausbildung junger Erwachsener zu Gruppenleitern für 14- bis 16-Jährige ehrenamtlich tätig. In dieser Zeit habe ich mich erstmals mit Psychologie und Erlebnispädagogik auseinandergesetzt.

Von den Erfahrenen im Team, etwa dem hauptamtlichen Sozialpädagogen Georg Engelbertz, dem Meterologen Dr. Walter Panhans, dem Bäckermeister Franz Kohler, der Erzieherin Irene Kerber oder dem Physikstudenten und späteren Arbeitskreisvorsitzenden Martin Fischer konnte ich viel lernen. Das reichte von der Gesprächsführung und -kultur bis zum Projektmanagement.

Besonders wichtig waren mir die Werte, die wir leben und vermitteln wollten: Es ging darum, persönliche Grenzen und Blockaden zu überwinden, die Konfortzone zu verlassen, sich auszuprobieren und Experimente zu machen. Zugleich ging es als Pfadfinder (!!!) darum, die Schöpfung zu bewahren (Ökologie) und alle Menschen als Brüder und Schwestern zu sehen, weshalb wir uns gegen Unrecht, Ausbeutung, Rassismus und für Inklusion und Diversity einsetzten. Nur kannten wir damals letztere Worte noch nicht.

Damals habe ich viel für mein späteres und heutiges Leben gelernt, etwa Wochenenden und Zeltlager für bis zu 300 Personen vorzubereiten; Menschen zu motivieren; Konflikte herrschaftsfrei auszutragen oder meine Zeit genau einzuteilen. Vor allem ging es immer wieder darum, etwas zu riskieren und Fehler machen zu dürfen. Das hat mein Selbstbewußtsein, aber auch meine Selbsteinschätzung verfeinert.

Beim Wiedersehen, teils nach 20 und mehr Jahren, haben wir nun festgestellt, dass uns diese katholische Jugendarbeit alle ähnlich geprägt hat. Viele von uns, wie ich, sind später in die Selbstständigkeit; arbeiten heute als Trainer und Coaches oder engagieren sich in ihren Kirchengemeinden, Umwelt- oder Bürgerinitiativen.

Diese Reise in die Vergangenheit war ein schöner Abgleich mit der Gegenwart. So stellten alle fest, dass ich schon früher provokativ und sehr direkt gewesen sei und immer eine Gitarre dabei hatte. Letzteres stimmt schon lange nicht mehr. Und Christoph Bläsi, damals Germanist und heute Professor an der Gutenberg-Universität in Mainz, meinte: „Du bist heute so ausgeglichen“. Schön, dass man merkt, dass ich an mir gearbeitet habe.

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3XBanktechnik GmbH knüpft Branchennetzwerk

005 Workshop-Treffen in Ulm (Netz)
Für den Erfahrungsaustausch ist Vertrauen wichtig: Die Workshops der 3xBanktechnik beginnen immer mit einer Vorstellungsrunde, in der ein Netz geknüpft wird, das alle Teilnehmer trägt. FOTO: KNETTERMEIER

Vorbildlich finde ich die Initiative des Bankberatungs-Dienstleisters 3XBanktechnik, der aus dem Pool seiner bundesweit rund 220 Kunden seit bald zwei Jahren innovative Führungskräfte zusammenbringt. Jüngst trafen sich bei der Volksbank Ulm-Biberach wieder für 1,5 Tage Prokuristen und Bereichsleiter von Geno-Banken und Sparkassen aus dem gesamten Bundesgebiet zum „herrschaftsfreien Diskurs“.

Regelmäßige Teilnehmer sind auch Vertreter von Sparkassen-Verlag und Deutschem Genossenschafts-Verlag, die wiederum viel Branchen- und Insider-Wissen aus ihren Organisationen einbringen. Geprägt sind diese Treffen vom vertrauensvollen Austausch jenseits des Tagesgeschäfts und der Mitbewerber-Konkurrenz. Beim kreativen Nachdenken entstehen neue Ideen und Handlungsansätze.

Um diese Atmosphäre zu schaffen, arbeiten die Veranstalter auch methodisch. So beginnen die Workshops mittlerweile obligatorisch mit einer Vorstellungsrunde, in der die Teilnehmer sich gegenseitig vorstellen und bekennen, was aktuell Licht und was Schatten in ihrem Leben ist. Dabei werfen sie sich ein rotes Seil zu, so dass der Vorredner bestimmt, wer weiterspricht. Dadurch knüpfen die Teilnehmer symbolisch ein Netz, das jeden in der Runde trägt.

Seit Januar „macht“ unsere Agentur den Bankberatern einen Blog, in dem wöchentlich mindestens ein Beitrag aus dem Berufsalltag der Banker eingestellt wird, der zum Lesen, Weiterleiten, Verlinken und Kommentieren einlädt. Noch sind die Reaktionen im Netz verhalten, was dem Konservatismus der Branche geschuldet sein mag. In den kommenden Wochen werden wir dort über Themen wie Geldautomatensprengung, Filialschließungen, alternative Nutzungsformen und Kooperationen zwischen KSKs und Geno-Banken schreiben.

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PR-Job wird immer vielfältiger und schneller

Die PR-Plattform Mynewsdesk hat mehr als 2000 Journalisten aus aller Welt zu Trends im Journalismus befragt. Dabei herausgekommen ist u.a. dass Journalisten immer weniger Zeit haben, immer mehr Aufgaben erledigen müssen und für mehrere Publikationen gleichzeitig tätig sind. Für unser Redaktionsbüro kann ich diesen Trend bestätigen.

Dass wir dennoch in der Lage sind, Qualität zu liefern, liegt letztlich daran, dass unsere Redaktionsgemeinschaft (auf zuletzt acht Journalisten) wächst und sich immer intensiver austauscht, um Effizienzpotentiale zu nutzen. Elementar ist hierbei der Austausch von Redaktions- und Recherchekontakten bzw. die Spezialisierung innerhalb unseres Teams etwa auf Pflege und Gesundheit, Energieeffizienz oder Logistik.

Das geht so weit, dass wir mit der Pflegebibel seit März 2015 ein eigenes Online-Magazin herausbringen und einzelne Redaktionen energieintensiver Branchen das komplette Thema Energiemanagement an uns auslagern. Das macht es für uns wiederum attraktiv, uns tiefer in Themen einzuarbeiten, und leichter, mit interessanten Firmen in Kontakt zu kommen.

Laut Journalistenbefragung schreiben und redigieren übrigens 98 Prozent aller Kollegen, 60 Prozent befassen sich mit Social Media, 51 Prozent fotografieren, 38 Prozent analysieren Daten (dazu gehört vermutlich auch Clipping), 29 Prozent produzieren Videos und 18 Prozent designen Graphik. Fast alles findet auch bei uns im Büro statt. Teilweise kooperieren wir aber auch mit (Werbe-)Agenturen, um  unseren Fokus auf Content scharf zu halten.

 

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Manager-Suizid: Junkies der Macht

Martin Senn, bis Ende 2015 sechs Jahre lang Chef des Schweizer Versicherungskonzers Zurich, hat sich vorigen Freitag das Leben genommen. Mit dem Tod des 59-Jährigen ist der Allianz-Konkurrent binnen drei Jahren zum zweiten Mal vom Freitod eines hochrangigen Managers betroffen. Im August 2013 hatte sich Finanzvorstand Pierre Wauthier das Leben genommen, was damals zum Rücktritt des Verwaltungsratspräsidenten Josef Ackermann führte.

Senn hatte seinen Rücktritt erklärt, nachdem die Übernahme des britischen Versicherers RSA gescheitert war und er einen Gewinneinbruch um mehr als die Hälfte auf 1,6 Mrd. Euro einräumen musste. Bis 2018 wird die Zurich, die seit März von Ex-Generali-Chef Mario Greco geführt wird, 8000 Stellen abbauen.

So weit die Fakten. Wir dürfen aber davon ausgehen, dass sich im konkreten Fall zwei Millionäre das Leben genommen haben, die Frauen, Kinder, Freunde und ein zu Hause hatten. Wo liegt also das Motiv für den Suizid? Offenbar im Außen, von wo keine (berufliche) Anerkennung mehr kam, sondern evtl. eher Häme über das Scheitern. Na und?

Ich bin in der Schule einmal sitzen geblieben, bin zweimal geschieden und habe noch einige Niederlagen mehr in meinem Leben erlitten. Einige Male liebäugelte ich selbst mit Suizid, damit Schmerzen aufhören sollten. Fakt aber ist, dass mich all diese Krisen weiter gebracht haben und neudeutsch empathischer, also einfühlsamer, gemacht haben. Und resilient, also widerstandsfähig gegen Enttäuschungen.

Die Triebfeder hierfür liegt in der Selbstliebe. Denn wenn ich mich wirklich selbst so annehmen kann, wie ich bin, muss ich im Außen nicht mehr nach Erfolg oder Anerkennung suchen. Weder von Kunden oder Mitarbeitern, noch den eigenen Kindern. Das macht wirklich frei.

Und während ich diese Zeilen schreibe, lese ich von einem anderen Versklavten, der der „Bunten“ (!!!) ein Interview gab: Der 67-jährige Jürgen Fitschen, davongejagter Ex-Chef der Deutschen Bank, fühlt sich demnach „zu jung für den Ruhestand“ und sucht eine neue unternehmerische Herausforderung. Der Arme. Vermutlich hat sein Vater ganze Arbeit geleistet, dass der Bub etwas leisten und sich nützlich machen soll.

Ex-Top-Manager Thomas Middelhoff ist da schon weiter. Der Mehrfach-Pleitier und Betrüger arbeitet seit dem Frühjahr als Freigänger zum Mindestlohn in einer Sozialeinrichtung in Bielefeld. Mich würde interessieren, um was den 63-Jährigen diese Erfahrung mittlerweile bereichert hat. Denn seine Grundbedürfnisse dürften immer noch befriedigt sein. Kein Wunder, dass bei diesen Vorbildern unsere Gesellschaft in der Krise ist.

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Psyeudo-Empörung über Gaulands „Zitat“

Super, endlich wieder ein Aufreger über die AfD, den alle kapieren – ohne jedes politische Faktenwissen. Es gilt als Konsens, dass Alexander Gauland im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gegen die political correctness verstoßen hat. Skandal. Echt cool, wie ihn da die FAS-Kollegen überführt haben.

Niemals glaube ich, dass Gauland den dunkelhäutigen Fußball-Nationalspieler Jerome Boateng beleidigen wollte. Als früherer Herausgeber der „Märkischen Allgemeinen“ wollte er vermutlich plakativ sprechen, was ja Redakteure mögen. Üblicherweise helfen diese auch nach, wenn der Interviewpartner allzu zögerlich ist. Im Fall des 75-Jährigen klingt dies plausibel, kennt er sich doch offenbar im Fußball gar nicht aus.

Tatsächlich ausdrücken wollte der Jurist, der 40 Jahre CDU-Mitglied war, ehe er mit anderen Euro-Kritikern 2013 aus wirtschaftspolitischen Gründen die AfD gründete, die Befindlichkeit in Deutschland. Und da attestiere ich dem AfD-Bundesvorstandsmitglied, dass die meisten Bundesbürger lieber neben mir, dem weißhäutigen Akademiker, wohnen wollen als neben einem Schwarzen (es sei denn er ist Promi und Millionär wie z.B. Roberto Blanco auch).

Das ist zwar traurig, aber ziemlich sicher bundesdeutsche Realität in mehr oder weniger weiten Kreisen. Übrigens bekam auch Tübingens Grüner OB Boris Palmer ziemlich eine auf die Mütze von seinen Mitbürgern, nachdem er in einem Spiegel-Interview sinngemäß gesagt hatte, auch die Professoren seiner multikulturellen Uni-Stadt seien nicht erfreut, wenn in ihrer Nachbarschaft eine Flüchtlingsunterkunft stehe (oder die Tochter mit einem Migranten pusiert).

Entsprechend wollte Gauland, der von 1987 bis 91 immerhin die hessische Staatskanzlei geleitet hat, eher seinen Mitbürgern den Spiegel vorhalten als dem begnadeten Boateng, der zudem sicher jede Menge Steuern zahlt und vieles mehr. Warum also dieses bewußte Mißverstehen-wollen, zu dem sogar die Kanzlerin ihre Distanzierung – in diesem Fall besser „ihren Senf“ – dazugibt?

Ich vermute, weil damit jeder meint, irgendwelche (hohlen) Bonuspunkte sammeln zu können. Der eigentliche Skandal ist aber jeder von uns selbst: Ich würde vermutlich auch „schlucken“, wenn meine Tochter mit einem Schwarzen oder Rassisten liiert wäre. In meinem konkreten Umfeld sind es Wähler der Grünen schon, wenn die Tochter einen zehn oder 15 Jahre älteren Mann „bringt“. Dann empören wir uns doch lieber kollektiv über Gauland.

Mit diesem Beitrag möchte ich mich von dieser Psyeudo-Empörung distanzieren. Die ist mir zu einfach (= primitiv) und wird die AfD weiter stärken. Super.

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